Jobs in der Verpackungsbranche: „Die Nachfrag...
Jobs in der Verpackungsbranche

„Die Nachfrage nach Fach- und Führungskräften ist weiterhin hoch“

Wo ist die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften am größten? Warum nimmt der Maschinenbau für die Prozess- und Verpackungstechnik eine besondere Stellung ein? Welche persönlichen Eigenschaften sind gerade jetzt entscheidend? Exklusiv für den packREPORT blickt Collin Weber von der gleichnamigen Personalberatung GmbH, Karlsruhe, auf die aktuelle Job-Situation in der Verpackungsbranche.

„Die Nachfrage nach Fach- und Führungskräften mit besonderen Qualifikationen im Umfeld der Verpackungsbranche ist weiterhin hoch – und steigt immer noch. Daran hat auch die Pandemie nichts geändert. Dabei unterscheiden wir zwischen Unternehmen, die Verpackungslösungen anbieten, und den Anwendern, den „In-Verkehr-Bringern“.

Bei den Lieferanten von Packstoffen und -mitteln werden neben den Positionen in der Entwicklung und Produktion vor allem Menschen für anspruchsvolle Vertriebsaufgaben gesucht; insbesondere diejenigen, die strategisch langfristige Kundenbeziehungen anstreben und bei jedem Geschäft auch das eigene Unternehmen im Blick haben. Hierzu gehören sehr gute Produktkenntnisse und das Reflektieren der sich schnell veränderten Marktsituation. Nicht nur die Kunden kennen, sondern auch immer die Kunden der Kunden im Blick zu haben, das ist meines Erachtens der Anspruch.

Plattitüden wie „Mein Material ist nachhaltiger, weil…“ verfangen nicht mehr bei den Entscheidern, da diese über eigene Fachkompetenz im Hause verfügen. Dies gilt nicht nur für große FMCG-Unternehmen, sondern auch der Mittelstand ‚leistet‘ sich verstärkt diese Spezialisten, so meine Wahrnehmung.

Womit wir bei den Unternehmen angekommen sind, bei denen die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften am stärksten steigt: den Nutzern von Verpackungslösungen. In diesen Unternehmen geht es meist um die Neu- und Weiterentwicklung von Verpackungen sowie die Optimierung der Lieferketten. Für Vertriebspositionen ist dort kaum Verpackungsexpertise gefragt.

Dort, wo es um Verkaufsverpackungen geht, spielt der Marketingaspekt eine größere Rolle – und stellt damit erweiterte Anforderungen an die Entwickler hinsichtlich des Konsumverhaltens.

Aber auch im Bereich der Transport- und Schutzverpackungen im B2B-Geschäft ist eine stark steigende Tendenz zu beobachten, sich eigene Verpackungskompetenz ins Haus zu holen. Dies gilt für den Bereich Automotive, der durch die rasante technische Transformation vor großen Herausforderungen steht, aber auch für die Pharma- und Medizintechnik.

Viele Lieferanten von Packmitteln verzeichnen durch die Pandemie eine erhöhte Nachfrage. Der Bedarf an Produkten gegen Erkältungskrankheiten ist dagegen zurückgegangen, wodurch beispielsweise Faltschachteln für diese Anwendungen deutlich weniger nachgefragt wurden.

Eine besondere Stellung nimmt der Maschinenbau für die Prozess- und Verpackungstechnik ein. Diese Investitionsgüter stellen nicht nur durch den hohen Exportanteil andere Anforderungen an die Mitarbeiter. Kenntnisse über die Korrelation von Produkt, Packstoff und Maschine sind nicht nur im Vertrieb unabdingbar für die Positionierung im Wettbewerbsumfeld.

Bereitschaft für einen Jobwechsel ist deutlich gestiegen

Generell stellen wir fest: Die grundsätzliche Bereitschaft für einen Jobwechsel ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Viele haben mehr Zuversicht – und dadurch auch Mut für einen Wechsel. Allerdings ist die Bereitschaft, hierfür auch den Lebensmittelpunkt regional zu verlegen, geringer geworden: Der Trend Home-Office lässt grüßen.

Wie in vielen anderen Sparten: Die vergangenen beiden Jahre haben einen deutlichen Trend zum Home-Office gezeigt, besonders in vertriebsnahen Bereichen. Ob eine Tätigkeit auf Dauer vom Home-Office aus erfolgreich ist, hängt nicht nur von der Aufgabe, sondern stark von den persönlichen Eigenschaften ab: Fehlen mir die persönlichen Kontakte, bin ich diszipliniert genug, die Ziele und Erwartungen in dieser Situation zu erfüllen?

Durch die verbesserte Kommunikationstechnik haben wir mittlerweile auch Entwickler, die zum Teil vom Home-Office aus mit ihren Kolleginnen und Kollegen an anderen Standorten erfolgreich zusammenarbeiten. Gerade von kreativen Entwicklern erwartet man ja, dass diese „Out-of-the-box“ denken. Dennoch halten viele Unternehmen den Deckel drauf – und bestehen unserer Wahrnehmung zufolge auf Präsenz.

Sollte eine Aufgabe jedoch mit Personalverantwortung verbunden sein, steht das Home-Office der Karriere meist im Weg.“









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