Geschäftsjahr 2020
Pilz steuert unbeirrt durch die Krise

06.05.2021 Das Automatisierungsunternehmen Pilz hat im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 286,2 Millionen Euro erzielt. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 11,3 Prozent. Exportanteil und F&E-Quote stiegen jedoch.

Das Automatisierungsunternehmen Pilz schaut positiv auf die Zukunft und investiert dafür unter anderem in Aus- und Weiterbildung.
© Foto: Pilz
Das Automatisierungsunternehmen Pilz schaut positiv auf die Zukunft und investiert dafür unter anderem in Aus- und Weiterbildung.

Der Umsatzrückgang liegt vor allem in der Corona-Pandemie begründet: „Unsere Geschäftstätigkeit im letzten Jahr war insbesondere durch die durch Corona hervorgerufenen Krisen bestimmt“, erklärt Susanne Kunschert, geschäftsführende Gesellschafterin von Pilz. Das Jahr 2020 habe sowohl dem Unternehmen als auch den Mitarbeitern sehr viel abverlangt. Nach einem guten Start für Pilz im ersten Quartal 2020 habe der Corona-Lockdown ab Ende März weiterhin einen deutlichen Rückgang der Bestellungen gebracht. Erst im Herbst setzte dann laut Kunschert eine Stabilisierung der Auftragseingänge ein. Der Rückgang wirkte sich in allen Produktbereichen aus – von der Steuerungs- und Antriebstechnik, über die Sensorik bis hin zur Sparte Bedienen und Beobachten.

Neben dem Umsatz sank auch die Mitarbeiterzahl: Weltweit betrachtet, betrug sie zum Stichtag 31. Dezember 2020 2.440 Personen und ist damit um 4,2 Prozent gesunken. In Deutschland ging die Mitarbeiterzahl um 3,4 Prozent zurück: von 1.128 auf 1.091. Dieser Rückgang basiert laut Unternehmen ausschließlich auf Rentenabgängen und natürlicher Fluktuation. Betriebsbedingte Kündigungen im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise konnte Pilz vermeiden. Seine Ausbildungsaktivitäten führte Pilz wie geplant fort: Alle Auszubildenden wurden nach Ende ihrer Ausbildung übernommen. 16 neue Azubis sind bei Pilz 2020 ins Berufsleben gestartet.

Positive Zahlen meldet Pilz aufgrund verstärkter weltweiter Marketing- und Vertriebsaktivitäten: So konnte das Unternehmen seinen Exportanteil weiter steigern. Dieser liegt nun bei 75,2 Prozent und somit 0,9 Prozentpunkte über 2019. Vertriebs- und Umsatzsteigerungen erzielte Pilz beispielsweise auf dem asiatischen oder dem amerikanischen Kontinent. „Wir konnten in einigen Ländern die größten Aufträge in der Geschichte der jeweiligen Landesgesellschaft gewinnen“, sagt Kunschert. Dabei ging es beispielsweise auch um die sicherheitstechnische Umrüstung von bestehenden Anlagen für die Produktion von Corona-Masken.

Forschung und Entwicklung bleibt investitionsstark

Innovationen bleiben für Pilz wichtig: Im Jahr 2020 hielt das Unternehmen seine F&E-Quote weiter bei über 21 Prozent. Unter Innovationen fällt auch die Markteinführung des Sicherheitsschaltgerätes MyPnoz Anfang des Jahres 2021. Auf Basis eines durchgängigen digitalen Konzeptes kann Pilz mit diesem Produkt sichere Lösungen anbieten, die nach kundenspezifischen Anforderungen individuell in Losgröße 1 gebaut werden – im Sinne von Industrie 4.0. Für den Anwender bietet MyPnoz ein neues digitales Format mit Blick auf Auswahl und Konfiguration, Bestellung sowie Installation von Industriekomponenten. Eine offizielle Bestätigung habe das Produkt kurz nach seiner Vorstellung erfahren, so das Unternehmen: Im Rahmen der virtuellen Hannover Messe 2021 war MyPnoz als einer von drei Finalisten für den Hermes Award, den „Industrie-Oscar“, nominiert.

Auf das laufende Jahr 2021 blickt Kunschert positiv: Auch wenn sich die Auftragslage in den letzten Monaten stabilisiert habe, blieben aufgrund der Corona-Pandemie genauere wirtschaftliche Prognosen für 2021 schwierig. „Dennoch blicke ich voller Zuversicht und kraftvoll auf 2021“, so Kunschert. „Ich bin voller Vertrauen, dass wir das Jahr gut meistern.“

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