Glasindustrie
„Steigende Energiekosten gefährden Energiewende“

23.11.2021 Die steigenden Energiekosten für Strom und Erdgas bereiten auch der Glasindustrie große Sorgen. Dies teilte der Bundesverband Glasindustrie, Düsseldorf, mit.

BV Glas: „Strom spielt eine entscheidende Rolle.“
© Foto: IMAGO / Shotshop
BV Glas: „Strom spielt eine entscheidende Rolle.“

Als energieintensive Branche stehe die Glasindustrie vor der Herausforderung, ihre Prozesse zukünftig klimaneutral zu gestalten, wenn sie die ambitionierten politischen Klimaziele bis zum Jahr 2045 erreichen will. Strom spielt bei allen Zukunftstechnologien – sei es die Elektrifizierung der Glaswannen oder der Umstieg von Erdgas auf grünen Wasserstoff – eine entscheidende Rolle.

Durch eine konsequente Umsetzung von Energiesparmaßnahmen habe die Glasindustrie den Energieverbrauch und damit den CO2-Ausstoß bereits in den letzten Jahrzehnten nach dem verfügbaren Stand der Technik reduziert. Eine weitere Reduzierung kann nur durch den Umstieg von den konventionellen Energieträgern – vor allem Erdgas – auf alternative, erneuerbare Energieträger erfolgen.

Aktuell stünden drei Technologien zur Dekarbonisierung der Glasindustrie im Fokus: die vollständige Elektrifizierung mit Grünstrom, der Bau hybrider Glaswannen, die mit Strom und Erdgas bzw. später Wasserstoff betrieben werden, sowie der Einsatz erneuerbarer Gase, wie beispielsweise Wasserstoff oder biogene Gase. Dabei ist Grünstrom für alle Technologien der entscheidende Energieträger, bei der Erzeugung von Wasserstoff wird er beispielsweise zur Elektrolyse benötigt.

BV-Glas-Präsident Dr. Frank Heinricht sagt dazu: „Die Glasindustrie stellt sich den Herausforderungen der Zukunft und forscht intensiv an der Umstellung ihrer Prozesse. Allerdings ist sie auch darauf angewiesen, dass die Politik die notwendige Infrastruktur und Rahmenbedingen für den Wandel schafft. Dazu zählen vor allen Dingen niedrige Energiepreise, um auch nach der Umstellung auf erneuerbare Energieträger wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Der Bundesverband Glasindustrie e.V. vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen der Glas herstellenden Industrie in Deutschland. Dazu zählen die Bereiche Flachglas, Behälterglas, Wirtschaftsglas, Glasfasern, Spezialglas sowie Glasbearbeitung und -veredelung. Der Branche gehören rund 400 Betriebe mit circa 54.000 Beschäftigten an. Der Gesamtumsatz betrug 2020 rund 9,4 Milliarden Euro.

 

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