International Aluminium Institute (IAI)
Weltweite Aluminiumnachfrage erreicht neue Höchststände

08.04.2022 Aus einem neuen Bericht geht hervor, dass die weltweite Aluminiumnachfrage bis 2030 um fast 40 Prozent steigen wird.

IAI: „Zunehmende Beliebtheit von Getränkedosen aus Aluminium.“
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IAI: „Zunehmende Beliebtheit von Getränkedosen aus Aluminium.“

Des Weiteren heißt es, dass der Aluminiumsektor zusätzlich 33,3 Mio. Tonnen produzieren muss, um das Wachstum der Nachfrage in den verschiedenen Industriesektoren zu decken - von 86,2 Mio. Tonnen im Jahr 2020 auf 119,5 Mio. Tonnen im Jahr 2030.

Die Studie „Opportunities For Aluminium In A Post-Covid Economy“, die von dem Marktforschungsunternehmen CRU International im Auftrag des International Aluminium Institute (IAI) durchgeführt wurde, geht detailliert auf die Nachfrage in den wichtigsten Industriesektoren und Regionen in der Wirtschaft nach der Coronakrise ein. Die vier wichtigsten Sektoren, die die Nachfrage ankurbeln werden, sind der Transport-, der Bau-, der Verpackungs- und der Elektrosektor. Auf sie entfallen 75 % des gesamten Metallbedarfs.

Zwei Drittel dieses Wachstums werden voraussichtlich aus China kommen: Dort werden 12,3 Mio. Tonnen benötigt, im übrigen Asien sind es weitere 8,6 Mio. Tonnen, in Nordamerika 5,1 Mio. Tonnen und in Europa 4,8 Mio. Tonnen. Zusammen werden allein diese vier Regionen mehr als 90 Prozent des weltweit zusätzlich benötigten Aluminiums ausmachen.

Der Generalsekretär des IAI, Miles Prosser, kommentierte die Ergebnisse der Studie wie folgt: „Die IAI hat diesen Bericht in Auftrag gegeben, um besser zu verstehen, was die Aluminiumnachfrage treibt und um herauszufinden, was wir als Industrie tun müssen, um die Erwartungen der Verbraucher in Bezug auf Nachfrage und Nachhaltigkeit zu erfüllen. Die Zahlen in der heute vorgelegten Studie zeigen, dass mit dem zunehmenden Fokus der Gesellschaft auf Effizienz und Nachhaltigkeit auch steigende Chancen für den Aluminiummarkt verbunden sind. In allen Bereichen sind die wichtigsten Treiber der Nachfrage mit Fragen der Nachhaltigkeit und des Klimawandels verbunden."

Der Studie zufolge wird die Dekarbonisierungspolitik und die Abkehr von fossilen Brennstoffen im Verkehrssektor zu einem Anstieg der EV-Produktion auf 31,7 Mio. Tonnen im Jahr 2030 führen (im Vergleich zu 19,9 Tonnen im Jahr 2020).

„Herausforderung für die gesamte Wertschöpfungskette“

Die Nachfrage nach erneuerbaren Energien wird auch die Nachfrage nach Aluminium für Solarmodule steigen lassen und auch der Ersatz der bestehender Kupferkabel in der Stromversorgung durch Aluminium trägt dazu bei. Insgesamt werden in der Stromversorgung bis 2030 weitere 5,2 Mio. Tonnen benötigt.

Im Baubereich sind bis Ende des Jahrzehnts weitere 4,6 Mio. Tonnen nötig. Die Verstädterung wird 44% des Wachstums ausmachen; verantwortlich dafür ist Asien (ohne China).

Der Bedarf an Aluminiumverpackungen wird von 7,2 Mio. Tonnen im Jahr 2020 auf 10,5 Mio. Tonnen im Jahr 2030 steigen, was auf die zunehmende Beliebtheit von Getränkedosen in Nordamerika, Europa und China zurückzuführen ist. Auch die steigende Nachfrage nach umweltfreundlichen Verpackungen in Verbindung mit neuen Produkten ist für diesen Anstieg verantwortlich.

Zaid Aljanabi, Leiter des Bereichs Aluminium bei CRU, sagte: „Die Aluminiumindustrie könnte ihre Bemühungen um die Nachhaltigkeit weiter verbessern, auf die Erwartungen der Verbraucher hören und darauf reagieren und in der gesamten Wertschöpfungskette daran arbeiten, den Verbrauchern nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen anzubieten. CRU Consulting berät seit mehr als vier Jahrzehnten Kunden in der Aluminiumindustrie und bietet unabhängige und firmeneigene Beratung für Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette."

Prosser fügte hinzu: „Auf der Suche nach einer nachhaltigen Zukunft in einer kohlenstoffarmen Welt hat Aluminium die Eigenschaften, die die Verbraucher suchen - Festigkeit, geringes Gewicht, Vielseitigkeit, Korrosionsbeständigkeit, guter Wärme- und Stromleiter und es ist recycelbar. Rund 75 Prozent der fast 1,5 Milliarden Tonnen Aluminium, die je produziert wurden, sind heute noch im produktiven Einsatz. Dieses Metall stand bei vielen industriellen und technischen Innovationen des 20. Jahrhunderts an vorderster Front und wird auch weiterhin eine nachhaltige Zukunft antreiben. Die steigende Nachfrage nachhaltig zu befriedigen, ist eine Herausforderung für die gesamte Wertschöpfungskette, aber die Branche verfügt über das Fachwissen und die Leidenschaft, die notwendigen Lösungen zu finden, um die Kohlenstoffintensität unseres Primärmetalls zu verringern."


 

 

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