Pfandsystem für Kosmetikverpackungen: Kneipp:...
Pfandsystem für Kosmetikverpackungen

Kneipp: „Recyclingquote zunächst nicht der Gradmesser für Erfolg“

Die Nachricht aus dem April, dass Kneipp gemeinsam mit Circleback an einem Pfandsystem für Kosmetikverpackungen arbeitet, stieß bei unseren Userinnen und Usern auf riesiges Interesse.

Völlig klar, dass der packREPORT einer solch topgeklickten News nochmal einen lesenswerten Nachdreher widmet. Wir richteten diesbezüglich drei Fragen an Philipp Keil, Head of Packaging Materials Management bei Kneipp. Lesen Sie die Antworten aus Würzburg exklusiv bei uns.

Welche Recyclingquote wird denn zunächst angestrebt? Mit anderen Worten: Ab wann wertet Kneipp dieses Projekt als Erfolg?

„Langfristig werden im Projekt ähnliche Recyclingquoten wie beim Getränkepfand angestrebt. In der ersten Phase des Pilotprojekts ist die Recyclingquote für uns jedoch nicht der Gradmesser für Erfolg. Zunächst geht es darum, möglichst viele Kunden im Projektgebiet zu erreichen und sie dazu zu bewegen, die Verpackungen über das Pfandsystem recyceln zu lassen. Darüber hinaus ist es das Ziel, die Erzeugung hochwertigen Rezyklats mit geringem Ressourceneinsatz zu gestalten. Aus den gesammelten Verpackungen soll also möglichst viel Material für neue Kosmetikverpackungen erzeugt werden, ohne viele Ressourcen für das Recycling einzusetzen.“

Warum wurde der Fachhandel (dm, Rossmann etc.) nicht eingebunden?

„Circleback strebt an, Drogerieketten genauso wie Supermärkte in die Sammlung von Kosmetik- und Pflegeverpackungen mit einzubeziehen. Erste Gespräche laufen bereits.“

Gibt es Überlegungen, sich komplett von Kunststoff als Packstoff zu lösen? Oder ist Plastik in diesem Fall alternativlos? Wie sehen Sie Bio-Kunststoffe?

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis Ende 2025 Plastik in unseren Verpackungen durch nachhaltigere Alternativen zu ersetzen. Aktuell setzen wir beispielsweise bereits Kork sowie Paper Blend ein und haben zudem eine Kooperation mit dem Start-up Rezemo gestartet, um das Material aus den bereits bekannten, kompostierbaren Kaffeekapseln für unsere Kosmetikverpackungen einzusetzen. Bio-Kunststoffe sehen wir also als Alternative – allerdings müssen diese in ein geschlossenes Kreislaufsystem eingebunden werden. Das Circleback Pfandsystem hat das Potenzial, für genau diese Herausforderung mittelfristig Lösungen zu bieten.“

 

 

 

 

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