Rohstoff Papier
„Die Versorgung der Verpackungsbranche ist nicht gefährdet“

12.01.2022 Dass Papier zu einem begehrten und knappen Rohstoff geworden ist, darf seit Monaten als Allgemeinplatz gelten. Neben den damit verbundenen Kostensteigerungen – welche Auswirkungen hat diese Entwicklung noch auf die Verpackungsbranche? Deutschlands Papier-Spitzenverband äußert sich.

DIE PAPIERINDUSTRIE e.V.: „Die Situation ist angespannt.“
© Foto: IMAGO / agefotostock
DIE PAPIERINDUSTRIE e.V.: „Die Situation ist angespannt.“

Die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie wird seit diesem Jahr auf Bundesebene einheitlich von einem wirtschafts- und sozialpolitischen Spitzenverband unter dem Namen DIE PAPIERINDUSTRIE e.V. vertreten. Verfügbarkeit, Lieferengpässe, Rohstoffe, Preisentwicklung – lesen Sie die Antworten exklusiv beim packREPORT:

„Es trifft zu, dass es derzeit europaweit zu temporären Lieferengpässen kommt. Dies betrifft vor allem grafische Papiere. Hintergrund sind die seit 2009 an die sinkende Nachfrage angepassten Kapazitäten, die jetzt einer nach dem Lockdown sprunghaft angestiegenen Nachfrage nach Printwerbung gegenüberstehen. Klassische Buchdruckpapiere werden in Deutschland übrigens nicht hergestellt. Im Bereich der Verpackungen gibt es ebenfalls eine starke Nachfrage. Dort kommt es aber eher nicht zu Engpässen.“

„Die Situation ist angespannt, nicht nur bei den Sekundär-, sondern auch bei den Primärrohstoffen. Dies wirkt sich auf die Preise aus. Im grafischen Bereich fehlen jetzt im Altpapier vor allem jene Sorten, die für die Herstellung grafischer Recyclingpapiere benötigt werden. Die dort benötigten Zeitungen und Zeitschriften wurden im vergangenen Lockdown erst gar nicht gedruckt.“

Ist der Papierbedarf der Verpackungsbranche 2021 größer geworden? Falls ja, in welcher Größenordnung?

„Ja, der Absatz für Verpackungspapiere und -karton ist in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres um 6,7 Prozent gewachsen.“

Ist die Papierversorgung der Verpackungsbranche aktuell/zukünftig in Gefahr?

„Die Versorgung ist nicht gefährdet. So ist z.B. auch die Produktion in den ersten elf Monaten um 7,1 Prozent gestiegen. Allerdings werden die Hersteller durch hohe Rohstoff- und Energiepreise belastet – und dies an ihre Kunden weitergeben.“



 

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