Kraus Maschinenbau: „Marktgetrieben bedeutet,...
Kraus Maschinenbau

„Marktgetrieben bedeutet, dass wir unseren Kunden zuhören“

„Meine Skizzen sind gefürchtet.“ Joachim Kraus lacht. Er ist bester Dinge an diesem sonnigen Januartag, der Mann hinter – und an der Spitze – der Kraus Maschinenbau GmbH, einem Spezialisten für Zuführ- und Vereinzelungssysteme.

Für den packREPORT-Besuch im beschaulichen Spaichingen hat sich der passionierte Wintersportler viel Zeit genommen. Er, der Macher und Vor(wärts)denker, empfängt zu Kaffee und belegten Brötchen im ersten Obergeschoss der 2019 neu bezogenen Firmenzentrale – mit Aussicht auf den Dreifaltigkeitsberg. Themen gibt es zuhauf: Joachim Kraus über Messen, Herausforderungen und E-Commerce.

packREPORT: Herr Kraus, zwei Drittel Ihres Umsatzes machen Sie im Pharma-Segment, ein bekanntermaßen sehr anspruchsvoller Markt. Mit welchen Herausforderungen sind Sie als Akteur in diesem Bereich konfrontiert? Und inwiefern haben sich diese vielleicht mit der Zeit gewandelt?

„Als Premiumhersteller haben wir den Anspruch, allen Kunden, egal aus welcher Branche, Maschinen mit einwandfreier Funktion und entsprechenden Wirkungsgraden zu liefern. Neben zuverlässiger Funktion verlangen Kunden aus dem Pharma-Bereich eine umfangreiche Dokumentation und Validierungen, die den Prozess und die Funktion beschreiben. Die vergangenen beiden Jahre waren zudem geprägt durch die Corona-Pandemie. So standen zuletzt Maschinen im Zusammenhang mit der Impfstoffherstellung und der Herstellung von Coronatests im Fokus.“  

Sie haben die Kraus Maschinenbau GmbH im Jahr 2008 gegründet. Was war Ihre Motivation? Gab es selbst gesteckte Ziele? Und: Haben Sie diese inzwischen gar erreicht?

„Meine unternehmerische Tätigkeit erlaubt mir, eigenständig zu agieren, eigene Ideen umzusetzen und die eigene Produktstrategie zu verfolgen. Ich muss keinem Vorgesetzten Rechenschaft leisten und kann so Entscheidungen treffen, die das Unternehmen nach vorne bringen. Die Entscheidung, vorhandene Ressourcen auf die Pharmabranche zu konzentrieren, wäre im Angestelltenverhältnis nicht so einfach umzusetzen gewesen. 

13 Jahre nach der Gründung sind die damals gesteckten Ziele zum Großteil erreicht. Als agiles und dynamisches Unternehmen bleiben wir nicht stehen, sondern entwickeln uns ständig weiter und so ändern sich auch die Ziele.“

Aus ursprünglich fünf Beschäftigten sind mittlerweile 45 geworden. Wie würden Sie sich als Chef und Vorgesetzter beschreiben: mehr Kontrolle – oder mehr Eigenverantwortung?

„Für mich steht das eigenverantwortliche Handeln der Mitarbeiter im Vordergrund. Damit Mitarbeiter aber eigenverantwortlich handeln können, benötigen sie klar definierte und kommunizierte Ziele, die auch regelmäßig abgestimmt werden müssen.“

Von Ihnen stammt der Satz: „Wir sind marktgetrieben.“ Bleibt da überhaupt noch Raum und Zeit für selbst initiierte Ideen und deren Umsetzung? Falls ja, ein Beispiel, bitte.

