E-Commerce 2021: Thimm: „Händler reagieren au...
E-Commerce 2021

Thimm: „Händler reagieren auf diese Nachfrage“

Inwiefern haben sich Ansprüche und Wünsche der Kunden in Bezug auf den Online-Handel verändert? Gab oder gibt es frische Trends, neue Absatzsegmente? Exklusiv für den packREPORT gewährt Michael Weber, Leiter Corporate Strategie + Marketing der Thimm Gruppe, aufschlussreiche Einblicke.

Wie hat sich aus Sicht von Thimm das E-Commerce-Segment 2021 entwickelt?

Weber: „Wir nehmen 2021 eine positive Entwicklung mit erhöhten Absätzen in allen Segmenten des E-Commerce wahr. Insbesondere in den Bereichen Lebensmittel sowie Drogerie/Beauty ließ sich eine steigende Nachfrage verzeichnen.“

Gab/gibt es neue Trends, neue Absatzsegmente?

Weber: „Wir sehen einen starken Trend bei der Premiumisierung von Versandverpackungen. Händler legen viel Wert auf die Gestaltung beziehungsweise das Branding ihrer Verpackungen und nutzen die gebotene Kommunikationsfläche, um ihre Kunden zum Beispiel mit einer persönlichen Ansprache zu begeistern oder um neue Produkte vorzustellen. Hierfür eignet sich der Innendruck hervorragend: Beim Öffnen der Versandverpackung entsteht beim Kunden ein Wow-Effekt. Beispielsweise ermöglicht es der Digitaldruck dem Händler effizient, individuelle und wechselnde Slogans oder saisonale Kampagnen umzusetzen. In Verbindung mit Komplimenten und Botschaften schafft man eine unvergleichliche Unboxing-Experience.“

Inwiefern haben sich Ansprüche/Wünsche der Kunden verändert (z. B. beim Thema sichere Erstöffnung, Nachhaltigkeit etc.)?

Weber: „Mit der veränderten Sichtweise auf Verpackungen – auch durch den Green Deal und Circular Economy – änderte sich auch die öffentliche Einstellung: Verpackungen werden zunehmend kritisch gesehen und teilweise als entbehrlich beurteilt. Doch der Gesamtblick zeigt, dass Verpackungen bei der Distribution von Waren wichtige Aufgaben erfüllen:

Nachhaltigkeit hat sich als Kaufkriterium etabliert. Umweltbewusste Endverbraucher nehmen nachhaltige Verpackungen noch bewusster wahr. Studien zeigen, dass die Konsumenten im Onlinebereich großen Wert auf vollständig recyclingfähige Verpackungen legen. Händler reagieren auf diese Nachfrage und setzen auf nachhaltige Lösungen, welche letztlich auch vom Endkonsumenten positiv mit der Marke verbunden werden. Unter dem Oberbegriff ‚Plastic Substitution‘ wird die Frage der Materialwahl immer häufiger gestellt und Alternativen zu Kunststoffverpackungen werden gesucht. Wir unterstützen unsere Kunden bei der Umstellung auf papierbasierte und komplett recyclingfähige Lösungen. Beispielsweise können wir mit einer Wellpappe-Verpackung ein Mehrwegprodukt schaffen, indem wir sie retourenfähig machen.

Die Hauptaufgabe besteht darin, Ressourcen effizient einzusetzen und sie damit zu schonen und zu erhalten. Klimaneutralität ist das Ziel: Thimm entwickelt grundsätzlich nachhaltige Verpackungslösungen, die hinsichtlich Ressourcenschutz und Materialverbrauch kontinuierlich optimiert werden. Jede CO2-Quelle wird überprüft und das technische Know-how in diesem Bereich immer weiter ausgebaut. Noch geht es nicht komplett ohne CO2-Emissionen, deshalb bedeutet ‚Klimaneutralität‘ heute noch nicht Null-Emission – auch wenn das auf lange Sicht das Ziel sein muss. Aktuell verstehen Wirtschaft und Wissenschaft unter ‚klimaneutralem Handeln‘ das zielgerichtete Bemühen um Ausgleich (Kompensation), um Denken und Handeln aller Beteiligten in Richtung Klimaschutz und Umweltbewusstsein zu bewegen und immer mehr Schritte in diese Richtung zu machen. Thimm bietet in Zusammenarbeit mit ClimatePartner deshalb vielfältige Optionen, um unvermeidbare CO2-Emissionen bei der Produktion durch Investitionen in Klimaschutzprojekte auszugleichen. In Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden entstehen bei Thimm auf dieser Basis immer mehr klimaneutrale Verpackungslösungen. Das Ziel bleibt dabei fest vor Augen: Je mehr CO2 vorab vermieden bzw. reduziert werden kann, desto weniger CO2 muss später kompensiert werden.“

Wohin geht die Reise 2022? Wie zollt Thimm dieser Entwicklung Rechnung?

Weber: „Wir gehen davon aus, dass sich das Wachstum über alle Produktgruppen im nächsten Jahr fortsetzen wird. Wir reagieren mit dem Ausbau unserer Standorte darauf, um unsere Kapazitäten zu erweitern und unsere Partner in ihrem Wachstum zu unterstützen. In unserem Produktionswerk in Wörrstadt haben wir begonnen, ein neues Klebezentrum aufzubauen. Langfristig entwickelt sich der Standort vom reinen Displayproduzenten zu einem führenden Hersteller für E-Commerce-Verpackungen und warentragenden Verkaufsaufstellern.“

 

Die Thimm Gruppe ist eigenen Angaben zufolge ein führender Lösungsanbieter für Verpackung und Distribution von Waren. Das Lösungsportfolio umfasst Transport- und Verkaufsverpackungen aus Wellpappe, hochwertige Verkaufsaufsteller (Displays), Verpackungssysteme aus Materialkombinationen sowie Druckprodukte für die industrielle Weiterverarbeitung.

 

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