Deutscher Verpackungskongress 2022
Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Recycling

23.05.2022 Der 17. Deutsche Verpackungskongress fand unter dem Motto „Die Verpackung als Pionier ‐ bei der Transformation zur Kreislaufwirtschaft“ erneut als Onlineveranstaltung statt.

Deutscher Verpackungskongress: „Pickepackevolles Programm.“
© Foto: dvi
Deutscher Verpackungskongress: „Pickepackevolles Programm.“

Mehr als 300 Teilnehmer profitierten  auf  dem vom Deutschen Verpackungsinstitut e. V. (dvi) veranstalteten „Gipfeltreffen der Branche“ am 17. und 18. Mai 2022 von fundierten  Einblicken zu aktuellen regulatorischen Aktivitäten von EU und Bundesregierung sowie zu konkreten  Strategien  und  Best  Practice  Beispielen  bei  der  erfolgreichen  und  konformen  Umsetzung  einer  Kreislaufwirtschaft  der  Verpackung.  Darüber  hinaus  bot  das  dvi  den Teilnehmern in zwei hochaktuellen Vorträgen Orientierung und Unterstützung angesichts der  Unsicherheiten  und  Herausforderungen  im  Zusammenhang  mit  steigenden  Energie‐ und Rohstoffpreisen sowie den Schwierigkeiten der Lieferketten.

Der 17. Deutsche Verpackungskongress fand unter dem Motto „Die Verpackung als Pionier ‐ bei der Transformation  zur  Kreislaufwirtschaft“  erneut  als  Onlineveranstaltung  statt.  dvi‐Geschäftsführerin Kim  Cheng  zog  ein  positives  Fazit.  „Wir  hatten  ein pickepackevolles Programm mit einer wirklich erstklassigen Riege von Experten. Ich denke, unsere Teilnehmer  konnten  eine  Menge  mitnehmen.  Das  gilt  nicht  nur  in  Bezug  auf  die andauernden  Herausforderungen  im  Bereich  Nachhaltigkeit  und  den  dadurch  bedingten ‚Tsunami‘  regulatorischer  Aktivitäten.  Wir  haben  auch  den  Themenkomplex  VUCA,  also Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity angesichts von Corona und dem Krieg in der Ukraine, beleuchtet. Am Ende war es ein sehr fundierter, umfassender und gleichzeitig praxisorientierter Parforceritt  durch  die entscheidenden  Themen  der  Branche. Ich  denke, viele unserer Teilnehmer werden auf das Angebot zurückgreifen, sich die Vorträge und die entsprechenden Folien im Nachgang erneut anzuschauen“, so Cheng.

Der erste Kongresstag

Der erste Kongresstag stand unter der Überschrift „Die Verpackung im Licht von Zirkularität und Klimaschutz“.  Der Globalisierungsgestalter Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Franz‐Josef Radermacher rückte gewohnte Betrachtungsweisen ein Stück weit zurecht, indem er der Verpackung andere, zentrale und unverzichtbare Aufgaben zuschrieb, als das Klima zu retten. 

Die  UBA‐Fachbereichsleiterin  Dr.  Bettina  Rechenberg  machte  klar,  dass  an Mehrweg  und Recyclingfähigkeit kein Weg vorbeiführe. Darüber hinaus gab sie Einblicke in zukünftige Pläne der Regulierer rund um die Kreislaufwirtschaft. 

Mit Bernd Büsing, Corporate Packaging Lead von Nestlé Deutschland AG, Dr. Stefan Kunerth, Technical  Operation  Director  West  Europe  der  Coca‐Cola  GmbH,  und  Gabriele  Hässig, Geschäftsführerin  Kommunikation  und  Nachhaltigkeit  bei  der  Procter  &  Gamble  Service GmbH, ging der Kongress dann in die Kombination aus umfassender Strategie und konkretem Best Practice für die Verpackung ‐ mit klaren Worten und spannenden Einblicken. Klar wurde dabei neben der hohen Bedeutung von Innovation, der Notwendigkeit für ein Denken ohne Schranken,  dem  zentralen  Faktor  einer  partnerschaftlichen  Zusammenarbeit  in  der Wertschöpfungskette und der zentralen Rolle des Verbrauchers vor allem, dass der Wandel im vollen Gange ist und bereits jetzt substanzielle Strategien und Lösungen hervorgebracht hat.

Der zweite Kongresstag

Der  zweite  Tag  des  Verpackungskongresses  stand  unter  der  Überschrift  „Aktuelle Herausforderungen. Lösungsansätze und Strategien“. Neben dem Fokus auf die vielfältigen europäischen und nationalen Aktivitäten der Regulierer hatte das dvi aufgrund der aktuellen Lage auch die Themen Energie, Rohstoffe und Lieferketten in das Programm aufgenommen. 

Francesca  Stevens,  Managing  Director  der  European  Organization  for  Packaging  and  the Environment  (EUROPEN),  gab  den  Kongressteilnehmern  in  ihrem  Vortrag  einen  aktuellen Überblick zu den vielfältigen regulatorischen Aktivitäten der EU im Bereich Verpackung und thematisierte entscheidende Knackpunkte. 

Kai  Klicker‐Brunner,  Head  of  Policy  &  Government  Affair  von  PepsiCo  DACH,  stellte  die Eckpfeiler der Nachhaltigkeitsstrategie seines Unternehmens vor, gab Einblicke in Bewertung und  Beschaffung  von  rPet  und  formulierte  zentrale  Anforderungen  für  eine  gelingende Kreislaufwirtschaft der Verpackung an die Regulierer.

Dr.  Matthias  Klein,  Referent  im  Bundesministerium  für  Umwelt,  Naturschutz,  nukleare Sicherheit  und  Verbraucherschutz,  behandelte  in  seinem  Vortag  die  Umsetzung  der erweiterten Produktverantwortung (EPR) in Deutschland, die Anpassung durch die Novelle des  Verpackungsgesetzes,  neue  Entwicklung  sowie  den  Status  quo  bei Einwegkunststofffondsgesetz und Litteringfonds.

VUCA

Den letzten Block des zweiten Kongresstages leitete Winfried Batzke, Geschäftsführer des dvi, mit den Worten ein, bislang sei es darum gegangen, wie die Welt bis vor kurzem tickte. Mit Corona  und  Ukrainekrieg  sehe  man  sich  jetzt  einer  völligen  Nichtplanbarkeit  und Unsicherheit  entlang  der  gesamten  Kette  ausgesetzt.  Der  Krieg  habe  latent  ohnehin vorliegende Probleme zusätzlich stark verstärkt. Eric Heymann, Director/Senior Economist der Deutsche Bank AG, zeichnete den Teilnehmern in der Folge ein Bild der Konjunktur und der konjunkturellen Erwartungen nach dem Impact von Coronapandemie und Krieg in der Ukraine. Im Zentrum standen die Herausforderungen rund  um  Energie,  Rohstoffe  und  Lieferketten  ‐  und  die  Einstimmung  auf  anhaltende strukturelle Herausforderungen.

Auf  in  eine  resilientere  Unternehmenszukunft!  Jenny  Walther‐Thoß,  Senior  Consultant Sustainability  bei  Berndt+Partner  Consultants,  konnte  in  ihrem Vortrag  leider  keine  Silver Bullet  präsentieren,  die  alle  Probleme  löst.  Aber  sie  gab  den  Teilnehmern  sehr  konkret Strategien und Herangehensweisen an die Hand, mit denen sich Engpässe und Störungen in der Lieferkette und bei der Rohstoffbeschaffung besser kontern und abfangen lassen.



 

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