Edeka und Rewe
Was der Handel von der neuen Pfandregelung hält

14.07.2021 Ab 2022 ist ein Pfand auf alle Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff verpflichtend. Eine Gesetzesnovelle beendet bekanntermaßen die bisherigen Ausnahmeregelungen für bestimmte Getränke in Plastikflaschen und Dosen.

Rewe Group: „Stets im Sinne der Nachhaltigkeit.“
© Foto: IMAGO / Bihlmayerfotografie
Rewe Group: „Stets im Sinne der Nachhaltigkeit.“

Bislang waren etwa Fruchtsaftschorlen mit Kohlensäure pfandpflichtig, ein Fruchtsaft ohne Kohlensäure hingegen nicht. Künftig gilt grundsätzlich: Ist eine Getränkeflasche aus Einwegplastik, dann wird sie mit einem Pfand belegt. Ausnahmen für Fruchtsäfte oder alkoholische Mischgetränke in Einwegkunststoff-Getränkeflaschen oder Getränkedosen fallen weg.

Grund genug für den Packreport, mal bei den großen Lebensmitteleinzelhändlern anzufragen, wie denn ihre Sichtweise auf die Dinge ist. Zumal sowohl Rewe als auch Edeka mit Eigenmarken in diesem Segment vertreten sind.

Thomas Bonrath, Rewe-Pressesprecher, äußert sich wie folgt:

„Die REWE Group begrüßt grundsätzlich alle Maßnahmen, die der Förderung der Nachhaltigkeit dienen und praktikabel sind. Hierzu zählt ebenfalls die neue Regelung, dass alle PET-Saft-Artikel, die ab dem 01.01.2022 produziert werden, bepfandet werden. Die bisherige Vorgehensweise, wann Pfand auf unterschiedliche PET-Artikel erhoben wird und wann nicht, ist aus Kundensicht ohnehin schwer verständlich.

Die neue Regelung hat Auswirkungen sowohl auf die Produktion als auch auf den Verkauf: Die neue Verordnung wird die Menge an für das Recyclingsystem verfügbarem PET erhöhen, was Engpässe bei der Verfügbarkeit von PET-Material reduzieren wird. Denn die Nachfrage nach Virgin-PET wächst kontinuierlich durch den steigenden Recyclateinsatz im LEH, weshalb wir die Änderungen zum 01.01.2022 begrüßen, um auch zukünftig sukzessiv immer mehr Artikel mit Recyclat-Anteil in der Verpackung anbieten zu können.

Aktuell ist die Nachfrage der Konsumenten nach PET-Saftartikel stabil. Wie und vor allem wie stark sich eine Bepfandung der PET-Flaschen auf das Nachfrageverhalten auswirken wird, bleibt abzuwarten. Die REWE Group wird den Prozess eng begleiten und ihre Aktivitäten stets im Sinne der Nachhaltigkeit und der Kundenbedürfnisse anpassen.“

Aus der Edeka-Zentrale in Hamburg heißt es dazu:

„Die Bepfandung von Säften in PET-Einweg ist grundsätzlich positiv zu bewerten, auch mit Blick auf den Ressourcenschutz. Auf diese Weise kommt zusätzliches Material in den funktionierenden PET-Kreislauf. Die Verpackung der entsprechenden Eigenmarken-Säfte wird sich durch die Bepfandung nicht verändern. Da den Kund:innen das System der Getränkebepfandung bekannt ist, viele auch grundsätzlich Pfand aus Umweltschutzgründen begrüßen, erwarten wir eine hohe Akzeptanz und positive Reaktionen.“


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