Biofach/Vivaness 2022
„Unverpackt-Branche leidet unter den Auswirkungen der Pandemie“

25.05.2022 Verbraucher achteten zunehmend auf die Verpackung und auch politisch werden nach und nach Rahmenbedingungen geschaffen.

Thematik Verpackung: „Hohe Relevanz auf beiden Fachmessen.“
© Foto: NürnbergMesse
Thematik Verpackung: „Hohe Relevanz auf beiden Fachmessen.“

Sowohl auf der Biofach als auch auf der Vivaness 2022 in Nürnberg entdecken Besucher dieses Jahr vom 26. – 29. Juli zur einmaligen Summer Edition über 60 Aussteller, die sich intensiv mit der Herausforderung Verpackung beziehungsweise „unverpackt“ auseinandergesetzt haben und nachhaltige Lösungen vorstellen. Auch auf dem Kongress findet das Thema statt und zu beiden Messen werden Themen-Rundgänge angeboten. Dies teilt die NürnbergMesse GmbH mit.

Empfehlenswerte Kongress-Veranstaltungen der Biofach, Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, und der Vivaness, Internationale Fachmesse für Naturkosmetik, beleuchten die Komplexität und Bandbreite der Diskussion aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Zum Beispiel tauschten sich Experten zu den Themen „Mehrweg im Biohandel“ oder „Wertschöpfungsketten des Unverpackt-Handels“ aus.

Themenbereich Unverpackt mit Angeboten rund um Zero Waste

In Halle 8 präsentiert der Angebotsbereich Unverpackt die steigende Relevanz der Thematik. Die Partner des gebündelten Bereichs – die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), der Unverpackt e.V., der Verband der Unverpackt-Läden in Deutschland und der deutschsprachigen EU, sowie Großhandel und Produzent Bananeira – zeigten gemeinsam, wie unverpacktes Einkaufen und gemeinwohlorientiertes Wirtschaften funktioniert und stetig weiterentwickelt wird, heißt es seitens der NürnbergMesse GmbH.

Die Gestaltung des Messestandes spiegelt den engen Austausch aller Akteure wieder und in verschiedenen Szenen werden Einblicke in die Unverpackt-Lieferkette gegeben – von der Lagersituation bis hin zur POS-Gestaltung. Laut des Unverpackt e.V. stünde das „Konzept Unverpackt“ seit der Entstehung für eine starke Zusammenarbeit zwischen Läden, Wirtschaft und Forschung. Längst hätten die Kooperationspartner funktionierende Lieferketten und Pfandsysteme etabliert, die bewiesen, dass „unverpackt“ auch logistisch umsetzbar sei. Es werde zudem mit der Forschung stetig daran gearbeitet, diese Prozesse zu optimieren und noch mehr Müll zu vermeiden. „Unverpackte Lebensmittel verlieren aufgrund der andauernden Müllproblematik weiterhin nicht an Relevanz. Die Unverpackt-Branche in Deutschland hat sich etabliert, leidet jedoch unter den Auswirkungen der Pandemie und der weltpolitischen Situation. Wir sind Zulieferer von fast allen Unverpackt-Läden in Deutschland und spüren den Rückgang der Absatzmengen“, fasst Jonas Schmidle, Geschäftsführer der Bananeira GmbH & Co. KG, zusammen. „Doch wir bleiben positiv und produktiv. Wir rücken enger zusammen, um gemeinsam mit den Unverpackt-Läden die Krise zu überwinden. So intensivieren wir derzeit die Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden, um mit ihnen Hand in Hand die Krise zu überwinden. Auch ein neues Projekt zum Thema 100 % Deutsche Bio-Landwirtschaft soll perspektivisch die regionalen Strukturen der unverpackten Biobranche stärken“, blickt Schmidle in die nahe Zukunft.

Hohe Relevanz auf beiden Fachmessen

Insgesamt 54 Biofach-Aussteller und zehn Vivaness-Aussteller haben bei der Anmeldung darauf hingewiesen, dass die Thematik Verpackung bei ihrem diesjährigen Stand eine wichtige Rolle spielt. Da die Vivaness aufgrund der Einrichtung einer Notunterkunft für ukrainische Geflüchtete in der Halle 3C diesen Sommer in Halle 8 und 9 zu finden ist, rücken die Messen näher zusammen. Wer sich für nachhaltige Verpackungen oder Unverpackt-Konzepte interessiert und sich rundum informieren möchte, profitiert also von den kurzen Laufwegen. Weiterhin empfiehlt es sich, an den Rundgängen zum Thema Nachhaltigkeit in der Verpackungsbranche am Neuheitenstand teilzunehmen (Termin folgt).

Verbraucher achteten zunehmend auf die Verpackung und auch politisch werden nach und nach Rahmenbedingungen geschaffen. Florian Pachaly, Gründer und Geschäftsführer Recup/Rebowl, führt aus: „Die ab 2023 für die Gastronomie geltende Mehrwegangebotspflicht hat komplett neue Grundlagen für den Diskurs rund um Mehrweg/Einweg geschaffen. Unsere Aufgabe als Anbieter ist es nun, die Gastronomie optimal auf dieses Gesetz vorzubereiten. Und wir freuen uns sehr auf diese Herausforderung, denn mit den deutschlandweit über 11.500 Partnerstellen unseres Recup/Rebowl-Mehrwegsystems, zeigen wir bereits heute, dass Mehrweg zum neuen Standard werden kann. Erst wenn die Wiederverwendung über dem Wegwerfen steht, hat unserer Umwelt die Chance, dass es rund läuft.“

Einen großen Unterschied in der Verpackungsbewegung macht das Bewusstsein der Hersteller: Sie sind Entscheider für – oder gegen – die Verpackung in der Lieferkette, der Verarbeitung und der Logistik. Dessen sind sich Markenverantwortliche bewusst und setzen auf unkonventionelle Lösungen und neue Materialien. „Nicht immer kann auf die Verpackung verzichtet werden, weil diese oft funktionelle Eigenschaften aufweist, wie zum Beispiel eine Isolierverpackung. Dann sollten Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen eingesetzt werden. Es muss nicht immer Papier sein. Bei Landpack verarbeiten wir beispielsweise Stroh zu kompostierbaren Isolierverpackungen“, erklärt Patricia Eschenlohr, Gründerin & CMO von Landpack.





 

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