Nachhaltigkeit
Mars: Nachhaltigere Verpackungen für den europäischen Markt

02.03.2021 Der Schokoriegel Balisto ist seit Anfang Februar 2021 in der Papierverpackung erhältlich. Was ist sonst los bei Mars Wrigley? Der packREPORT hat nachgefragt.

Ein Mars-Mitarbeiter prüft Skittles-Verpackungen am Standort Yorkville, USA.
© Foto: Mars
Ein Mars-Mitarbeiter prüft Skittles-Verpackungen am Standort Yorkville, USA.

Wie der packREPORT Anfang Februar berichtete, testet Mars Wrigley in einer Pilotphase von Februar bis November 2021, wie der Balisto-Riegel in einer papierbasierten Verpackung abschneidet. Erhältlich sind die Riegel in Multipacks in mehr als 500 Märkten der Handelspartnerin Edeka Minden-Hannover. Bei den rund 100.000 9er-Multipacks von Balisto in der Variante Honig-Mandel bestehen die Verpackungen des Einzelriegels sowie des Umkartons zu mehr als 90 Prozent aus Papier. Allein im Testzeitraum reduziert der Süßwarenhersteller nach eigenen Angaben den Einsatz von Verpackungsplastik so um rund 440 Kilogramm.

Nachhaltigere Verpackungen für den europäischen Markt

Auch im Ausland laufen bei Mars verschiedene Projekte zum Thema Nachhaltigkeit von Verpackungen. Wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte, führt Mars Wrigley zum Teil Test-&-Learn-Projekte durch, um Erkenntnisse und Erfahrungen mit neuen Materialien zu sammeln, sprich: Wie bewähren sich die neuen Verpackungsmaterialien in der Beschaffung, im Produktionslauf (in den Verpackungsmaschinen), beim Transport, im Regal und wie beurteilt letztlich der Konsument die Verpackung.

Bei einigen Marken und Produkten im Ausland sind derzeit schon um- oder neugestaltete Verpackungen für weitere Tests sowie für den Dauereinsatz geplant. So will Mars Food zusammen mit dem Verpackungsunternehmen Amcor im Jahr 2021 den ersten lebensmittelsicheren, mikrowellengeeigneten und recycelbaren Reisbeutel aus Mono-Propylen für die Marken Ben's Original und Seeds of Change auf den Markt bringen. Die ersten Packungen sollen bis Mitte 2021 in begrenzten europäischen Märkten eingeführt werden.

Des Weiteren plant Mars Wrigley UK sein nachhaltiges Verpackungsprogramm im Jahr 2021 weiter voranzutreiben und allein mit der Reduzierung von Verpackungen beziehungsweise Verpackungsmaterial einiger seiner beliebtesten Marken, rund 51 Tonnen Kunststoff pro Jahr zu sparen. Los gehen soll es bereits im April: Ausgewählte Standard- und sogenannte More-to-Share-Verpackungen von Marken wie M&M's, Galaxy Counters, Galaxy Minstrels, Revels, Maltesers Buttons, Skittles und Starburst sollen in Großbritannien und Irland schmaler werden. Dadurch will Mars Wrigley den Kunststoffverbrauch um rund 647.000 Quadratmeter pro Jahr reduzieren – das entspricht einer Fläche von über 90 Fußballfeldern. Wie das Unternehmen mitteilte, werden die neuen Verpackungen eine durchschnittliche Kunststoffreduzierung von zehn Prozent pro Packung im Vergleich zum aktuellen Sortiment 2020 aufweisen.

Mars Wrigley Frankreich hat derweil im Oktober 2020 einen neuen M&M’s-Beutel (300g) aus Monomaterial in den französischen Markt gebracht. Der Beutel besteht aus Polyethylen (anstelle von zwei Mischmaterialien) und ist damit besser recycelbar. Der Beutel soll über insgesamt acht Monate mit den Retail-Partnern Carrefour und Systéme U getestet werden.

Nachhaltigkeits-Fahrplan bis 2025

Das Produktportfolio von Mars ist mit den Geschäftsbereichen Petcare, Food und Süßwaren (Mars Wrigley) sehr umfangreich und stellt dementsprechend unterschiedliche Ansprüche an Verpackungen dar. „Deshalb umfassen unsere Bemühungen die Vermeidung unnötiger Verpackungen, den Einsatz von mehr recycelbaren Materialien, den Einsatz von wiederverwendbaren Verpackungsmodellen sowie die Verarbeitung von recyceltem Material in neuen Verpackungen“, so eine Unternehmenssprecherin. Mit den Bemühungen, die eigenen Verpackungen nachhaltig zu gestalten, sei es natürlich nicht getan. Selbst wenn eine Verpackung so konzipiert sei, dass sie recycelbar, wiederverwendbar oder kompostierbar ist, komme es auch auf das Verbraucherverhalten und die entsprechende Infrastruktur an. Mars kooperiert in diesem Zusammenhang mit Partnern wie der Ellen MacArthur Foundation, um Verpackungskreisläufe zu schließen. Darunter fallen beispielsweise innovative Recyclingsysteme, damit Verpackungen wiederverwendet werden können und nicht zu Abfall werden. Außerdem will Mars Verbraucher darin unterstützen, Verpackungen der passenden Entsorgung zuzuführen.

Einerseits könne Kunststoff durch die Um- oder Neugestaltung gespart werden, indem unnötige Schichten entfert oder Verpackungen kleiner gestaltet werden. Mars arbeite aber auch daran, verstärkt recyceltes Material in die Verpackungen einfließen zu lassen. Bis 2025 will das Unternehmen durchschnittlich 30 Prozent Rezyklat in Kunststoffverpackungen verarbeiten und somit die Produktion von Neuplastik senken.

 

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