Leichtere Trennung möglich
Neuer Herma-Haftkleber optimiert PET-Recycling

19.05.2021 Um das sortenreine Recycling von Kunststoffen weiter zu forcieren, sind Wash-off Haftkleber für Etiketten sehr begehrt. Herma hat jetzt einen neuen Haftkleber speziell für PET-Flaschen entwickelt, der selbst die besonders strengen Anforderungen in Skandinavien erfüllt.

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Der neue, 52W genannte Haftkleber von Herma ist jetzt vom norwegischen Sammelsystem Infinitum freigegeben und von Returpack, dem schwedischen Pendant, empfohlen. In beiden Fällen handelt es sich um eine Kombination mit den Etikettenmaterialien Herma PP Weiß Super TC (Sorte 881) und Herma PP 50 Transparent Super TC (Sorte 886).

Der neue Haftkleber 52W gewährleistet dabei nicht nur ein sicheres und rückstandsfreies Abwaschen der Etiketten von den Flaschen. Er sorgt auch dafür, dass die abgewaschenen Etiketten nach dem Waschprozess nicht mehr haftklebend sind. Damit erfolgt eine sehr saubere und sortenreine Trennung von PET-Flaschen und Etiketten. „Mit dem 52W können wir sicherstellen, dass Etikettenteilchen bei einem Trocknungsvorgang nicht wieder klebrig werden und dann erneut an den gewaschenen PET-Flakes haften. Das ist eine wichtige Voraussetzung für den Trennprozess beim Recycling gemäß den Vorgaben aus Norwegen und Schweden. Die PET-Flakes können dadurch sowohl durch die Schwimm-Sink-Trennung als auch durch Windsichter von den Etiketten separiert und hochwertig aufbereitet werden“, erläutert Herma Entwicklungschef Dr. Ulli Nägele. „In Praxistests sehen wir dieses Verhalten auch bei unserem Herma Haftkleber 62Rpw, den wir bereits 2019 vorgestellt haben. Mit dem 52W halten wir nun diese Vorgabe bereits ab einer Waschtemperatur von 65 Grad Celsius ein. In anderen Ländern sind oftmals 80 Grad gängig. Das war erneut eine Herausforderung für unser Entwicklungsteam. Aber basierend auf unseren bisherigen Erfahrungen auf diesem Gebiet konnten wir schnell Resultate liefern.“

Hohe Recycling-Quoten in Skandinavien

Skandinavische Länder gehören weltweit zu den treibenden Kräften, wenn es darum geht, PET-Flaschen zu recyclen. In Schweden zum Beispiel werden inzwischen rund 90 Prozent der gebrauchten Kunststoffflaschen recycelt, in Norwegen sollen es sogar über 95 Prozent sein. Die hohen Quoten sind umso wichtiger, als dort klassische Mehrwegsysteme für Kunststoff- (und Glas)flaschen eine viel geringere Rolle spielen als etwa in Deutschland. „Zudem werden in Skandinavien traditionell viel häufiger Haftetiketten für PET-Flaschen eingesetzt als hierzulande. Daher wird dort eine absolute Prozesssicherheit gefordert“, so der Herma Entwicklungschef. Damit neue PET-Flaschen zu einem möglichst großen Teil aus wiederaufbereiteten PET-Flakes entstehen können, ist deren saubere Aufbereitung extrem wichtig. „PET ist der einzige Kunststoff, der auch als Post-Consumer Material durch ein entsprechendes Recyclingverfahren in ein Regranulat aufbereitet werden kann, das die gesetzlichen Anforderungen an ein Material mit Lebensmittelkontakt erfüllt“, stellte schon 2017 das Institut für Energie- und Umweltforschung (Ifeu) klar.

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