Mit Kunststoff gegen den Plastikwahn
Umweltfreundliche Verpackung aus Kunststoff. Geht das?

08.02.2021 Nachhaltigkeit ist ein Kernaspekt in der heutigen Positionierung vieler Unternehmen. So auch bei Waterdrop: Das junge Unternehmen will Wassertrinken für jeden schmackhaft machen – und dem Plastikwahn ein Ende setzen.

Die einzelnen Drops sind mit einer Tiefziehfolie aus 100 Prozent Mono-PP verpackt.
© Foto: Waterdrop
Die einzelnen Drops sind mit einer Tiefziehfolie aus 100 Prozent Mono-PP verpackt.

Weniger Kunststoff im Einsatz: Damit trifft das Wiener Start-up Waterdrop, das hierzulande auch durch die TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ bekannt ist, den Nerv der Zeit. Denn die Reduktion von Kunststoff ist gefragt wie nie. Umso spannender ist die Frage, weshalb sich das Unternehmen dennoch für eine Kunststoff-Einzelverpackung seiner Produkte entschieden hat – eine über zwei Jahre ausgeklügelte Verpackungsvariante von Etimex Primary Packaging.

Das Jungunternehmen Waterdrop bietet mit seinen Microdrinks eine praktische Möglichkeit, den eigenen Wasserkonsum zu steigern. Mit kompakten Würfeln, sogenannten Drops, lässt sich einfaches Wasser mit Fruchtgeschmack und Vitaminen versehen. Die Umverpackung der Microdrinks ist ansprechend aufgemacht. Eine Packung enthält zwölf Drops, die wiederum einzeln verpackt sind. Ein Produktmerkmal, das der moderne Verbraucher jedoch berechtigt in Frage stellt: Ist der Einsatz von Einzelverpackungen zeitgemäß und wirklich notwendig? Man könnte meinen, die Wahl dieser Verpackungsvariante stünde dem Nachhaltigkeitsgedanken des Unternehmens entschieden entgegen. Wie also ist es Waterdrop trotzdem möglich, authentisch für die Reduktion von Kunststoffeinsatz zu stehen?

Die Lösung fand das Unternehmen in der Zusammenarbeit mit dem Verpackungsmittelhersteller Etimex Primary Packaging aus Dietenheim, der den Einsatz umweltfreundlicher Verfahren und Produktlösungen ebenfalls in der Firmenphilosophie verankert hat. Für die Drops hat Etimex deshalb über zwei Jahre lang eine neue Verpackungslösung entwickelt, die den gemeinsamen Ansprüchen an nachhaltiges Agieren gerecht werden soll.

In einem Glas Wasser aufgelöst, verwandeln die Drops einfaches Wasser in eine fruchtige Variante, angereichert mit Vitaminen. © Foto: Waterdrop
In einem Glas Wasser aufgelöst, verwandeln die Drops einfaches Wasser in eine fruchtige Variante, angereichert mit Vitaminen.

Mono-Polypropylen als Lösung

Um einen zuverlässigen Schutz der Drops vor Verfärbungen, Geschmacksveränderung oder Kontamination zu ermöglichen, ist eine Einzelverpackung des Produkts unumgänglich. Mit einer speziellen Tiefziehfolie aus 100 Prozent recycelbarem PP Mono konnte Etimex hier den entscheidenden Beitrag leisten. Denn Waterdrop und Etimex verfolgen dieselbe Strategie: Das Ziel ist nicht die Reduktion von Kunststoff um jeden Preis, sondern Kunststoff als Verpackungsmaterial so sinnvoll wie möglich einzusetzen. Es geht beiden Unternehmen darum, den positiven Beitrag von Kunststoff als Verpackungsmaterial zu nutzen und mit den anstehenden Herausforderungen in ein angemessenes Verhältnis zu setzen.

Waterdrop selbst formuliert ganz klar: „Wir setzen dem Plastikwahn ein Ende. Drop by drop sorgen wir für weniger CO2 und Kunststoff.“ Es mag paradox klingen, aber das Ziel erreicht die Firma durch den gezielten Einsatz der von Etimex produzierten Kunststoff-Einzelverpackung. Die eingesetzte Tiefziehfolie, die ausschließlich aus Polypropylen besteht, bietet nämlich viele Chancen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Eine davon: als Mono-Material ist sie vollständig recyclingfähig. Der gezielte Einsatz von recycelbarem Kunststoff spart große Mengen an Kunststoff ein. Die Verpackung aus PP Mono bietet aber auch den notwendigen Schutz für die natürlichen Inhaltsstoffe der empfindlichen Drops, die bewusst ohne künstliche Konservierungsstoffe hergestellt werden. Dafür sorgt die integrierte Wasserstoffbarriere – eine zusätzliche Innenschicht, die das Eindringen von Feuchtigkeit von außen in die Produktverpackung verhindert. Gleichzeitig unterstützt Waterdrop damit die Reduktion von Lebensmittelverschwendung, denn die Folie erhöht die Haltbarkeit der Drops von wenigen Wochen auf etwa ein Jahr.

Mit der Drop-Lösung, in Kombination mit der neu entwickelten Einzelverpackung, ist es Waterdrop nach eigenen Angaben möglich, im Vergleich zu herkömmlichen Plastikflaschen bis zu 97 Prozent Kunststoff und CO2 einzusparen. © Foto: Waterdrop
Mit der Drop-Lösung, in Kombination mit der neu entwickelten Einzelverpackung, ist es Waterdrop nach eigenen Angaben möglich, im Vergleich zu herkömmlichen Plastikflaschen bis zu 97 Prozent Kunststoff und CO2 einzusparen.

Nachhaltigkeit messbar machen

Mit der Idee der Drop-Lösung, in Kombination mit der neu entwickelten Einzelverpackung, ist es Waterdrop möglich, im Vergleich zu herkömmlichen Plastikflaschen bis zu 97 Prozent Kunststoff und CO2 einzusparen. Dazu ein praktischer Vergleich: Allein der Verschluss einer handelsüblichen Plastikflasche entspricht der Menge Kunststoff, die für zehn Drops benötigt wird. Im Sinne unserer Umwelt ist die Reduktion von Kunststoff ein wichtiges Ziel. Denn an zu vielen Stellen, wird Kunststoff gedankenlos und in Massen als einfachste Lösung eingesetzt. Aber es lohnt sich, genauer hinzusehen. Denn nachhaltiges Agieren kann eben auch durch den gezielten, sparsamen Einsatz von Kunststoff erreicht werden. Und im Falle von Waterdrop wird dies sogar messbar.

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