Mayr-Melnhof Karton AG
"Weitere Kartonpreiserhöhung ab Oktober"

23.08.2021 Die Mayr-Melnhof Karton AG berichtet über einen hohen Auftragsstand bei Karton und Packaging.

MM: "Margen bleiben weiter unter Druck."
© Foto: Mayr-Melnhof Karton AG
MM: "Margen bleiben weiter unter Druck."

Die MM Gruppe, Wien, verzeichnete im 2. Quartal 2021 bei guter Nachfrage nach Karton und Kartonverpackungen weiterhin eine hohe Auslastung in beiden Divisionen. Die Umsatzerlöse der MM Gruppe lagen damit im 1. Halbjahr leicht über dem Vorjahresniveau. Dem stand jedoch erwartungsgemäß eine deutliche Ergebnisbelastung durch die andauernde massive Kosteninflation bei Rohstoffen, Energie und Logistik gegenüber. Die zeitliche Verschiebung zwischen dem rasanten Kostenanstieg und den umgesetzten Preiserhöhungen führte im Kartongeschäft zu einem signifikanten Rückgang beim betrieblichen Ergebnis. In der Packaging-Division zeigte sich die laufende Geschäftsentwicklung hingegen robuster. Wie bereits angekündigt, waren jedoch aufgrund notwendiger Restrukturierungsmaßnahmen bei einem Verpackungsstandort in Deutschland Einmalaufwendungen in Höhe von rund 26 Mio. EUR zu verbuchen.

Ziel ist es, durch eine neuerliche Kartonpreiserhöhung ab Oktober den deutlichen Kostenanstieg bestmöglich zu kompensieren. Für das laufende 3. Quartal ist jedoch infolge der zeitversetzten Kostenweitergabe weiter mit Margendruck zu rechnen. Darüber hinaus werden die Einmaleffekte aus der Erstkonsolidierung der Akquisitionen bzw. Entkonsolidierung der Veräußerungen das Ergebnis des 3. Quartals prägen.

Strategisches Update

Durch die strategische Akquisition der Werke Kwidzyn, Polen, und Kotkamills, Finnland, habe man die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe strukturell gestärkt. Beide Werke bieten eine Wachstumsplattform für das nächste Jahrzehnt durch Innovationen vor allem im Bereich Nachhaltigkeit, eine vorteilhafte Kostenposition und die Stärkung der eigenen Position.

Außerdem habe man zwei neue Kerngeschäfte "Kraft Papers" und "Uncoated Fine Papers" erworben. Dem erweiterten Produktportfolio entsprechend wird die Division MM Karton in MM Board & Paper umbenannt. Teil der Transformation war die Veräußerung der kleineren Kartonwerke Eerbeek, Niederlande, und Baiersbronn, Deutschland.

Die konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns stiegen leicht von 1.266,5 Mio. EUR auf 1.289,6 Mio. EUR. Mit 92,1 Mio. EUR lag das betriebliche Ergebnis um 24,8 % bzw. 30,4 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (1. HJ 2020: 122,5 Mio. EUR). Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem rasanten Kostenanstieg im Kartongeschäft mit nur zeitversetzter Weitergabemöglichkeit.

Verlauf des 2. Quartals

Die konsolidierten Umsatzerlöse schlossen mit 648,3 Mio. EUR an den Wert des 1. Quartals (641,3 Mio. EUR) an und lagen leicht über dem Vorjahresniveau (Q2 2020: 619,9 Mio. EUR). Das betriebliche Ergebnis des Konzerns reduzierte sich vor allem aufgrund des Einmalaufwandes für Restrukturierungsmaßnahmen in der Packaging-Division sowie des starken Inputkostenanstiegs im Kartonbereich auf 30,9 Mio. EUR nach 61,2 Mio. EUR im 1. Quartal 2021 und 57,9 Mio. EUR im 2. Quartal des Vorjahres. Die Operating Margin betrug damit 4,8 % (Q1 2021: 9,6 %; Q2 2020: 9,3 %). Der Periodenüberschuss belief sich auf 18,3 Mio. EUR (Q1 2021: 43,9 Mio. EUR; Q2 2020: 39,8 Mio. EUR).

Die Kapazitäten des Bereichs Karton waren auch im 2. Quartal mit 99 % nahezu voll ausgelastet (Q1 2021: 99 %; Q2 2020: 99 %). Die Operating Margin der Division betrug 4,6 % (Q1 2021: 7,3 %; Q2 2020: 9,6 %).

Bedingt durch die Einmalaufwendungen reduzierte sich die Operating Margin der Packaging-Division auf 4,5 % (Q1 2021: 10,4 %; Q2 2020: 8,4 %).

Ausblick

Bei anhaltend guter Nachfrage auf unseren Absatzmärkten setzt sich auch im 3. Quartal die starke Kosteninflation auf den Beschaffungsmärkten fort. Die Margen von MM bleiben damit trotz verbesserter Verkaufspreise weiter unter Druck. Obwohl sich die Altpapierpreise Anfang des Sommers auf Höchstniveau stabil zeigten, ist es unklar, ob sich daraus eine Deckelbildung ableitet. Bei vielen anderen Inputfaktoren dauert demgegenüber der starke Preisanstieg unvermindert an. Mit einer weiteren Kartonpreiserhöhung ab Oktober soll der Kostenanstieg im Kartonbereich bestmöglich kompensiert werden. Im Gegenzug bedeuten höhere Kartonpreise eine neuerliche Kostenbelastung für MM Packaging, welche erst zeitversetzt weitergegeben werden kann.

Bei den Zukäufen Kwidzyn und Kotkamills werden dem positiven Beitrag aus dem laufenden Ergebnis in diesem Jahr insbesondere Einmalaufwendungen aufgrund der Aktivierung hoher Auftragsstände und der Vorratsbewertung im Zuge der Erstkonsolidierung gegenüberstehen. Deshalb wird sich das Ergebnis der neuen Werke erst ab 2022 voll niederschlagen. Andererseits ist aus der Veräußerung der Werke Eerbeek und Baiersbronn ein Entkonsolidierungsertrag zwischen 45 - 55 Mio. EUR im 3. Quartal zu erwarten, welcher teilweise durch Akquisitionskosten einschließlich Transaktionssteuern aufgewogen wird.


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