Neuer Tarifvertrag in der Papier- und Kunststoffverarbeitung
Durchbruch in der sechsten Verhandlungsrunde

26.04.2021 Der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) und die Gewerkschaft Verdi haben sich in der sechsten Verhandlungsrunde auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Der Abschluss gelang nach über 17 Stunden dauernden Gesprächen in Berlin am frühen Sonntagmorgen.

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Zum 1. Mai 2021 werden die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen der Beschäftigten in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie um 1,5 Prozent erhöht; ab 1. Mai 2022 steigen die Entgelte um 2,4 Prozent. Die Einigung sieht eine 24-monatige Laufzeit vor. Der Abschluss gilt vorbehaltlich der schriftlichen Zustimmung der Tarifvertragsparteien bis zum 31. Januar 2023.

In der Bewertung des HPV-Verhandlungsführers Jürgen Peschel seien die Arbeitgeber an den Rand der Belastungsgrenze gegangen, dennoch sei der Tarifabschluss für Unternehmen und Beschäftigte ein Erfolg: „Dieses Resultat ist auch deshalb ermöglicht worden, weil wir erstmals in der Geschichte des HPV das Instrument der Verbandsempfehlung eingesetzt haben.“ Nach der fünften Verhandlungsrunde hatte der Arbeitgeberverband seinen Mitgliedern empfohlen, dass diese auf freiwilliger Basis bereits zum 1. April die Entgelte um 1,1 Prozent erhöhen konnten. „Damit haben wir wieder Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen gebracht und gleichzeitig weniger Streiks in Kauf nehmen müssen.“

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