In Bundesbehörden
Verbot von Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen

19.09.2021 Alle Bundesbehörden dürfen künftig fast alle Getränke nicht mehr in Einweg-Plastikflaschen oder Getränkedosen beschaffen. DUH und FKN liefern sich ein Scharmützel.

Neue Verwaltungsvorschrift für Bundesbehörden.
© Foto: IMAGO / photothek
Neue Verwaltungsvorschrift für Bundesbehörden.

Das Bundeskabinett hat eine neue Verwaltungsvorschrift für den Einkauf von Produkten beschlossen – und damit eine langjährige Forderung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) umgesetzt, wie die Deutsche Umwelthilfe mitteilt. Auch Einweggeschirr und Einwegbesteck stehen auf der Verbotsliste. Die stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz sagt dazu:

„Das Einweg-Plastikflaschenverbot - auch wenn es Jahre zu spät kommt - ist ein wichtiges Signal an alle anderen Behörden von Ländern und Kommunen. Sie müssen jetzt unverzüglich nachziehen. Die öffentliche Hand hat mit einem jährlichen Volumen von bis zu 350 Milliarden Euro einen immensen Einfluss auf die Entwicklung des deutschen Marktes. Deshalb fordern wir seit langem Einwegplastik freie Ämter vom Bund bis zu den Kommunen. Allein in diesem Jahr haben wir beispielsweise bei über 130 Städten und Landkreisen Anträge gestellt, den Einkauf von Getränken in Einweg-Plastikflaschen, Dosen und Kartons zu verbieten. Würden alle alkoholfreien Getränke in Deutschland ausschließlich in Mehrweg- statt in Einwegflaschen abgefüllt werden, so ließen sich jedes Jahr 1,4 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Wir werden dies bereits in wenigen Monaten durch Abfragen nachprüfen und die Ergebnisse öffentlich machen. Und eines müssen alle Ämter noch besser machen als die Bundesvorschrift: Sie müssen auch Getränkekartons verbannen. Diese Verbundverpackung ist schwer zu recyceln, hat einen hohen Plastikanteil und landet häufig in der Umwelt. Sie gehört deshalb dringend ebenfalls auf die Verbotsliste."

„Deutsche Umwelthilfe ignoriert wissenschaftliche Fakten“

Die Replik seitens des Geschäftsführers des Fachverbandes Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN), Michael Kleene, ließ nicht lange auf sich warten:

„Die Forderung der Deutschen Umwelthilfe, das Verbot von Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen auf Getränkekartons auszuweiten, ist ein erneuter Beleg dafür, dass sich die DUH hartnäckig weigert, wissenschaftliche Fakten zur Kenntnis zu nehmen: Der Getränkekarton ist weder umwelt- noch klimaschädlich. Dies belegen alle Ökobilanzen der letzten 20 Jahre. Ganz aktuell auch eine Studie des Ifeu-Instituts, die vom Umweltbundesamt (UBA) wissenschaftlich begleitet und geprüft wurde. Vom Bundesumweltministerium wird der Getränkekarton seit dem Jahr 2000 als ‚ökologisch vorteilhafte` Getränkeverpackung anerkannt.“

 

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