Geschäftsjahr 2020
Sick meldet starke Zuwächse in der Logistikautomation

21.04.2021 Das Sensorunternehmen Sick hat im Geschäftsjahr 2020 ein stabiles Ergebnis erzielt. Trotz Umsatzrückgang von 2,9 Prozent übertraf der Konzern die Umsatzentwicklung der deutschen Maschinenbauindustrie, die der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau mit einem Produktionswachstum von minus 14 Prozent für 2020 prognostiziert hatte.

Sick erreichte im Geschäftsjahr 2020 einen Abschluss nahezu auf Vorjahresniveau.
© Foto: Sick
Sick erreichte im Geschäftsjahr 2020 einen Abschluss nahezu auf Vorjahresniveau.

Wie Sick mitteilte, sank der Umsatz im Jahr 2020 auf 1.700,2 Millionen Euro (2019: 1.750,7 Millionen Euro). Die Nachfrage nach Sensorlösungen blieb im Geschäftsjahr 2020 aber weiterhin hoch und brachte einen Auftragseingang von 1.726,4 Millionen Euro. 2019 waren es 1.774,1 Millionen Euro. Im Krisenjahr stieg die weltweite Beschäftigtenzahl um 2,2 Prozent auf 10.433 Mitarbeitende.

Auch Sick war im Geschäftsjahr 2020 von den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Nachdem im Frühjahr der Absatz durch Lockdowns in vielen Ländern und davon betroffenen Branchen erheblich zurückgegangen war, erholte sich der Umsatz in der zweiten Jahreshälfte 2020, teilte das Unternehmen mit. Die Umsatzentwicklung habe die Prognosen zu Pandemiebeginn übertroffen und bescherte Sick insgesamt ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis. „Den Auswirkungen der Pandemie zum Trotz haben wir ein stabiles Ergebnis erreicht, das wir vor allem dem besonderen Einsatz unserer Beschäftigten verdanken“, sagt Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender Sick. Dem Auftragsrückgang in der ersten Jahreshälfte 2020 sei man mit schnellen Anpassungen der Kosten und Investitionen begegnet.

Das Ebit erhöhte sich um 5,8 Prozent auf 140,6 Millionen Euro. Im Jahr 2019 lag die Ebit-Marge bei 7,6 Prozent. Mit Ausnahme der Konzernumsatzerlöse hat Sick seine prognostizierten Ziele im Geschäftsjahr 2020 erreicht. Das Unternehmen investierte rund 11,8 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. 201,1 Millionen Euro wurden in die Entwicklung von sensorbasierten Anwendungen investiert. Sick erhöhte außerdem die Anzahl der Beschäftigten im Bereich Forschung und Entwicklung planmäßig auf 1.367.

Hohe Nachfrage nach Sensorlösungen für Logistikautomation

Laut Unternehmen hat sich die Nachfrage nach Sensorikprodukten und -anwendungen im Jahresverlauf in den Geschäftsfeldern mit unterschiedlicher Intensität entwickelt – im Bereich der Logistikautomation besonders positiv. Die Nettoerlöse in diesem Bereich stiegen von 505,1 auf 546,9 Millionen Euro - ein Wachstum von acht Prozent. Die breite Branchenaufstellung des Konzerns habe konjunkturelle Schwächen einzelner Zielbranchen ausgleichen können. Zudem habe die internationale Ausrichtung des Unternehmens es ermöglicht, Lockdowns in einzelnen Regionen zu überbrücken und den Umsatz durch Vertriebsaktivitäten in Wachstumsregionen annähernd auf Vorjahresniveau zu halten.

Im Heimatmarkt Deutschland beeinflusste die Investitionszurückhaltung der Unternehmen im Bereich der Fabrikautomation die Umsatzentwicklung, wodurch der Umsatz mit 283,9 Millionen Euro 10,1 Prozent unter dem Vorjahr blieb. Die Vertriebsregion Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) war laut Sick ebenfalls stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen und erreichte mit einem Umsatz von 601,4 Millionen Euro nicht die Prognose. Der Umsatzrückgang von 6,7 Prozent ergab sich insbesondere in den Ländern Italien, Frankreich und Tschechien. Deutlich stabiler verlief das Geschäftsjahr in Nord-, Mittel- und Südamerika (Americas). Mit 387,3 Millionen Euro betrug das Umsatzwachstum 1,9 Prozent und war insbesondere durch eine hohe Nachfrage im Bereich der Logistikautomation in Nordamerika geprägt. Ebenfalls positiv verlief das Wachstum in der Region Asien-Pazifik, wo mit 427,6 Millionen Euro ein Umsatzplus von 4,3 Prozent erreicht wurde. Insbesondere in China hat die Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr deutlich an Dynamik gewonnen. Die Währungseffekte hatten im Geschäftsjahr 2020 einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Konzernumsatzes. Bei Annahme unveränderter Durchschnittskurse zum Vorjahr hätte sich ein Rückgang der Umsatzerlöse von nur rund 0,9 Prozent ergeben.

Sensorlösungen für die digitale Transformation

Mit Sick AppSpace und Sick IntegrationSpace baute das Unternehmen sein digitales Lösungsportfolio im Jahr 2020 aus, um die vertikale Datenintegration vom Sensor bis in die Cloud zu ermöglichen. Sick legte einen Fokus auf digitale Applikationen, um beispielsweise künstliche Intelligenz auch ohne Programmierkenntnisse zugänglich zu machen.

Daneben stieg Sick in die Quantensensorik ein. Gemeinsam mit der Trumpf-Tochtergesellschaft Q.ant hat das Unternehmen den ersten industriellen Quantensensor entwickelt. Laut Bauer verläuft die Entwicklung gut und erste Testinstallationen bei Pilotkunden sind für Ende des Jahres 2021/Anfang des Jahres 2022 geplant.

Nachhaltige Unternehmensführung

Im Geschäftsjahr 2020 hat Sick zudem eine neue Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet, die sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientiert. Der Einsatz für die Umwelt habe schon Firmengründer Erwin Sick am Herzen gelegen, so das Unternehmen. 1956 entwickelte dieser das erste Rauchgasdichtemessgerät zur Verminderung von Luftverschmutzung.

Ausblick auf das Jahr 2021

Im September seht bei Sick das 75-jährige Firmenjubiläum an, bei dem unter anderem Erwin Sick geehrt und die Entwicklung von Opto-Elektronik und Automatisierung bis zur digitalen Transformation nachgezeichnet werden soll.

Die weitere Prognose für das Geschäftsjahr 2021 werde noch erheblich durch die anhaltende Corona-Pandemie und Störfaktoren in der Weltwirtschaft erschwert, so Markus Vatter, Vorstandsmitglied Sick und verantwortlich für Controlling, Finanzen und IT. Es sei jedoch in den kommenden Jahren mit Nachholeffekten zu rechnen, die sich bereits in positiven Auftragseingängen im ersten Quartal 2021 bemerkbar machten. Zudem nehme die Bedeutung und Entwicklungsgeschwindigkeit der Digitalisierung weiter zu, für die die Sensorlösungen von Sick wesentlich seien. Für den Konzernumsatz rechnet das Unternehmen mit einem Anstieg im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

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