Ohne Aluminium
Kaffeekapseln aus erneuerbaren Polymeren

07.06.2021 Das Schweizer Unternehmen Delica hat eine neue Reihe Kaffeekapseln eingeführt, die auf zertifizierten erneuerbaren Polymeren des Chemieunternehmens Sabic basieren.

Alma Packaging (Schweiz) hat Kunststofffolien auf Basis von zertifizierten, erneuerbaren Polymeren von Sabic für eine neue Reihe von aluminiumfreien Kaffeekapseln entwickelt. Zum Einsatz kommen Sie bei Delica.
© Foto: Delica
Alma Packaging (Schweiz) hat Kunststofffolien auf Basis von zertifizierten, erneuerbaren Polymeren von Sabic für eine neue Reihe von aluminiumfreien Kaffeekapseln entwickelt. Zum Einsatz kommen Sie bei Delica.

Wie Sabic mitteilte, setzt Delica für die Kaffeekapseln zertifizierte, erneuerbare Polypropylen-Harze ein. Die auf Bio-Rohstoffen basierenden Materialien wurden in den neuen Kapseln im April 2021 auf den Markt gebracht und ersetzen neuwertiges fossil-basiertes Polypropylen (PP). Sie lassen sich in den firmeneigenen Delizio-Kapselmaschinen verwenden.

"Eine von Carbotech durchgeführte Lebenszyklusstudie hat gezeigt, dass wir den ökologischen Fußabdruck unserer Delizio-Kapseln deutlich reduzieren können, indem wir unsere bisherige Hauptkomponente auf fossiler Basis durch ein erneuerbares Polypropylen-Material auf Basis von Tallöl ersetzen", sagt Ralf van den Bragt, Head of Business Unit Coffee bei Delica. Mit einem zertifizierten Anteil an nachwachsenden Rohstoffen von mindestens 65 Prozent werde die Umweltbelastung pro Kapsel so um circa 40 Prozent reduziert.

Sabic liefert die PP-Materialien an Alma Packaging. Hier werden sie zu Kunststofffolie weiterverarbeitet, aus der dann die Kapseln thermogeformt werden. Delica füllt und verschließt die Kapseln. Verkauft werden sie anschließend durch die Muttergesellschaft Migros, die größte Einzelhandels- und Supermarktkette der Schweiz.

PP-Material mit Basis Tallöl

Die erneuerbaren PP-Materialien von Sabic werden aus Tallöl hergestellt, einem tier- und palmölfreien Rohstoff, der laut Unternehmen nicht in direkter Konkurrenz zu den Quellen der menschlichen Nahrungsmittelproduktion steht. Das Tallöl sei ein Abfallprodukt aus dem Holzaufschlussverfahren in der Papierindustrie. "Unsere Bio-PP-Folien mit den erneuerbaren Polymeren bieten die gleichen Verarbeitungseigenschaften wie herkömmliche PP-Folien und führen zu Kunststoffverpackungslösungen mit hohen CO₂-Einsparungen", sagt Philipp Broch, Geschäftsführer Alma Packaging. "Sie können mit Kunststoffen hergestellt werden, die zu bis zu 95 Prozent auf erneuerbaren Rohstoffen basieren.“

Massenbilanzansatz nach ISCC Plus

Der Nachhaltigkeitswert beziehungsweise -beitrag der zertifizierten erneuerbaren Polymere wird laut Sabic anhand eines Massenbilanzansatzes im Rahmen des International Sustainability & Carbon Certification (ISCC Plus) Schemas validiert. Die Massenbilanz werde demnach ermittelt, um den erneuerbaren Anteil, der bei der Produktion und Umwandlung des Kunststoffmaterials verwendet wird, der endgültigen Anwendung zuordnen zu können. Die ISCC-Plus-Akkreditierung verifiziere, dass die Massenbilanzierung definierten und transparenten Regeln folge. Darüber hinaus soll die Zertifizierung eine Rückverfolgbarkeit über die gesamte Lieferkette der Partner vom Ausgangsmaterial bis zum Endprodukt bieten.

Weiterhin besagt eine Cradle-to-Gate-Lebenszyklusanalyse nach ISO 14040 von Sabic, dass von der Beschaffung des Rohmaterials bis zur Herstellung der Polymere, jede Tonne des biobasierten PP- und PE-Harzes des Unternehmens die CO₂-Emissionen um durchschnittlich vier Kilogramm im Vergleich zu fossilbasierten Neuware-Alternativen reduziert, während gleichzeitig der Verbrauch fossiler Ressourcen um bis zu 80 Prozent reduziert wird.


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