Aluminiumgetränkedosen
Der Beitrag zum Kreislauf

29.03.2022 Eine IAI-Studie analysiert erstmals die Recycling-Wertschöpfungskette für Einweg-Getränkeverpackungen in fünf Schlüsselmärkten.

© Foto: Ball

Eine vom Internationalen Aluminiuminstitut (IAI) in Auftrag gegebene Studie über das Recycling der drei Getränkeverpackungsmaterialien Aluminium, Glas und Kunststoff (PET) zeigt, dass Aluminiumdosen international am meisten zur Kreislaufwirtschaft beitragen. Demnach werden heute bereits mehr als 70 Prozent des in Aluminiumdosen verwendeten Materials zu neuen Produkten recycelt – doppelt so viel wie bei Glas (34 Prozent) und fast doppelt so viel wie bei Kunststoff (40 Prozent). Laut der aktuellen Studie landeten im Vergleich zu Aluminiumdosen mehr Glas- und Kunststoffflaschen auf Mülldeponien, weil sie nicht gezielt gesammelt würden. Darüber hinaus seien die Verluste im Recyclingsystem bei PET- und Glasflaschen dreimal so hoch wie bei Aluminiumdosen. 

Das unabhängige Beratungsunternehmen Eunomia Research and Consulting hat im Auftrag des IAI Daten aus fünf Regionen analysiert: Brasilien, China, Europa, Japan und den USA. Untersucht wurden die Verluste, die beim Recycling von Aluminiumdosen, Glasflaschen und Kunststoffflaschen (Polyethylenterephthalat - PET) am Ende ihres Lebenszyklus entstehen. Die Studie betrachtete auch die Sammlung, die Sortierung, die Wiederaufbereitung und die thermische Verarbeitung sowie das Recycling in geschlossenen und in offenen Kreisläufen. 

Ramon Arratia, Vice President Global Public Affairs bei der Ball Corporation, kommentiert: „Zwar hat noch keine Getränkeverpackung ihr volles Kreislaufpotenzial ausgeschöpft, aber Aluminium übertrifft Glas und Kunststoff (PET) in allen Bereichen des Abfallmanagementsystems. Heute ist die Aluminiumdose die am häufigsten recycelte Getränkeverpackung der Welt. Nachdem sie vom Verbraucher gesammelt und dem Recyclingkreislauf zugeführt wurde, hat sie beim Sortieren, Wiederaufbereiten und Wiedereinschmelzen eine konkurrenzlose Effizienzrate von 90 Prozent. Zum Vergleich: Glas kommt auf 67 Prozent, PET auf 66 Prozent. Vor diesem Hintergrund kann Aluminium als ideales Material für eine Kreislaufwirtschaft bezeichnet werden. Vor allem, wenn wir dabei betrachten, wie viel Kohlenstoff sich durch das Recycling einsparen lässt.“

Andrew Wood, Group Executive Strategy & Business Development bei Alumina Limited, sagt: „Die Sammelrate von gebrauchten Aluminiumdosen liegt etwa um 18 Prozent höher als bei PET-Flaschen und 28 Prozent höher als bei Glas. PET- und Einwegglasflaschen landen häufiger auf Mülldeponien oder in Gewässern, weil sie nicht gesammelt werden. Dies dürfte in einer auf Dekarbonisierung ausgerichteten Welt zu einer höheren Nachfrage nach Recycling- und Primäraluminium führen.“  

Die Aluminiumdose wurde erstmals in den 1950er Jahren von der Coors Brewing Company in Massenproduktion hergestellt, um den Geschmack von abgefülltem Bier zu verbessern und ein im Vergleich zu Stahldosen nachhaltigeres Gebinde anbieten zu können. Die aktuelle Studie unterstreicht, dass die Umweltziele dieses damals revolutionären neuen Produkts noch immer Bestand haben.

Dazu Marlen Bertram, Director, Scenarios & Forecasts des IAI: „Da unser Institut in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, haben wir auf die lange Geschichte unserer Datenerhebung, Analyse und Modellierung zurückgeblickt. Aluminium ist eines der am leichtesten zu recycelnden Materialien auf unserem Planeten. Angesichts der wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile dieses Materials für die globale Wirtschaft setzt sich das IAI dafür ein, dass Altprodukte in den Recyclingkreislauf zurückgeführt werden. Ein Vergleich der Recyclingraten verschiedener Materialien ist ohne Aussagekraft, wenn man nicht weiß, wie die Rate gemessen wird und zu welchen Produkten das Material recycelt wird. Diese Studie ist die erste öffentliche Untersuchung, die das tatsächliche Ausmaß des Recyclings und der dabei entstehenden Verluste von drei Getränkeverpackungen in verschiedenen Regionen umfassend analysiert. Indem wir die Bereiche, in denen größere Verluste auftreten, genauer aufzeigen, könnte die Studie Lösungen liefern, um die Recyclingrate aller Materialien zu verbessern. Mit Blick auf die Kreislaufwirtschaft befinden wir uns eindeutig in einer neuen Ära der Transparenz.“

Emilio Braghi, EVP Novelis & President Novelis Europe, ergänzt: „Sammel- und Sortiersysteme sind unerlässlich, um die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben und das volle Potenzial von unbegrenzt wiederverwertbaren Materialien zu erschließen. Wir benötigen einen politischen Rahmen, der Anreize für echtes Recycling und Kreislaufsysteme schafft, bei denen Getränkeverpackungen am Ende ihres Lebenszyklus immer wieder recycelt werden – ohne Qualitätsverluste. Aluminium eignet sich hervorragend für ein mehrfaches Produkt zu Produkt-Recycling. Wir müssen umdenken – weg vom Abfall, hin zur wertvollen Ressource. Es geht jetzt darum, vorhandenes Material für die Herstellung neuer Verpackungen wiederzuverwenden und dadurch wertvolle natürliche Ressourcen und Energie einzusparen und die Emissionen zu senken."

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