Packmittelhersteller
„Bislang nicht zu Lieferengpässen gekommen“

30.08.2021 „Verpackungen sind durch alle Branchen hinweg Mangelware“ – so berichteten wir in der vergangenen Woche über eine DIHK-Blitzumfrage, in deren Rahmen die Aussage zu lesen ist: „Zu spüren bekommen Unternehmen die Lieferengpässe und Preisanstiege derzeit insbesondere bei direkten Vorprodukten, Stahl, Aluminium, Kupfer und Holz. Verpackungen sind durch alle Branchen hinweg ebenfalls Mangelware (…).“ Mit Verlaub gefragt: Stimmt das eigentlich?

Aluminiumverpackungen: „Stabile Lieferketten“
© Foto: IMAGO / agefotostock
Aluminiumverpackungen: „Stabile Lieferketten“

Seitens des Gesamtverbandes der Aluminiumindustrie e.V., Düsseldorf, heißt es dazu auf Packreport-Anfrage:

„Die im GDA-Fachverband Tuben, Dosen und Fließpressteile organisierten Hersteller von Tuben, Aerosoldosen, Kartuschen, Hülsen und Röhrchen berichten über nach wie vor stabile Lieferketten. In der Branche ist es deshalb bislang nicht zu Lieferengpässen gekommen. Durch präventive, aber auch kostenintensive Bevorratungen bei den Packmittelherstellern wurde die Liefersicherheit auch in schwierigen Zeiten gewährleistet. Auf diese Weise konnten bei den Kunden out-of-stock Situationen vermieden werden.

Nachdem ab dem zweiten Quartal 2020 im Laufe der Pandemie bei allgemein abflauender Nachfrage kürzere Lieferzeiten in der Branche an der Tagesordnung waren, ist es seit dem zweiten Quartal 2021 sukzessive zu einer Normalisierung in etwa auf Vor-Pandemieniveau gekommen.

Bei Rohstoffen und Vormaterialien wie Aluminium, Kunststoff, Karton, Holz, Verschlüssen, Lacken, Druckfarben und bei Transportdienstleistungen kam es in den letzten Monaten unter anderem aufgrund der weltweiten Konjunkturerholung, insbesondere in Nordamerika und China, zu erheblichen Kostensteigerungen, die nach wie vor eine große Belastung für die Branche darstellen. Jedoch rechnen die im Fachverband organisierten Hersteller bei allen in Pandemiezeiten bestehenden Unsicherheiten in den nächsten Monaten eher mit einer schrittweisen Beruhigung der Lage auf den Rohstoff- und Vormaterialmärkten als mit einer weiteren Verschärfung.

Insgesamt sind die Aussichten der Branche bei einer aktuell guten Auftragslage vorsichtig optimistisch.“

„Eine Glasknappheit können wir nicht bestätigen“

Der Bundesverband Glasindustrie e.V., Düsseldorf, äußert sich wie folgt:

„Bei der Verfügbarkeit von Glasverpackungen kommt es immer mal wieder zu branchenüblichen Schwankungen, die sich in der Regel zeitnah regulieren. Derzeit kann es vereinzelt zu Lieferverzögerungen kommen, eine Glasknappheit können wir aber nicht bestätigen. Mitursächlich für die Lieferverzögerungen sind begrenzte Kapazitäten auf dem Transportmarkt. So berichten unsere Unternehmen, dass es aktuell schwierig sei, Transportkapazitäten zu buchen.

Aktuell wird auch über Lieferengpässe und steigende Preise bei den Sekundärverpackungsmaterialien wie Paletten, Kartonagen und Folien berichtet. Laut Stat. Bundesamt sind beispielsweise bei den Paletten die Preise um 100 Prozent gestiegen.“



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