Tubenindustrie kämpft mit steigenden Rohstoffpreisen
ETMA beklagt Kostendruck

11.05.2021 Der jüngste Anstieg der Rohstoffpreise und der Mangel an Kunststoffen setzen die europäische Tubenindustrie mächtig unter Druck.

© Foto: ETMA

Die Preise für Aluminium und Kunststoffe sind in den letzten 12 Monaten (April 2020 – April 2021) um fast 60 Prozent für Aluminium und zwischen 75 und 90 Prozent für Kunststoffe wie HDPE, LDPE und PP in die Höhe geschnellt. Darüber hinaus haben allgemeine Kapazitätskürzungen in der Kunststoff erzeugenden Industrie, die steigende Nachfrage nach Kunststoffen in den sich schnell erholenden chinesischen und US-amerikanischen Volkswirtschaften und zahleiche Force Majeure-Fälle, die von mehreren Kunststoffherstellern in Europa erklärt wurden, bereits zu einem Mangel an Kunststoffen für die Tubenherstellung geführt. Zudem sind auch aus gebrauchten Verpackungen recycelte Kunststoffmaterialien, die für Lebensmittelanwendungen geeignet sind, Mangelware, so dass es schwierig ist, die wachsenden Kundenanforderungen zu erfüllen.

Der Kostendruck in der Branche wurde durch die explodierenden Preise für Karton, Beschichtungen und Transportdienstleistungen weiter angeheizt. „Der immense Druck kommt gleichzeitig von allen Seiten und bedroht die Bilanzen der europäischen Tubenhersteller erheblich. Diese Entwicklung stellt eine große Herausforderung für unsere Mitglieder dar“, unterstreicht ETMA-Präsident Dr. Fabio Gussoni. „Die Verpackungsindustrie hat sich während der Pandemie als systemrelevanter Sektor erwiesen, um die kontinuierliche Versorgung der Verbraucher mit wichtigen Gütern wie Desinfektionsmitteln, Lebensmitteln, Pharmazeutika und Kosmetika sicherzustellen. Jetzt ist es essenziell, dass die reibungslose Warenversorgung in Europa während einer anhaltenden Pandemie nicht gefährdet wird.“

Abgesehen von diesen beispiellosen Herausforderungen blicken die europäischen Tubenhersteller optimistisch in die Zukunft, sofern Impfstoff-resistente Mutanten den Fortschritt beim Impfen nicht beeinträchtigen. Eine Erhöhung der Impfgeschwindigkeit in Europa, effizienteres Testen, gelockerte Mobilitätseinschränkungen und steigende Temperaturen in Richtung Sommer werden höchstwahrscheinlich mehr Freiheit für die Verbraucher ermöglichen und ihr Kaufverhalten positiv beeinflussen. Dies dürfte auch die Nachfrage in den Schlüsselmärkten der Tubenindustrie beflügeln, die stark unter der Pandemie gelitten haben, wie beispielsweise der Premium-Kosmetikmarkt. Da die Auftragseingänge aus den Bereichen Zahnpasta, Pharma und Lebensmittel im Jahr 2021 vielversprechend sind, erfreut sich die Branche nach wie vor einer volumenmäßig zufriedenstellenden Nachfrage.

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