FH Wien: Mehrwegboxen für die Pharmabranche
FH Wien

Mehrwegboxen für die Pharmabranche

Die Logistik in der Pharmabranche zu automatisieren, die Lieferkette zu optimieren und so Verpackungsmaterial einzusparen: Dieses Ziel verfolgt das Projekt DigiPharmaLogNet.

Unter der Federführung der FH Wien der Wirtschaftskammer Wien (WKW) und mit Beteiligung von Fraunhofer Austria werden dazu innovative Unternehmen wie die Logistik- und IoT-Start-ups BOOXit OG und Compunity GmbH vernetzt. Geplant ist die Weiterentwicklung und Digitalisierung von sich selbst organisierenden Mehrwegboxen. Diese sollen die Pharma-Logistik nachhaltiger, effizienter und sicherer gestalten.

„Die COVID-19-Pandemie verdeutlicht die Notwendigkeit einer schnellen Distribution und flexiblen Verfügbarkeit von pharmazeutischen Produkten“, erklärt Gerald Schneikart, DigiPharmaLogNet-Projektleiter vom Institute for Digital Transformation and Strategy (IDS) der FH Wien der WKW. „Eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung der Pharmalogistik spielt der zielgerichtete Einsatz von sich selbst organisierenden Mehrwegboxen. Sie ermöglichen neben der Sicherstellung bestimmter Transportbedingungen wie der Temperatur oder einer lückenlosen Rückverfolgung eine stärkere Automatisierung und nachhaltige Optimierung der Lieferkette“, konkretisiert Schneikart die Ziele des im Oktober 2021 gestarteten Projekts.

Mit digitaler Technologie die Pharmalogistik neu denken

Damit Mehrwegbehälter auch wirtschaftlich sind, braucht es den Einsatz innovativer Technologien wie Sensorik, RFID/NFC, Daten-Algorithmen und Assistenzsystemen. Zusammen mit dem innovativen Design der BOOXit-Container-Technologie eröffnet dies neue Möglichkeiten für die Pharma-Logistikkette, die sich mit herkömmlichen Kartonboxen und Kunststoffbehältern nicht umsetzen lassen.

BOOXit-CEO Peter Entenfellner nennt als angestrebte Verbesserungen: die Einsparung von Verpackungsmaterial durch ein Mehrwegsystem, optimierte Transportwege durch dynamische Steuerung auf Ebene der Ladungsträger, das automatisierte Tracking von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Positionsdaten, die Entlastung der MitarbeiterInnen durch physische und digitale Assistenzsysteme.

Nachhaltige Mehrwegbehälter statt Einweg-Kartonboxen

In der Diskussion über den Klimawandel wird die Verwendung von Mehrweggebinden immer stärker eingefordert. Das geplante Ladungsträger-System soll demonstrieren, wie der Einsatz innovati­ver Technologien Vorteile entlang der Logistikkette bietet. Das Design dieser Mehrwegboxen begünstigt die Automatisierung der Logistik und ermöglicht Funktionalitäten, die konventio­nelle Kartons oder Kunststoffbehälter nicht leisten können. Als Beispiele nennt Entenfellner Condition Monitoring, Tracking & Tracing, Ladegutsicherung, Automatisierung des Ladevorgangs, Diebstahlsicherung durch Verschlüsselung und Rückverfolgbarkeit. „Damit könnte ein digital unterstütztes Mehrwegsystem den Einweg-Karton sowie andere bestehende Behältersysteme ablösen“, so Peter Entenfellner.

Auswirkungen entlang der gesamten Lieferkette werden untersucht

Die technischen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen entlang der gesamten Lieferkette – vom Pharmaproduzenten über den Großhandel bis zu Apotheken und Spitälern – werden im Rahmen des Projekts theoretisch und empirisch untersucht. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle. Somit legt dieses Projekt den Grundstein für die Digitalisierung und Automatisierung der Pharmalogistik und in weiterer Folge der allgemeinen Kleingüterlogistik.



 

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