Fachpack geht zu Ende
Überraschendes Fest der Verpackungsbranche

30.09.2021 „Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst”, so der einhellige Tenor der Aussteller zum Messeschluss der Fachpack. Und 24.000 Besucher kamen – damit hatte niemand gerechnet.

© Foto: Nürnberg Messe / Thomas Geiger

„Erschöpft, aber glückselig!” so kann man den Gemütszustand von Heike Slotta, Executive Director Exhibitions, Nürnberg Messe, kurz vor Schließung der Messetore beschreiben. Wie ihr ging es vielen auf der Messe. Keiner wusste vorher wie es werden und wie viele Besucher tatsächlich nach Nürnberg kommen würden in diesem außergewöhnlichen, pandemie-geprägten Jahr. Dass es am Ende so viele waren, hat nicht nur die Aussteller, sondern auch die Messeleitung überrascht. Und es zeigt: trotz aller digitaler Möglichkeiten ist ein Live-Event durch nichts zu ersetzen. „Was Besucher an der Fachpack besonders schätzen, sind die ergiebigen Gespräche mit Ausstellern, in denen Ideen entstehen für Lösungen für deren Verpackungsprobleme”, weiß Phillip Blass, Director Fachpack, Nürnberg Messe. Die Fachpack sei einfach eine richtige Arbeitsmesse – und das mache sie so besonders.

Und die Freude über persönliche Begegnungen war überall in den Messehallen zu spüren. Rund 24.000 Fachbesucher nutzten die Chance Antworten auf ihre speziellen Verpackungsfragen bei 788 Ausstellern aus 33 Ländern zu finden. Jeder dritte Fachbesucher reiste aus dem Ausland nach Nürnberg. Der Messezutritt an den Eingängen mit E-Ticket und 3G-Nachweis war unkompliziert und schnell. Das Hygienekonzept hat gegriffen; die entsprechenden Vorschriften wurden von Ausstellern und Besuchern eingehalten.

Gewusel in den Gängen, geschäftiges Treiben an den Messeständen. Beim Streifzug durch die Messehallen und in Gesprächen mit Ausstellern konnte man Sätze aufschnappen wie: „Das Investment hat sich definitiv gelohnt!”, „Wir sind froh, dass wir das Risiko nicht gescheut haben” oder „Die Optimisten unter den Ausstellern wurden belohnt”. Auch das Rahmenprogramm erfreute sich großer Beliebtheit. Rund 9.500 Zuschauer:innen verfolgten die 101 Fachvorträge in den Foren Packbox, Techbox und Innovationsbox. Wer einen Vortrag auf der Messe verpasst hat, kann ihn noch bis Jahresende auf dem digitalen Tool myFachpack anschauen.

Besonders gelobt wurde von Ausstellern die hohe Qualität des Fachpublikums. Die Ergebnisse einer Besucherbefragung durch ein unabhängiges Institut belegen dies: rund 90 Prozent gaben an, in Einkaufs- und Beschaffungsentscheidungen ihres Unternehmens einbezogen zu sein. Rund zwei Drittel der Fachbesucher hätten eine leitende Position, mehr als jeder Fünfte sei in der Geschäftsleitung. Die Besucher kamen vor allem aus den Branchen Lebensmittel und Getränke, Pharma und Medizin, Kosmetik, Chemie, Elektronik und Automotive.

Die Fachpack versteht sich als Wegweiser und möchte der Branche Orientierung bieten. Das neue Leitthema für 2022 - Transition in packaging - widmet sich deshalb den starken Strömungen, die derzeit auf die Verpackungsindustrie einwirken. Nicht nur der Gesetzgeber, sondern auch die Verbraucher fordern Nachhaltigkeit – und das verändert die Branche tiefgreifend. Themen wie Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und E-Commerce schließen sich an. COVID 19 hat den Produktschutz unter Hygienegesichtspunkten in den Fokus gerückt. Und zudem Bereiche wie Online-Shopping und Home Deliveries noch mehr wachsen lassen. Welches Einkaufsverhalten werden Verbraucher in Zukunft zeigen? All diese Themen sind für die Verpackungsindustrie nicht nur eine Aufgabe, sie bieten auch eine große Chance zur Veränderung.

Die nächste Fachpack findet turnusgemäß vom 27. bis 29. September 2022 im Messezentrum Nürnberg statt.

Ein ganz persönliches Fazit von packREPORT-Redakteur Matthias Laux und Kollege Martin Hirschmann zur Fachpack 2021 finden Sie hier.

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