Vetropack
Kriegsschäden am Werk in der Ukraine

20.05.2022 Das Unternehmen plant nicht, den Standort dauerhaft zu schließen, sondern ihn nach einer Instandsetzung wieder zu eröffnen.

Vetropack: „Zerstörungen am Werk durch militärische Aktionen sind erheblich.“
© Foto: Vetropack
Vetropack: „Zerstörungen am Werk durch militärische Aktionen sind erheblich.“

Die Vetropack Holding AG, einer der führenden Hersteller von Glasverpackungen in Europa, gibt bekannt: Erste Untersuchungen zur Situation des durch Kampfhandlungen beschädigten ukrainischen Werkes in Gostomel haben ergeben, dass dort mittelfristig nur Aufräumarbeiten sowie der Schutz und Erhalt der Vermögenswerte (inklusive Bewirtschaftung von Altglas und Rohstoffen) möglich sind. Aufgrund der starken Beschädigungen an den Produktionsanlagen sowie der weiter durch militärische Aktionen geprägten Gesamtsituation in der Region ist eine Wiederaufnahme des Gesamtbetriebes vorderhand nicht möglich. Aus diesem Grund sieht sich die Vetropack-Gruppe gezwungen, einen großen Teil der Arbeitsplätze am Standort abzubauen.

„Wir sind uns der Bedeutung dieses Schrittes für unsere Mitarbeitenden in der Ukraine sehr bewusst – sehen aber derzeit keine Alternative “, erklärt Johann Reiter, CEO der Vetropack Holding AG. „Die Zerstörungen an unserem Werk durch militärische Aktionen sind erheblich, wenn auch nicht irreparabel. Trotzdem wird es nach unserer Einschätzung auch nach einem derzeit nicht absehbaren Ende des Krieges nicht möglich sein, unsere Produktion in Gostomel sofort wieder aufzunehmen.“

Zwar plant Vetropack nach wie vor nicht, den Standort dauerhaft zu schließen, sondern ihn nach einer Instandsetzung wieder zu eröffnen. „Die Rahmenbedingungen hierfür werden aber in naher Zukunft nicht gegeben sein“, betont Johann Reiter. „Im Sinne unserer gesamten Unternehmensgruppe müssen wir deshalb entsprechend handeln.“

Konkret wird in den kommenden Wochen ein Kernteam vor Ort die Lage weiter sondieren und erste Maßnahmen zur Vorbereitung einer späteren Instandsetzung der Produktionsanlage einleiten. Dies schließt insbesondere die Sicherung der vor Ort gelagerten Glasverpackungen und Rohstoffe ein.

„Abbau von Arbeitsplätzen ist unumgänglich“

Zu den Maßnahmen zählt auch der Abbau von circa zwei Dritteln der rund 600 Arbeitsplätze am Standort. Bereits zu Beginn des russischen Angriffs hatte Vetropack alle Mitarbeitenden bei Fortzahlung des vollen Gehalts freigestellt. „Diese Maßnahme eignet sich jedoch nur für eine zeitlich begrenzte Überbrückung. Sie ist keine Lösung für die Dauer eines sich womöglich über viele Monate erstreckenden Krieges“, so Johann Reiter. „Die Finanzierung dieser Arbeitsplätze hängt bei uns direkt mit der Produktion und dem Verkauf von Glasverpackungen zusammen. Ohne eine Produktion können wir sie deshalb nicht aufrechterhalten.“

In enger Zusammenarbeit mit der Werksleitung wird Vetropack deshalb in den kommenden Wochen nach möglichen Lösungen für die betroffenen Mitarbeitenden suchen. Da es sich bei der Belegschaft überwiegend um Männer in wehrfähigem Alter handelt, dürfen diese das Land aktuell nicht verlassen und können deshalb auch nicht in anderen Vetropack-Werken eingesetzt werden. Nichtsdestotrotz konnten 35 Mitarbeitende bereits ins Ausland umsiedeln. Einige arbeiten bereits an anderen Standorten von Vetropack.

Die Vetropack-Gruppe gehört zu den führenden Verpackungsglasherstellern für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie in Europa. Die Gruppe verfügt über modernste Produktionswerke sowie Verkaufs- und Vertriebsbüros in der Schweiz, in Österreich, in der Tschechischen Republik, in Kroatien, in der Slowakei, in Rumänien, in der Ukraine, Italien und in der Republik Moldau.







 

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