Nachhaltige Out Nature Papierverpackungen
Kaufland setzt erstmals Silphie-Papier ein

22.02.2021 Die Schwarz-Tochter Kaufland umhüllt als erstes Unternehmen Eigenmarkenprodukte mit nachhaltigen Papierverpackungen. Das Material besteht zu gut einem Drittel aus Fasern der Silphie-Pflanze.

Die Silphie-Verpackungen werden bei der Kaufland-Eigenmarke K-Bio für die Gemüsesorten Kresse, weiße und braune Champignons sowie Tomaten als innovative Verpackungen verwendet.
© Foto: Kaufland
Die Silphie-Verpackungen werden bei der Kaufland-Eigenmarke K-Bio für die Gemüsesorten Kresse, weiße und braune Champignons sowie Tomaten als innovative Verpackungen verwendet.

„Mit den innovativen Verpackungen zunächst für Kresse, Champignons und Tomaten stärken wir die Identität unserer Eigenmarke K-Bio“, sagt Jürgen Schartschinski, Bereichsleiter Einkauf Obst und Gemüse bei Kaufland. Die hellbraunen, teils mit Tragehilfen versehenen Schalen stammen von Out Nature. Die 2020 gestartete 100-Prozent-Tochter der Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm konzipiert und liefert nachhaltige faserbasierte Verpackungen für Kunden aus der abpackenden Industrie.

Rohstoffbasis der für die Schwester Kaufland entwickelten Lösungen ist zu 35 Prozent die Silphie-Pflanze. Sie stammt aus Nordamerika und wird hierzulande bislang als Energieträger in der Biogasgewinnung eingesetzt. Dabei fallen die Fasern des Gewächses als Nebenprodukt an. Sie bieten die Option, bestimmte Holzfasern anteilig zu ersetzen, welche die europäische Papierindustrie oft aus Übersee importiert. „Silphie-Fasern eignen sich gut für viele Papier- und Verpackungsanwendungen, insbesondere solche mit direktem Lebensmittelkontakt", so Detlef Gnauck, Sales Manager Paper Products bei Out Nature.

Im Auftrag der Neckarsulmer werden die Fasern bei dem nahe Sigmaringen ansässigen Silphie-Anbauer und Biogas-Erzeuger Energiepark Hahnennest von den Pflanzen separiert. Den so in Deutschland erzeugten Rohstoff verarbeitet der Scheufelen-Nachfolger Silphie Paper aus Lennigen zu Papier und Karton für verschiedene Verpackungstypen.

Der Schwarz-Gruppe will damit nicht nur papierbasierte Produkte nachhaltiger machen. Im Rahmen der Konzern-Strategie „Reset Plastic“ sollen Silphie-Abkömmlinge künftig auch an die Stelle des Packmaterials Kunststoff treten. Dietmar Böhm, Geschäftsführer des ebenfalls zur Schwarz-Gruppe gehörenden Umweltdienstleisters Prezero, will künftig neben dem Schwesterunternehmen Kaufland auch externe Kunden für Silphie-Material begeistern.

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