Displays & Trays
Trends bei nachhaltigen Displays

25.10.2021 Verbraucher:innen von heute fordern Nachhaltigkeit – auch am Point of Sale. Displays und Verpackungen sind hier ideale Botschafter für ein nachhaltigeres und wertebasiertes Marken-Image. Doch Image allein macht noch keine echte Nachhaltigkeit. Ob kunststofffrei, aus Holz oder mit Silphie: einige Beispiele.

In zwei der größten Superdrug-Filialen schuf die STI Group in Kooperation mit der Agentur N2O einen Erlebnis-Kosmos: Mit auffälligen Torbögen, Verbindungswänden sowie einem riesigen Regenbogen.
© Foto: STI Group
In zwei der größten Superdrug-Filialen schuf die STI Group in Kooperation mit der Agentur N2O einen Erlebnis-Kosmos: Mit auffälligen Torbögen, Verbindungswänden sowie einem riesigen Regenbogen.

Hersteller:innen und Handel müssen ihre Kund:innen mit Display-Konzepten überzeugen, die ganz konkret für Recyclingfähigkeit und mehr Klimaschutz stehen, Ressourcen schonen und relevante Botschaften senden. Diese Entwicklung nachhaltiger Lösungen will der Verpackungs- und Displayhersteller STI Group unter anderem mit seiner Circular-Innovation-Initiative vorantreiben. Die interdisziplinäre Projektgruppe identifiziert nachhaltige Themen und setzt sie in marktreife Produkte um, sowohl im Verpackungs- als auch im Display-Bereich. „Das Display der Zukunft ist impulsstark, logistisch optimiert und nachhaltig“, sagt Jakob Rinninger, CEO der STI Group. Im Fokus stünden dabei ressourcenschonende, faserbasierte Displays und klimaneutrale POS-Kampagnen.

Die Next Generation Displays der STI Group sind beispielsweise modular – um Abfallquoten zu senken und Material zu sparen. Sie bestehen komplett aus Wellpappe. Wo früher häufig Clips, Haken oder Scanner-Schienen aus Kunststoff eingesetzt wurden, gibt es mittlerweile für alle Anwendungen eine Alternative aus Wellpappe aus FSC-zertifizierten Materialien mit niedrigen Grammaturen. Eine CO2-optimierte Fertigung, Logistik und die Möglichkeit zur Kompensation sollen laut der STI Group darüber hinaus für einen klimafreundlichen Point of Sale sorgen. „Wir arbeiten nach einem ganzheitlichen Ansatz“, so Rinninger, „denn wir wollen die gesamte Supply-Chain nachhaltiger gestalten. Dafür hinterfragen wir mit unseren Kund:innen das ‚Now‘ und arbeiten gemeinsam am ‚Next‘ ihrer Konzepte.“ Ein Patentrezept für Nachhaltigkeit gibt es dabei aus Sicht des Experten nicht, denn die Nachhaltigkeitsziele der Marken und die individuellen Voraussetzungen seien so unterschiedlich wie die Marken selbst.

Die Next Generation Displays sind modular und bestehen komplett aus Wellpappe – so sollen die Abfallquote gesenkt und Material eingespart werden. © Foto: STI Group
Die Next Generation Displays sind modular und bestehen komplett aus Wellpappe – so sollen die Abfallquote gesenkt und Material eingespart werden.

 

Kunststofffreie Displays: Bruce & Co.

In der Range an nachhaltigen Displaytypen von der STI Group spielen modulare Systeme eine immer wichtigere Rolle. Bei den sogenannten Point of Sale Heros – die durch Nachhaltigkeit und Impulskraft überzeugen sollen – sei der Favorit bei Handel und Hersteller:innen ‚Bruce‘. Das Monomaterialdisplay ist kunststofffrei und wird als komplette Einheit flachliegend an den POS geliefert, wo es einfach aufgerichtet und mit den zugehörigen Produkten bestückt werden kann.

Der Verzicht auf Kunststoff war laut der STI Group auch für Underberg ein zentraler Punkt bei der Entwicklung des Jubiläumskonzepts am POS. Die Traditionsmarke präsentiert sich anlässlich ihres 175-jährigen Bestehens frischer und nachhaltiger: Den Bitter „Original Kräuter“ können Verbraucher:innen mit einem fantasievollen Design-Makeover erleben, einer neuen, kunststofffreien Verpackung sowie einem logistisch optimierten Display. Den Markenverantwortlichen sei es bei dem Relaunch wichtig gewesen, dass sich die Natürlichkeit des Produktes in der POS-Präsentation widerspiegele, so die STI Group. Die Verpackungen und Displays sind zu 90 Prozent aus altpapierbasiertem Material gefertigt und lassen sich vollständig recyceln. Insbesondere jüngere Zielgruppen sollen mit der POS-Kampagne erschlossen werden. Das Unternehmen will dabei aber auch den Marken-Ursprüngen treu bleiben. Angelehnt an das Gründungsjahr 1846 ist das Jubiläums-Design von Underberg eine Hommage an die „Zeit des Aufbruchs“. Underberg präsentiert seine Kräuter-Bitter in den markentypischen Farben, gepaart mit bunten Elementen. Tradition mit Moderne sollen so unter dem Motto „Popart meets deutsche Romantik“ verbunden werden.

