Geschäftsjahr 2020
Herma verzeichnet Umsatzwachstum

30.03.2021 Trotz Corona-Jahr 2020 steigerte der Etikettier-Spezialist Herma den Umsatz. Das Geschäft mit Haftmaterial, Etiketten und Etikettiermaschinen wuchs um rund fünf Prozent, teilte das Unternehmen mit.

Die Herma-Geschäftsführer Sven Schneller (links) und Guido Spachtholz.
© Foto: Herma
Die Herma-Geschäftsführer Sven Schneller (links) und Guido Spachtholz.


Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz bei Herma damit von 364,4 Millionen Euro auf jetzt 380,8 Millionen Euro. „Dieses Ergebnis zu erzielen unter den Bedingungen umfassender Hygienekonzepte in der Produktion einerseits und weitgehender Homeoffice-Tätigkeit andererseits, war nur möglich, weil die Mitarbeiter sehr umsichtig, hochflexibel und äußerst engagiert arbeiteten“, sagt Herma-Geschäftsführer Sven Schneller. So sei das Unternehmen das ganze Jahr über voll produktions- und lieferfähig geblieben. Hohe Abschreibungen, die aus den jüngsten Investitionen in zwei neue Produktionsstätten resultieren, hätten das Ergebnis, wie schon im Vorjahr, erneut unter Druck gesetzt. „Alles in allem sind wir angesichts der Umstände jedoch zufrieden", so Schneller. Es zahle sich aus, dass man eine Strategie des profitablen, organischen Wachstums verfolge.

Da die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie weltweit noch nicht in Gänze abzuschätzen und auch die Auswirkungen des Brexit-Deals noch unklar seien, plane Herma für das laufende Jahr überaus vorsichtig. „Es gilt nun, alle Kräfte zu bündeln, um den guten Umsatz von 2020 zu bestätigen und ein Plus im niedrigen einstelligen Bereich zu erzielen", sagt Schneller. Umsatz und Auftragseingang in den ersten beiden Monaten des laufenden Geschäftsjahres deuteten darauf hin, dass das ambitioniert, aber machbar sei. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im Jahresverlauf von 1.097 auf jetzt 1.106 leicht an. Die Exportquote stieg auf 62,8 Prozent an (im Vorjahr 61 Prozent). 

Stabile Lage in den Geschäftsbereichen

Der Geschäftsbereich Haftmaterial profitierte stark von dem im Frühjahr 2020 in Betrieb genommenen neuen Beschichtungswerk in Filderstadt. So konnte Herma Kundenaufträge auf zwei autonome Produktionsstätten verteilen und damit Hygienekonzepte umsetzen. Eine Steigerung von 223,7 auf 241,1 Millionen Euro bedeutete ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das neue Werk eröffnet uns aber auch für die Zukunft beste Chancen, noch weiter in besonders lukrativen Produktbereichen zu expandieren“, erläutert Guido Spachtholz. Er hatte zu Beginn des Jahres 2021 seine Tätigkeit als nachfolgender Herma-Geschäftsführer für Thomas Baumgärtner aufgenommen, der nach 16 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand ging.

Die Entwicklung im Geschäftsbereich Etiketten, wo der Umsatz von 84,5 auf 82,6 Millionen Euro leicht zurückging, war gekennzeichnet von unterschiedlichen Tendenzen. Lockdowns im Handel sowie die Verlagerung von Tätigkeiten ins Homeoffice reduzierten den Absatz von Büro-Etiketten in ganz Europa. „Dafür lief das Geschäft mit Schulprodukten hervorragend, auch dank zielgenauer Online-Aktivitäten“, führt Schneller aus. Produktionsstillstände in ohnehin konjunktursensiblen Branchen wie Automobil und Chemie verringerten den Bedarf an Industrieetiketten.

Aufgrund seiner Pharma-Kompetenz konnte sich auch der Geschäftsbereich Etikettiermaschinen positiv abkoppeln von der allgemein rückläufigen Entwicklung im deutschen Maschinenbau und um zwei Prozent zulegen: Der Umsatz stieg von 52,2 auf 53,3 Millionen Euro. Zufrieden zeigte sich Schneller auch, dass es trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds gelungen sei, die Weichen für die Klimaneutralität des Unternehmens zu stellen. „2021 werden wir Haftmaterial, Etiketten und Etikettiermaschinen produzieren, ohne einen CO2-Fußabdruck zu hinterlassen. Es ist ein großes Anliegen der Eigentümer, dass wir beim Thema Klimaschutz weiter konsequent handeln. Impfen wird die Pandemie hoffentlich bald beenden – beim Klimaschutz kommt es dagegen darauf an, dass wir alle unser Verhalten dauerhaft hinterfragen und kontinuierlich anpassen", so Schneller.

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