Prozesskette im Digitaldruck jetzt durchgängig automatisiert
Schumacher und BHS entwickeln Digitaldruckmaschine

16.03.2021 Die Schumacher Packaging Gruppe nimmt am Standort in Greven mit dem RSR-Drucker (RSR: Roll to printed Sheet in Real Time) von BHS Corrugated eine neu entwickelte Digitaldruckmaschine in Betrieb.

Die neue Digitaldruckmaschine kommt am Standort Greven zum Einsatz.
© Foto: Schumacher
Die neue Digitaldruckmaschine kommt am Standort Greven zum Einsatz.

Sie ist das Ergebnis einer langjährigen Entwicklungszusammenarbeit von Schumacher Packaging und der BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH. Dank ihrer hohen Druckgeschwindigkeit von bis zu 300 Metern pro Minute und dem vollautomatisierten Prozessablauf lässt sich die Produktivität beim Herstellen von Wellpappe-Verpackungen gegenüber dem traditionellen Verfahren mit Flexodruck deutlich steigern. Zudem ist die Druckphase der Wellpappe-Erzeugung vorgelagert, was die Kosten bei einem Fehldruck signifikant reduziert.

Bottleneck beim Druckvorgang beseitigt

Bislang hat das Drucken die Prozessgeschwindigkeit beim Weiterverarbeiten der Wellpappe begrenzt. „Diesen Hemmschuh haben wir ausgeräumt“, erklärt Björn Schumacher, Geschäftsführer der Schumacher Packaging Gruppe. „Unsere neue Digitaldruckmaschine arbeitet mit Druckgeschwindigkeiten von 100 bis 300 Metern pro Minute. Damit haben wir die Kapazitäten für die weiterverarbeitenden Prozessschritte wie Stanzen, Verkleben und Palettieren deutlich erhöht.“

Die Druckbreite beträgt bis zu 2.800 Millimeter. Mit fertigem Druckbild in die Wellpappenanlage  Eine weitere Besonderheit der neuen Anlage besteht darin, dass sie die bisherige Prozessfolge ändert: Zuerst erfolgt das Drucken, anschließend wird die Wellpappe erzeugt. Sowohl die Digitaldruck- als auch die Wellpappenanlage stammen vom gleichen Hersteller, der BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH. Sie sind somit perfekt aufeinander abgestimmt, etwa im Hinblick auf die Arbeitsgeschwindigkeit.
Die Kommunikation sowohl zwischen den Anlagen als auch mit dem Warenwirtschaftssystem erfolgt über optimal angepasste Schnittstellen. Ein in beiden Maschinen integriertes System zur Fehlererkennung sorgt dafür, dass nur fehlerfreie Wellpappe-Verpackungen in die nachfolgenden Fertigungsstufen gelangen. Die Ausschusskosten für mögliche Druckfehler können durch die Prozessumkehr – indem zuerst gedruckt und anschließend die Wellpappe produziert wird – deutlich gesenkt werden.

Keine Kompromisse in puncto Umweltverträglichkeit

Nachhaltigkeit und Umweltschutz nehmen für Schumacher Packaging einen hohen Stellenwert ein. „Für uns stand daher bereits zu Beginn der Entwicklungsarbeit fest, dass die Digitaldruckmaschine in jedem Arbeitsgang, vom Vorbeschichten bis zum Lackieren, ausschließlich wasserbasierte Verbrauchsmittel einsetzt“, unterstreicht Björn Schumacher. „Zudem entsprechen die verwendeten Druckfarben der Schweizer Bedarfsgegenständeverordnung und der Nestlé Guidance Note on Packaging Inks.“

„Mit dem RSR-Drucker haben wir nun den gesamten Herstellprozess im Wellpappe-Bereich digitalisiert“, betont Schumacher. „Wir sind davon überzeugt, dass für Verpackungen aus Well- und Vollpappe der Digitaldruck die Zukunftstechnologie ist. Einerseits wird man nur so den immer höheren Ansprüchen der Kunden und Verbraucher an hochwertig gestaltete Verpackungen gerecht. Und andererseits lassen sich damit auch Kleinauflagen wirtschaftlich umsetzen. Nicht zu vergessen: Dank der durchgängig automatisierten Abläufe haben wir die Produktivität weiter verbessert und setzen neue Maßstäbe hinsichtlich der Qualität.“

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