WWF-Report
Kunststoffauswirkungen in ESG-Bewertungen integrieren

22.03.2021 Wie können Unternehmen Kunststoffe in die ökologische, soziale und unternehmensführungsbezogene Leistungsbewertung (ESG) integrieren? Eine Anleitung dazu hat die Umweltschutzorganisation WWF in einem Report veröffentlicht.

Mit einem Report will der WWF Unternehmen Hilfe bei der Integration von Kunststoffauswirkungen in ESG-Bewertungen bieten.
© Foto: WWF/Yunaidi Joepoet
Mit einem Report will der WWF Unternehmen Hilfe bei der Integration von Kunststoffauswirkungen in ESG-Bewertungen bieten.

Der Report „Integration of plastics impact evaluation into ESG assessments“ richtet sich in erster Linie an ESG-Datenanbieter und soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre Berichterstattung und Transparenz in Bezug auf die Verwendung von Kunststoffen und deren Auswirkungen zu verbessern.

„Anbieter von ESG-Daten haben die finanziellen Auswirkungen des Umgangs mit Plastikmaterialien auf Unternehmen erkannt", sagt Andrea Dreifke-Pieper, Direktorin der International Economy Unit beim WWF. Der Mangel an verlässlichen und vergleichbaren Unternehmensdaten erschwere jedoch eine objektive Bewertung der Kunststoff-Performance eines Unternehmens. Mit dem Report wolle der WWF daher eine konkrete Anleitung bieten, wie die Einschätzung der Auswirkungen von Kunststoffen effektiv in ESG-Bewertungen integriert werden kann.

Der Bericht skizziert, wie relevante Leistungsindikatoren für Kunststoffe entwickelt und in bestehende ESG-Analyserahmen integriert werden können. Berücksichtigt wird dabei, wo sich Unternehmen in der Kunststoff-Wertschöpfungskette befinden, welche Maßnahmen zur Kunststoff-Reduktion getroffen werden und welche Bereitschaft für Veränderungen vorliegt.

"Durch das Setzen von Standards für die Bewertung von Plastikauswirkungen in ESG-Analysen können ESG-Dienstleister verstärktes Berichten und Handeln von Seiten der Unternehmen fördern", erklärt Dreifke-Pieper. Langfristig solle dies dann in eine verpflichtende standardisierte Berichterstattung und volle Transparenz über den Kunststoff-Fußabdruck von Unternehmen überführt werden.

Unternehmen stehen laut WWF vermehrt unter Druck, relevante Informationen zu Kunststoffnutzung und -management für Investoren und Regulierungsbehörden offenzulegen. Anhand von Interviews mit ESG-Analysten sowie Investoren zeigt der Report, dass die Bewertung von Kunststoffauswirkungen aktuell begrenzt ist. Während einzelne Anbieter von ESG-Daten laut WWF bereits über Aspekte der Kunststoffauswirkungen von Unternehmen berichten, sei es für viele Datenanbieter ein neuer Arbeitsbereich. Die daraus resultierende mangelnde Vergleichbarkeit verschiedener ESG-Ratings erschwere es Investoren, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Weitere Informationen beim WWF.

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