Die PPWR und ihre Auswirkungen auf die Getränkebranche in den nächsten Jahren

Seit dem 12. August 2026 gilt die europäische Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) grundsätzlich unmittelbar in den EU-Mitgliedstaaten. Viele Unternehmen haben sich erst spät mit den Basispflichten wie Konformitätserklärungen auseinandergesetzt. Dabei ist es höchste Zeit, sich eingehend mit allen Aspekten von PPWR zu beschäftigen. Für die Getränkeindustrie sollte spätestens dieser Termin den Start einer mehrjährigen Transformationsphase einläuten: Recyclingfähigkeit, Rezyklateinsatz, Verpackungsminimierung, Wiederverwendung und Nachweispflichten greifen gestaffelt. Wer heute Verpackungsportfolios, Abfülltechnik oder Lieferverträge plant, muss deshalb bereits die Anforderungen von 2030 und darüber hinaus mitdenken.
Wie geht es nach der Konformitätserklärung weiter?
Dank der Aussetzung von Bußgeldern bis Anfang Januar 2027 und der Vorbereitung der Kontrollbehörden, kann man von einem fliegenden Start sprechen und entsprechende Maßnahmen noch in die Wege leiten und sich auf die langfristigen Maßnahmen einstellen, die die PPWR erforderlich macht.
Welche Auswirkungen die PPWR auf die Getränkebranche hat und worauf sich die Getränkeproduzenten in den kommenden Jahren vorbereiten müssen, ordnen die Packaging-Experten von pacoon in einer Keynote auf der BrauBeviale in Nürnberg am 12. November 2026 um 11.30 Uhr auf der Main Stage ein.
„Der erste Schock der Konformitätserklärung ist bis zur BrauBeviale vermutlich schon verdaut. Jetzt gilt es, sich in den kommenden Jahren auf die Anforderungen vorzubereiten, um nicht wieder eine Last-Minute-Aktivität zu entfachen“, so Peter Désilets, Geschäftsführer, pacoon GmbH. Deshalb muss die Frage für Getränkehersteller lauten: Was kann ich jetzt tun, um gut auf die Anforderungen ab 2030 vorbereitet zu sein?
Design for Recycling ab 2030
Die PPWR verfolgt einen klaren Systemwechsel: Verpackungen sollen so gestaltet werden, dass ihre Materialien möglichst hochwertig im Kreislauf geführt werden können. Für 2030 ist vorgesehen, dass Verpackungen die europäischen „Design for Recycling“-Kriterien erfüllen und mindestens eine der Recyclingfähigkeitsklassen A, B oder C erreichen. Ab 2038 steigt die Schwelle auf A oder B. Die konkreten Kriterien und Bewertungsmethoden werden noch durch delegierte Rechtsakte festgelegt.

Für Getränkehersteller besonders relevant: Bei Einweg-Kunststoffgetränkeflaschen sieht die Verordnung einen Mindestanteil an Post-Consumer-Rezyklat von 30 Prozent für 2030 und 65 Prozent für 2040 vor. Parallel verlangt die PPWR ab 2030, Gewicht und Volumen einer Verpackung auf das für ihre Funktion notwendige Minimum zu reduzieren. Damit geraten nicht nur Materialart und Recyclingweg, sondern auch Flaschengewicht, Wandstärken, Verschlüsse, Dekorationen und weitere Komponenten stärker in den Fokus.
Belastbare Stammdaten zu jeder Verpackung
„Wer glaubt, die PPWR ist ein reines Verpackungs- und Materialthema, der hat die Tragweite der Nachweise und des Datenmanagements noch nicht verstanden“, betont Verpackungsexperte Désilets.
Die technische Herausforderung ist nämlich nur eine Seite. Die PPWR macht Verpackung zugleich zum Daten- und Dokumentationsthema. Für die jeweils geltenden Anforderungen sind Konformitätsbewertung, technische Dokumentation und eine EU-Konformitätserklärung vorgesehen. Lieferanten müssen dafür die notwendigen Informationen zu Verpackungen und Materialien bereitstellen. Dafür müssen Unternehmen ihre Rolle im Sinne der PPWR kennen. Sind sie Hersteller, Erzeuger, Importeur, Händler? Oder haben sie mehrere Rollen? Um diese Fragen beantworten zu können, muss man sich umfangreich vorbereiten. Haben Sie sich z.B. schon mit den Details ihrer Transportverpackungen beschäftigt?
Unternehmen benötigen belastbare Stammdaten zu all ihren Verpackungen – je nach Anforderung etwa zu Materialien, Gewichten, Komponenten, Rezyklatanteilen und Recyclingfähigkeit. Bei großen SKU-Portfolios wird schnell deutlich, dass PPWR-Compliance nicht allein in der Verpackungsentwicklung gelöst werden kann. Einkauf, Qualitätssicherung, Nachhaltigkeit, IT, Produktion und Lieferantenmanagement müssen zusammenspielen.
Die BrauBeviale bietet von 10. bis 12. November in Nürnberg die Gelegenheit, mit allen Fragen, die sich rund um PPWR ergeben, direkt mit den Zulieferern und Verpackungsexperten ins Gespräch zu gehen. Nutzen Sie diese Chance und sichern Sie sich jetzt Ihr Ticket: https://www.braubeviale.com/de-DE/tickets/
Quellen:
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX%3A32025R0040&
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/ALL/?uri=CELEX%3A52026XC03084&
https://twenty.blue/news/ppwr-compliance-bis-2026-10-harte-learnings-aus-der-praxis/