HPV
Löhne und Gehälter steigen um 2,4 Prozent

27.04.2022 Ab dem 1. Mai 2022 steigen die Löhne und Gehälter der Beschäftigten in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie um 2,4 Prozent.

© Foto: Imago-images/Martina Raedlein

Dies ist die zweite Stufe des im letzten Jahr ausgehandelten Tarifabschlusses, teilte der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) mit. Bereits zum 1. Mai 2021 waren die Entgelte um 1,5 Prozent gestiegen.

„Unsere Beschäftigten in der Papier- und Kunststoffverarbeitung profitieren mit der aktuellen Entgelterhöhung von der Verlässlichkeit der Arbeitgeber. Mit der Anhebung der Löhne stehen die Unternehmen unserer Branche zum Tarifabschluss und halten Wort. Dies ist für uns auf der einen Seite selbstverständlich, muss aber auch unbedingt vor dem Hintergrund vieler wirtschaftlicher Herausforderungen und tatsächlicher Gefahren bewertet werden, die in dieser Form zum Zeitpunkt des Abschlusses undenkbar bzw. unvorhersehbar waren“, sagte HPV-Präsident Jürgen Peschel. Die Entgelte sind damit in den letzten zehn Jahren um rund 26 Prozent gestiegen. Auch wenn die aktuelle Inflation hoch ist, bleibt durch die sehr gute Lohnentwicklung und die gleichzeitig moderate Entwicklung der Teuerung im letzten Jahrzehnt immer noch ein gutes Plus für die Beschäftigten übrig.

Peschel verwies zudem auf die faire Bezahlung im Rahmen einer stabilen Arbeitsplatzsituation: „Wer die aktuellen Wirtschaftsnachrichten verfolgt, kann sich ausrechnen, dass sich besonders die Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitende Industrie in einer äußerst schwierigen wirtschaftlichen Lage befindet. Die Papierpreise sind explodiert und bei den Energiepreisen schaut es nicht anders aus – der Krieg in der Ukraine und die andauernde pandemische Lage sorgen für weitere Unsicherheiten. Vor diesem Hintergrund ist es keineswegs selbstverständlich, dass die Arbeitsplätze in dieser Form stabil sind. Die Arbeitgeber stehen zu ihrer Verantwortung für ihre Beschäftigen, dies kann und darf allerdings keine einseitige Ausrichtung sein“, betonte der HPV-Präsident. „Letztendlich sind nur betriebswirtschaftlich gesunde Unternehmen in der Lage, sichere Arbeitsplätze anzubieten. Kommen externe Faktoren hinzu, die dies gefährden, ist ein Schulterschluss von Unternehmen und Beschäftigten gefragt.“

Der Tarifvertrag läuft noch bis zum 31. Januar 2023. In der Papier- und Kunststoffverarbeitung sind zur Zeit rund 100.000 Mitarbeiter in circa 600 Betrieben beschäftigt.

stats