Automatisierung
SEW-Eurodrive feiert 90 Jahre

30.06.2021 Das Jahr 2021 ist für die Antriebsautomatisierer SEW aus Bruchsal ein besonderes: Vor 90 Jahren gründete Christian Pähr dort die Süddeutschen Elektromotoren Werke – kurz SEW. Bis heute prägt das Unternehmen die moderne Antriebstechnik mit.

SEW-Eurodrive feiert sein 90-jähriges Bestehen. Im Bild: das Werk im französischen Brumath, das 2015 errichtet wurde.
© Foto: SEW-Eurodrive
SEW-Eurodrive feiert sein 90-jähriges Bestehen. Im Bild: das Werk im französischen Brumath, das 2015 errichtet wurde.

Am 13. Juni 1931 gründete der Bankkaufmann Christian Pähr die Süddeutschen Elektromotoren Werke im nordbadischen Bruchsal. Verschiedene Elektro- und Getriebemotoren, die Elektro-Bandsägen Millicut, der Hobler Simplitt, die Elektro-Kreissägen Circut und die Schleifmotoren Poliglitt bildeten damals das Produktionsprogramm. Die großen Erfolge seines Unternehmens erlebte Pähr jedoch nicht mehr. Nur vier Jahre nach der Gründung verstarb er im Alter von 70 Jahren. Fortan leitete seine Witwe Kunigunde Pähr das Unternehmen, unterstützt von der gemeinsamen Tochter Edeltraut. 1945 übernahm Edeltrauts Ehemann, Ernst Blickle, die Geschäftsführung des Unternehmens.

Technologische Meilensteine

Mitte der 1960er Jahre gelang es SEW-Eurodrive nach eigenen Angaben als erstem Unternehmen im Bereich der Antriebstechnik, ein modulares Baukastensystem für die Herstellung von Getriebemotoren zu entwickeln. Auf der Basis einer überschaubaren Anzahl von standardisierten Einzelteilen und Baugruppen war es nun möglich, wirtschaftlich und in kurzer Zeit vielseitige Antriebslösungen zu realisieren.

Gleichzeitig mit der Entwicklung des Baukastensystems, beschritt SEW-Eurodrive den Weg auf die internationalen Märkte. Aufgrund der steigenden Auslandsnachfrage war es für Blickle schon Anfang der 1960er Jahre eine beschlossene Sache, dass die Antriebslösungen des Unternehmens auch direkt vor Ort in den Märkten der Kunden montiert werden sollten. Den Anfang machte 1960 die Gründung des ersten Tochterunternehmens im französischen Hagenau. Heute verfügt SEW-Eurodrive über 17 Fertigungs- und 85 Montagewerke sowie eigene Vertriebsniederlassungen und Vertretungen in 52 Ländern.

Anfang der 1990er Jahre entschied sich das Unternehmen unter der Führung von Rainer und Jürgen Blickle – Ernst Blickle verstarb 1986 – zur Eigenentwicklung von Steuer- und Regelungslösungen und dem Aufbau einer entsprechenden Elektronikproduktion. Auch die Elektronik basiert auf dem Baukastensystem und bildet heute eines der wichtigen Standbeine des Unternehmens. Weil die damalige Fabrik nicht mehr genügend Platz bot, bezog SEW im Jahr 2019 die neue Elektronikfertigung in Bruchsal.

Zukünftige Entwicklungen

Mit dem Antriebs- und Automatisierungsbaukasten Movi-C, mobilen Logistikassistenten, Drive-Radar, neuen Motoren und Getrieben zur Energieeinsparung, Industriegetrieben für die ganz großen Drehmomente, cloudbasierten Anwendungen oder dem Dienstleistungsangebot Life Cycle Services hat das Unternehmen weitere Grundsteine für die Zukunft gelegt.

Auch den Standort in Graben-Neudorf erweitert das Unternehmen nachhaltig. Dort entstehen zurzeit neue Kapazitäten für die Herstellung und Montage von Motoren und Getrieben, ein neues Kundencenter sowie Schulungs- und Besprechungsräume.

 

stats