Sappi
Von der Idee bis zum Produktlaunch

08.03.2022 Unternehmen, die auf Papierverpackungen für ihre Produkte setzen wollen, haben es oft nicht leicht, das passende Papier dafür zu finden. Barriere, Reißfestigkeit und Siegelfähigkeit sind nur einige Aspekte, die bei der Auswahl eine Rolle spielen.

Kerstin Dietze, Key Account Managerin für Packaging Solutions bei Sappi.
© Foto: Sappi
Kerstin Dietze, Key Account Managerin für Packaging Solutions bei Sappi.

Papier als Verpackungsmaterial boomt: Nach Angaben des Verbands Deutscher Papierfabriken (VDP) lag das Absatzplus bei Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke zwischen Januar und November 2020 bei 2,1 Prozent. Diese Entwicklung hat sich auch 2021 fortgesetzt. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass papierbasierte Verpackungen von zwei Megatrends profitieren: Nachhaltigkeit und E-Commerce. „Wir merken, dass der Druck auf den Markt steigt und der Ruf nach weniger Plastik und besserer Recyclingfähigkeit lauter wird“, berichtet Kerstin Dietze, Key Account Managerin für Packaging Solutions bei Sappi. „Wir erhalten immer mehr Anfragen von Markenartikelherstellern, die bei der Verpackung ihrer Produkte Papier verwenden möchten.“

Produkt kennenlernen, Anforderungen definieren

Mit seiner Expertise im Bereich Packaging Papers unterstützt Sappi seine Kunden von der Idee über die Entwicklung des Papiers bis hin zum Launch. „Der erste Schritt der Zusammenarbeit ist es, gemeinsam herauszufinden, welche Anforderungen das Produkt an die Verpackung stellt. Wird es horizontal oder vertikal verpackt? Ist es ein Produkt wie Schokolade, das eine hohe Schutzbarriere benötigt, oder sind es Cerealien, die besonders reißfestes Verpackungspapier erfordern?“, so Kerstin Dietze. Durch die langjährige Erfahrung im Bereich Packaging Papers kann Sappi bereits zu Beginn der Zusammenarbeit ausloten, welche Papiere infrage kommen und eine Vorauswahl aus dem umfangreichen Portfolio von Barriere- und Hochbarriere-Papieren treffen. Oft werden auch mehrere Papiere getestet oder ein Papier sogar neu entwickelt. Aufgrund der langjährigen Erfahrungen und des umfangreichen Portfolios kann diese Auswahlphase deutlich verkürzt werden.

„Sobald wir uns gemeinsam mit dem Kunden auf ein oder zwei Papiere geeinigt haben, erstellen wir auf Wunsch auch ein Muster oder stellen A4 Muster zur Verfügung. So bekommt der Interessent etwas zum Anfassen und kann beurteilen, ob das Papier auch von der Haptik die richtige Wahl ist“, erklärt die Key Account Managerin. Ist der Kunde zufrieden, wird ihm eine kleine Testrolle zur Verfügung gestellt. „Natürlich muss das Papier auch auf der Abpackmaschine gut laufen. Dabei sind wir gerne vor Ort, um herauszufinden, inwieweit die Einstellungen der Anlage verändert werden müssen. Denn: Eine Abpackmaschine arbeitet mit Folie anders als mit Papier.“ Durch die enge Zusammenarbeit mit vielen Verpackungsmaschinen-Herstellern sowohl bei konkreten Anwendungen als auch bei Weiterentwicklungen wird das Zusammenspiel zwischen Maschine und Papier optimiert.

Shelf-Life-Test: Erfüllt die Verpackung ihren Anspruch?

Anschließend wird das verpackte Produkt einem sogenannten Shelf-Life-Test unterzogen. Es wird also eingelagert, um zu sehen, ob sich das Produkt über einen gewissen Zeitraum verändert oder das Papier durchlässig wird. Kerstin Dietze erklärt: „Normalerweise dauert ein solcher Test, so lange wie die Mindesthaltbarkeit des Produktes, Dies kann zwischen wenigen Tagen bis hin zu zwei Jahren liegen. Um diesen Prozess zu verkürzen, ist es möglich, die Lagerbedingungen zu verändern: "Im europäischen Raum herrschen während des kompletten Lieferzyklus circa 20 Grad bei 65 Prozent Luftfeuchtigkeit. Um den Shelf-Life-Test zu verkürzen, kann man das Produkt unter herausfordernden Bedingungen lagern – und zwar bei 38 Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit.“ Egal, welche Testmethode angewendet wird, während des gesamten Prozesses überwacht Sappi den Verlauf. Ist das richtige Papier gefunden, läuft es bedruckt noch ein weiteres Mal durch die Maschine – und das auch mal mehrere Stunden am Tag, eben unter Realen-Bedingungen.

„Manche Kunden denken, dass das passende Papier für ihr Produkt schnell gefunden ist und der Launch zeitnah starten kann. Ein Launch von einem neuen Produkt dauert in etwa ein Jahr.  Dieser Zeitraum kann sich durch die Wahl eines bisher noch nicht eingesetzten Verpackungsmaterials etwas verlängern „, erklärt die Expertin. Doch das lohnt sich: Sollte der Kunde sich dazu entscheiden, ein ähnliches Produkt in naher Zukunft auch mit Papier zu verpacken, kann Sappi auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

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