Auf dem Weg zur Fertigung 4.0
Groninger automatisiert weiter

10.08.2021 Das Crailsheimer Maschinenbauunternehmen Groninger geht die nächsten Schritte hin zu einer erweiterten automatisierten Fertigung. Um auch in Zukunft bestmögliche Fertigungsergebnisse liefern zu können, wurde in weitere Maschinen investiert.

André Kronenwetter, Fikret Sentürk und Timo Hägele (v. l.) haben am richtigen Mischverhältnis aus Granulat, Laufzeit und Schwingung der Maschinen getüftelt, um optimale Bearbeitungsergebnisse zu erzielen.
© Foto: Groninger
André Kronenwetter, Fikret Sentürk und Timo Hägele (v. l.) haben am richtigen Mischverhältnis aus Granulat, Laufzeit und Schwingung der Maschinen getüftelt, um optimale Bearbeitungsergebnisse zu erzielen.

Über 50.000 Euro hat das Familienunternehmen für zwei vollautomatische Trovalisier- und Gleitschleifmaschinen ausgegeben. Auf den Anlagen können bis schuhkartongroße Fertigungsbauteile bearbeitet werden, die in den Abfüll- und Verschließmaschinen von Groninger verbaut werden.

Das Ganze ist dabei denkbar einfach: Mittels Vibration werden die Anlagen in Schwingungen versetzt. Das darin befindliche Schleifkörper-Granulat bearbeitet die Werkstücke entsprechend der Anforderung: Entgraten, Kantenverrunden oder Polieren ist möglich.

Für Mitarbeiter:innen große Entlastung

„Für größere Bauteile – insbesondere metallische – ist der Einsatz solcher Anlagen inzwischen oft Standard in der Branche. Uns ist es jedoch gelungen, diese Technik auch bei kleinsten Kunststoff-Bauteilen anzuwenden. Wir haben so lange getüftelt, bis wir für unsere Werkstücke jeweils das perfekte Mischverhältnis für Granulat, Laufzeit und Geschwindigkeit der Anlagen gefunden haben“, so Andre Früh, Gruppenleiter der Fertigung.

Zugegeben, keine einfache Aufgabe, da manche Werkstücke nur wenige Millimeter dick sind. In der Vergangenheit seien insbesondere die Entgratungsarbeiten solcher Kunststoff-Teile von Hand aufgrund ihrer feinen Beschaffenheit eine echte Herausforderung gewesen.

„Man braucht für diese Tätigkeit Fingerspitzengefühl und sie kostet viel Zeit“, weiß Timo Hägele, Teamleiter in der Fertigung, und ergänzt: „Das Ganze läuft jetzt parallel und quasi vollautomatisiert zu anderen Tätigkeiten ab. Für unsere Mitarbeiter:innen ist das eine große Entlastung. Wir gewinnen Flexibilität und Freiräume für andere Aufgaben.“

„Höchste Standards erfüllen“

Für Groninger ist die Anschaffung der Anlagen ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer erweiterten automatisierten Fertigung. „Wir möchten auch in Zukunft Maßstäbe in unserer Fertigung setzen und höchste Standards erfüllen. Das erwarten nicht nur unsere Kunden von uns. Das ist auch unser eigener Anspruch an uns selbst. Aus diesem Grund müssen alle Teile, die in unseren Maschinen verbaut sind – und seien diese noch so klein und filigran –, ebendiesen Ansprüchen gerecht werden“, erklären Früh und Hägele. Rund 400 Stunden sind die Anlagen schon gelaufen – seit Frühjahr. Und die bisherigen Ergebnisse können sich sehen lassen: „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Hägele.

Im Zuge der Anschaffung der Trovalisier- und Gleitschleifmaschinen wurden darüber hinaus die Arbeitsplätze in der Entgraterei vollkommen neu gestaltet: neue, höhenverstellbare Werkbänke und insgesamt mehr Platz zwischen den Arbeitsplätzen. „In Summe ist das alles eine unglaubliche Erleichterung für uns und das Arbeiten macht so gleich viel mehr Spaß“, sind sich André Kronenwetter und Fikret Sentürk, die beide in der Entgraterei tätig sind, einig – eine Investition, die sich damit im doppelten Sinne mehr als gelohnt hat.

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