Druckmaschinenhersteller
Koenig & Bauer macht mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz

26.02.2021 1.029 Millionen Euro hat der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer im Jahr 2020 erzielt. Dies teilte das Unternehmen anhand vorläufiger Zahlen mit. Das Ebit beläuft sich auf –68 Millionen Euro.

Koenig & Bauer erreicht 2020 mehr als 1 Euro Umsatz. Für das Jahr 2021 erwartet der Konzern ein leichtes organisches Umsatzwachstum und ausgeglichenes Ebit.
© Foto: Koenig & Bauer
Koenig & Bauer erreicht 2020 mehr als 1 Euro Umsatz. Für das Jahr 2021 erwartet der Konzern ein leichtes organisches Umsatzwachstum und ausgeglichenes Ebit.

Bereinigt um Sondereffekte liegt das vorläufige Konzern-Ebit bei –19 Millionen Euro. Die Zahlen sind noch nicht testiert.

Damit liege der Konzernumsatz deutlich über der für das Geschäftsjahr 2020 ausgegebenen Prognose, so das Unternehmen. Diese hatte Umsatzerlöse zwischen 900 und 950 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Auch das bereinigte Ebit fiel besser aus als das prognostizierte negative Ebit vor Sondereffekten im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Hintergrund des höheren Umsatzvolumens und des entsprechenden Ebit-Effekts ist laut Koenig & Bauer die Anpassung der konzerninternen Richtlinie zur Umsatzbilanzierung.

Die Neufassung der Umsatzbilanzierungsrichtlinie sieht vor, dass Neumaschinenumsätze überwiegend erst zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gebucht werden. „Wir erwarten, dass wir mit der neuen Umsatzrichtlinie die Volatilität im Umsatzausweis unseres Neumaschinengeschäfts reduzieren. Dies soll uns außerdem künftig eine ausgewogenere Planung ermöglichen. Durch die retrospektive Anpassung haben wir eine verbesserte Transparenz und Vergleichbarkeit mit den Vorjahren“, so Stephen Kimmich, CFO Koenig & Bauer.

Der Konzernumsatz 2020 erhöhte sich durch die Anpassungen netto um rund 51 Millionen Euro und das Konzern-Ebit um rund acht Millionen Euro. Die nachstehende Tabelle zeigt die Auswirkungen der Änderung der Richtlinie zur Umsatzbilanzierung auf ausgewählte Konzernkennzahlen:

in Mio. €

2019 alt

2019 neu

2020 alt             

2020 neu

Umsatz

1.219   

1.246

978

1.029

Ebit    


70

-76       

-68

 

2021: organisches Umsatzwachstum und ausgeglichenes Ebit erwartet

Im Gesamtjahr 2020 erreichte Koenig & Bauer auf Basis vorläufiger Zahlen einen Auftragseingang von rund 975 Millionen Euro. Dies entspricht gegenüber 2019 (1.141 Millionen Euro) einem Rückgang von -14,5 Prozent. Der Rückgang fiel damit weniger stark aus als der vom VDMA veröffentlichte Auftragseingang für Druckereimaschinen von -21,9 Prozent. Der Auftragseingang im vierten Quartal lag bei 262 Millionen Euro und hat damit die Erholungstendenzen im zweiten Halbjahr 2020 fortgesetzt.

Trotz der weiterhin schwer einschätzbaren zukünftigen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das wirtschaftliche Umfeld des Konzerns und der derzeit wegen Covid-19 bestehenden Reiserestriktionen rechnet das Unternehmen mit einer leicht positiven Geschäftsentwicklung in Jahr 2021.  Diese Prognose steht unter der Annahme, dass es durch die Fortschritte bei den Impfungen, die auch die Covid-19-Virusmutationen einschließen, zur Aufhebung der Covid-19-Beschränkungen kommt. Der 2020 im Vergleich zur Gesamtbranche weniger stark zurückgegangene Auftragseingang sieht Koenig & Bauer unter den derzeit gegebenen Covid-19-Rahmenbedingungen als eine solide Ausgangsbasis für das neue Geschäftsjahr an.

Vor diesem Hintergrund erwartet der Konzern für 2021 ein leichtes organisches Umsatzwachstum von etwa vier Prozent auf 1.070 Millionen Euro.  Ergebnisseitig wird nach erfolgreichem Start des Effizienzprogramms P24x und mit Einsetzen der erwarteten Einspareffekte für 2021 mit einem ausgeglichenen Ebit gerechnet. Wobei die erneuten Reisebeschränkungen – auch bedingt durch das Auftauchen von Covid-19-Virusmutationen – das erste Quartal 2021 weiterhin belasten.

Effizienzprogramm P24x erfolgreich angelaufen

Zielsetzung des Ende September 2020 vorgestellten Effizienzprogramms P24X ist es, bis 2024 steigende jährliche Kosteneinspareffekte in einer Größenordnung von dann über 100 Millionen Euro zu erreichen – bei gleichzeitiger Fortführung und Beschleunigung aller Innovationsprozesse sowie Verfahrens- und Produktentwicklungen. Insbesondere in den Maßnahmenfeldern Einkauf und Prozesszusammenlegung über Geschäftsbereichsgrenzen hinweg sind im vierten Quartal 2020 bereits die ersten Umsetzungsaktivitäten des Effizienzprogramms erfolgreich angelaufen.

Aktuell steht der im Rahmen von P24x erforderliche Personalabbau im Fokus. Kurz- und mittelfristig sind davon 700 bis 900 Arbeitsplätze in der Koenig-&-Bauer-Gruppe betroffen. Hierzu ist das Unternehmen in Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen über die konkrete und möglichst sozialverträgliche Ausgestaltung des Abbaus.

Koenig & Bauer erwartet, dass nach Umsetzung der für 2021 geplanten Maßnahmen bereits im Jahr 2022 gut 60 Prozent der gesamten Kosteneinsparungen wirksam werden. Nach Realisierung der im Rahmen des Effizienzprogramms für 2022 geplanten Maßnahmen sollen im Geschäftsjahr 2023 gut 90 Prozent der insgesamt angestrebten Kosteneinsparungen spürbar sein.

„P24x ist unser Weg zu einer mittelfristigen Rückkehr zum geplanten Konzernwachstum. Wir fokussieren uns auf den Bereich Verpackungen und eine Portfoliostrategie in attraktiven Märkten, auf eine starke Forschung & Entwicklung, auf Synergien in der Produktion und die Weiterentwicklung unseres Servicegeschäfts zur Verbesserung der Total Cost of Ownership unserer Kunden“, so Andreas Pleßke, Sprecher des Vorstands Koenig & Bauer.

Koenig & Bauer wird den geprüften Jahresabschluss und den Geschäftsbericht für 2020 am 24. März 2021 veröffentlichen.

 

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