Multivac: Azubis präsentieren Energie-Einspar...
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Azubis präsentieren Energie-Einsparpotenziale

Zwölf Auszubildende haben bei Multivac nach versteckten Möglichkeiten zum Energiesparen gesucht. Ihre Ergebnisse haben sie jetzt vorgestellt.

Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral sein. Fossile Energieträger werden sich bis dahin schrittweise verteuern, um den Wechsel zu erneuerbaren Energien anzuregen. „Als Industrieunternehmen sehen wir uns aber in der Verantwortung, schnellstmöglich die CO2-Bilanz zu verbessern – nicht erst auf steigenden Druck“, sagt Alexander Hauschke, Executive Vice President Corporate Strategy bei Multivac. Der Verpackungsspezialist hat deswegen auf Ökostrom umgestellt, nutzt schon seit Jahren Brunnenwasser für die Kühlung von Maschinen, heizt mit geothermischen Wärmepumpen und baut sukzessive die Nutzung erneuerbarer Energien aus. Zusätzlich setzt das Unternehmen auf frische Ideen der Jugend.

Zwölf Auszubildende von Multivac aus den kaufmännischen und gewerblichen Bereichen haben sich bereit erklärt, sich von der IHK Schwaben zu sogenannten Energie- und Ressourcen-Scouts ausbilden zu lassen, die im Alltag nach Sparpotenzialen Ausschau halten. Bei einer Abschlussveranstaltung am Firmensitz in Wolfertschwenden, moderiert von der IHK Schwaben und dem Umweltberatungsunternehmen Intechnica Consult GmbH, wurden nun die Projektergebnisse der einzelnen Teams präsentiert. Zu Gast waren die Scouts des Ökohaus-Anbieters Baufritz aus Erkheim. Auch sie nahmen im Anschluss an Präsentationen und Fragerunden ihre Urkunden als Energie- und Ressourcen-Scouts entgegen. „Wir sind sehr dankbar für dieses Engagement und freuen uns über die wertvollen Denkanstöße, mit denen Multivac in Zukunft noch mehr Energie und Ressourcen sparen kann“, sagt Robert Höge, Vice President Corporate Quality Management bei Multivac.

Parkplatzüberdachung erzeugt grünen Strom

Bislang sind die Parkplätze von Multivac in Wolfertschwenden unüberdacht. Doch das wollen die Energie- und Ressourcen-Scouts ändern. Und gleichzeitig grünen Strom erzeugen. Ihr Vorschlag: Einen Teil der Parkplätze um eine Schrägdachkonstruktion mit Südausrichtung erweitern. Rund 3.600 Quadratmeter groß – in etwa die Größe eines halben Fußballfeldes. Und auf der Oberfläche Photovoltaikmodule installieren. Diese könnten mit der Kraft der Sonne jedes Jahr rund 660.000 kWh grünen Strom erzeugen. Die Investition könnte sich laut Berechnungen innerhalb von nur fünf Jahren amortisieren.

Umstieg auf LED-Stehlampen

Hunderte Lampen sorgen bei Multivac für Licht – in Hallen, Büros und Kaffeeküchen. Das ist so selbstverständlich, dass es kaum einem Mitarbeitenden auffällt. Wohl aber den Energie- und Ressourcen-Scouts, die im Rahmen ihrer Ausbildung die Beleuchtung analysiert haben. Und dabei Optimierungspotenzial aufgedeckt haben. In vielen Bereichen übererfüllt Multivac beispielsweise Vorgaben für die Lichtstärke. In einigen Kaffeeküchen beträgt sie rund 1.300 Lux, Mindestwert ist nur 200 Lux. Auf Fahrwegen in Hallen beträgt die Lichtstärke in manchen Bereichen 397 Lux. Der Richtwert liegt bei 150 Lux. Auch sind die Bewegungsmelder in einigen Treppenhäusern so eingestellt, dass Licht zu lange brennt. Zudem kommt es immer wieder vor, dass Mitarbeitende nach Meetings das Licht in Besprechungsräumen vergessen auszuschalten. Die Energie-Scouts wollen ihre Kolleginnen und Kollegen für diese kleinen Handgriffe im Alltag zukünftig sensibilisieren. Und die Umstellung auf eine energiesparende Beleuchtung begleiten. Unter anderem durch den Umstieg auf LED-Lampen, der in vielen Bereichen des Unternehmens bereits umgesetzt wurde. So könnte der Austausch von 60 Stehlampen die Stromkosten von bislang rund 8.600 Euro auf rund 4.300 Euro senken.

Reparatur von Druckluft-Leckagen

Ein weiteres Team hat sich mit dem Thema Pneumatik beschäftigt. Multivac betreibt unter anderem eine Druckluft-Anlage, die u.a. eine 5.000 Quadratmeter große Produktionshalle versorgt. Dort haben die Scouts das Rohrsystem mithilfe eines Suchgeräts untersucht, das mit Mikrofonen arbeitet und Leckagen visualisiert. So fanden sie bei der stichprobenartigen Untersuchung schon innerhalb einer Stunde sechs undichte Stellen mit einem durchschnittlichen Druckluftverlust von 33 Litern pro Minute. Der Verlust summiert sich auf etwa 2.500 Euro pro Jahr. Die gute Nachricht: Die Reparatur einer Leckage kostet nur rund 30 Euro. Entsprechend wichtig ist es in den Augen der Energie-Scouts, das Rohrsystem zukünftig regelmäßig zu untersuchen.

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