Anlässlich des 175-jährigen Bestehens gibt es den Original Kräuter Bitter von Underberg in einer kunststofffreien Verpackung sowie einem logistisch optimierten Display. © Foto: STI Group
Anlässlich des 175-jährigen Bestehens gibt es den Original Kräuter Bitter von Underberg in einer kunststofffreien Verpackung sowie einem logistisch optimierten Display.

 

Marken mit Mission

Am britischen Point of Sale bekennt dagegen Unilever Farbe: mit Engagement für die LGBTQ+ Community. Für die Aktion erhielten die vier der größten britischen Unilever-Marken Lynx, Simple, Vaseline und Closeup ein Verpackungs-Makeover im Regenbogen-Look. Alle Bestandteile der Kampagne verwiesen auf die Wohltätigkeits-Organisation Switchboard, die das Engagement der LGBTQ+ Community in Großbritannien unterstützt. Das auffällige Design der Kampagne findet sich in allen POS-Elementen wieder, so weisen beispielsweise Floor Sticker den Weg in die „Zeig-wer-du-bist-Welt“. In zwei der größten Filialen der britischen Drogeriekette Superdrug wurde in Kooperation mit der Agentur N2O sogar ein ganz eigener Erlebnis-Kosmos geschaffen: Mit auffälligen Torbögen, Verbindungswänden sowie einem riesigen Regenbogen bildete der Tunnel das unübersehbare Herzstück der Stores und machte die bunte Markenwelt für die Shopper zum Erlebnis. „Verbraucher kaufen nicht nur eine Marke, sondern vor allem das, wofür sie steht“, erklärt Rinninger. „Displays und Verpackungen transportieren diese Botschaft sehr effektiv.“ Mit relevanten Themen und einem starken Design könnten Marken die Verbraucher am Point of Sale so emotional erreichen.

In zwei der größten Superdrug-Filialen schuf die STI Group in Kooperation mit der Agentur N2O einen Erlebnis-Kosmos: Mit auffälligen Torbögen, Verbindungswänden sowie einem riesigen Regenbogen. © Foto: STI Group
In zwei der größten Superdrug-Filialen schuf die STI Group in Kooperation mit der Agentur N2O einen Erlebnis-Kosmos: Mit auffälligen Torbögen, Verbindungswänden sowie einem riesigen Regenbogen.

 

Holzdisplays: Natürlich und langlebig

Displays aus FSC-zertifiziertem Holz treffen den Zeitgeist von Nachhaltigkeit und Sinnhaftigkeit, zahlen aber auch ganz konkret auf Klimaschutz und Ressourcenschonung ein. Laut der STI Group punkten sie mit flachliegendem, CO2-sparendem Versand, wiegen wenig und tragen viel. Und das sehr lange – die Stelldauer betrage ein Vielfaches der Nutzungsdauer von Wellpappdisplays. „Leichtholzdisplays werden nicht nur für Promotions, sondern häufig auch als Regalverlängerung eingesetzt. Sie können Monate oder theoretisch auch Jahre stehen, ohne dass sie erneuert werden müssten“, erläutert Rinninger. Das Handling sei dabei einfach, Aufbauen könne man sie schnell – ohne großen Aufwand und ohne Werkzeuge.  Ist die Stellzeit im Handel beendet, lässt sich das Display genauso schnell und einfach wieder abbauen. Die einzelnen Komponenten können dann über den Recyclingkreislauf entsorgt werden. Leichtholzdisplays lassen sich vielfältig gestalten und für impulsstarke Kampagnen einsetzen. Durch hochwertigen Druck, individuelle Konturen, Fräsungen oder Laserstanzungen lassen sich die nachhaltigen Aufsteller laut der STI Group zum Blickfang machen.

Die Stelldauer von Holzdisplays beträgt ein Vielfaches der Nutzungsdauer von Wellpappdisplays. © Foto: STI Group
Die Stelldauer von Holzdisplays beträgt ein Vielfaches der Nutzungsdauer von Wellpappdisplays.

 

Karton und Wellpappe aus Silphie

„Als Pioneers in Packaging streben wir nach innovativen und nachhaltigen Lösungen, die Märkte bewegen“, sagt Rinninger weiter. Mit Karton und Wellpappe aus Silphie habe die STI Group in diesem Jahr als erstes Unternehmen der Branche gezeigt, dass man neben holzbasierten auch andere recyclefähige faserbasierte Materialien am Point of Sale nutzen könne. „Diese und viele andere nachhaltige Ansätze werden wir über unsere Circular-Innovation-Initiative in den nächsten Monaten weiter vorantreiben und unseren Kund:innen bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele unterstützen“, so Rinninger. Man sei sich der Verantwortung und auch des Einflusses bewusst und wolle als Unternehmen führend Verantwortung für eine nachhaltigere Welt übernehmen.

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