„Marktgetrieben bedeutet, dass wir unseren Kunden zuhören und deren Anforderungen und Bedürfnisse erfassen. Daran richten wir die Entwicklung unserer Maschinen und Komponenten aus. Zwischenzeitlich haben wir uns auch die Freiräume geschaffen, dass wir selbst entscheiden können, welche Ideen wir umsetzen. Ein Beispiel aus der näheren Vergangenheit wären hier nachhaltige Kartontrays für die sichere Verpackung und den sicheren Transport von Impfstoff-Vials.“

Um das Thema E-Commerce kommt ja in der Verpackungsbranche fast keiner mehr umher. Sie auch nicht? Der Hunger nach innovativen Lösungen in diesem Bereich, man denke nur an den Food-Bereich, soll ja riesig sein.

„Wir liefern schon seit vielen Jahren Rechnungsdruckmodule und Werbeeinwurfmaschinen in den E-Commerce-Bereich. Daneben bieten wir auch eine semi-automatische Verpackungslösung an, die mit Papiertüten komplett die Folienverpackung ersetzen kann. Diese findet sowohl im traditionelle E-Commerce-Geschäft als auch im aufkommenden Food-Bereich Anwendung. Alle Marktprognosen für den E-Commerce sehen in den kommenden Jahren weiterhin hohes Wachstum im E-Commerce und so wollen auch wir weiter wachsen.“

Lassen Sie uns noch einen Blick auf die kommenden Monate werfen. Ihr Unternehmen wird ja gleich auf mehreren Messen Präsenz zeigen. Mit welchen Erwartungen gehen Sie diese Branchenevents an? Verspüren Sie Vorfreude?

„Messen und Austausch mit Kunden und Interessenten sind für marktgetriebene Unternehmen wie die Kraus Maschinenbau GmbH immer ein besonderes Highlight. Hier können neue Trends antizipiert oder Neuentwicklungen einem fachkundigen Publikum präsentiert werden. Insbesondere letzteres war in den vergangenen beiden Jahren kaum möglich und so erwarte ich, dass auf den kommenden Messen viele Neuheiten präsentiert werden, so auch von uns. Aktuell wird die Messeplanung durch die vielen Verschiebungen und Ausfälle erschwert. Ich gehe davon aus, dass wir dieses Jahr erste Tendenzen erkennen können, welche Messen in Zukunft Geltung haben werden und welche Messen auf Dauer verschwinden könnten.“

 

Über Kraus Maschinenbau

Kraus Maschinenbau GmbH ist ein junges, dynamisches Unternehmen, das Expertenlösungen für das Spenden, Zählen, Vereinzeln, Zuführen und Positionieren von Papier und flachen Produkten bis 30 mm Dicke bietet. Das können Papierbögen, Broschüren, Booklets, Kunststoffprodukte, Warenproben, Sachets, CDs, ISO-Karten (z.B. Kunden- und Wertkarten), Gruß- und Glückwunschkarten, Karton- und Faltschachtelzuschnitte, Etiketten (auch mehrlagig) u.v.m. für alle denkbaren Branchen und Anwendungen sein. Häufig findet man die Systeme von Kraus in Kombination mit Veredelungsschritten wie z.B. dem Bedrucken, Prägen, Etikettieren, Prüfen, Abstapeln, Verpacken etc. Den Einstieg für eine kundengerechte Lösung findet Kraus im Projektgespräch, bei dem die Aufgabenstellung analysiert, diskutiert, und in der Umsetzung dann für einen größtmöglichen Kundennutzen ausgelegt wird. Die so entstehenden Maschinenkomponenten und Anlagen finden Anwendung im Maschinenbau für die Verpackungs- und Kennzeichnungsindustrie, in der Druckweiterverarbeitung, Lettershops, in Personalisierungs- und Sicherheitskonzepten.

Bei den Standardgeräten und bei allen kundenspezifischen Sonderlösungen steht Zuverlässigkeit, Verfügbarkeitsgrad und einfache, sichere Bedienbarkeit im Vordergrund. Nicht immer steht Kraus auf dem Produkt, es entstehen auf diesem Wege auch OEM-Lösungen für namhafte Maschinen- und Anlagenbauer, die weltweit ihren Einsatz finden. In Deutschland arbeitet Kraus mit Handelsagenturen und Exklusivhändlern, in Europa bestehen für verschiedene Anwendermärkten Vertriebs- und Servicepartnerschaften.





 

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