Kaufland
Exklusiv: Die Verpackungsstrategie der Handelskette

28.03.2022 Kaum ein Lebensmittelvollsortimenter hat in der jüngsten Vergangenheit in Bezug auf Verpackungen so viel angepasst und optimiert wie die Neckarsulmer. Der packREPORT hakte nach – wir dokumentieren das exklusive Statement von Kaufland im Wortlaut.

Kaufland: „Im Bereich Obst und Gemüse fokussieren wir uns auf unverpackte Ware.“
© Foto: IMAGO / Sven Simon
Kaufland: „Im Bereich Obst und Gemüse fokussieren wir uns auf unverpackte Ware.“

„Die Schwarz-Gruppe, die mit den Handelssparten Lidl und Kaufland zu den weltweit führenden Handelsunternehmen gehört, ist sich ihrer Verantwortung für die Umwelt bewusst und nimmt diese wahr. Mit REset Plastic hat die Unternehmensgruppe im Jahr 2018 eine ganzheitliche, internationale Strategie entwickelt, die sich in fünf Handlungsfelder gliedert: Vermeidung, Design, Recycling, Beseitigung sowie Innovation und Aufklärung. Damit wird die Vision ‚Weniger Plastik – geschlossene Kreisläufe‘ Wirklichkeit.

Die konkreten Ziele von REset Plastic sind:

- 100 Prozent der Eigenmarkenverpackungen maximal recyclingfähig zu machen

- Reduktion des Kunststoffverbrauchs bis 2025 um mindestens 20 Prozent bei unseren Eigenmarkenverpackungen

- durchschnittlich 25 Prozent Rezyklat in den Eigenmarkenverpackungen aus Plastik einzusetzen.

An den Handlungsfeldern und Zielsetzungen arbeitet Kaufland als Unternehmenssparte intensiv mit und setzt zahlreiche Maßnahmen um, die auf die Zielerreichung einzahlen. Insbesondere im Einzelhandel spielen Verpackungen eine große Rolle. Das Material ist robust, leicht und flexibel verwendbar. Auch für unser Kerngeschäft, den Handel mit Lebensmitteln und Non-Food-Produkten, ist der Wertstoff als Transport- und Verpackungsmaterial unverzichtbar. Daher ist es ein wichtiger Schritt, Verpackungskomponenten, wo möglich und ökologisch sinnvoll, wegzulassen.  Auch die kontinuierliche Weiterentwicklung innovativer umweltfreundlicherer Verpackungen spielt eine große Rolle. Dabei haben wir insbesondere unsere Eigenmarken im Blick. Ein erstes Etappenziel ist bei Kaufland bereits erreicht: Innerhalb von drei Jahren konnten wir durch Verpackungsoptimierung und -reduktion den Plastikeinsatz in unseren Eigenmarkenverpackungen in Deutschland bereits um 20 Prozent reduzieren.

Wo immer es möglich ist, vermeiden wir unnötige Umverpackungen wie beispielsweise Schrumpffolien für Trays. Im Bereich Obst und Gemüse fokussieren wir uns auf unverpackte Ware oder führen neue, innovative Verpackungssysteme ein. So werden beispielsweise die Honigpomelos direkt nach der Ernte mit einer natürlichen, pflanzlichen Schutzschicht überzogen. Zudem setzen wir im Bereich Obst und Gemüse auch Verpackungen auf Basis der Silphie-Pflanze beispielsweise bei Kresse, weißen und braunen Champignons sowie Tomaten der Kaufland-Eigenmarke K-Bio ein.

In ausgewählten Filialen testen wir derzeit nicht nur Pfandgläser für Lebensmittel, sondern auch Unverpackt-Stationen, an denen sich Kunden Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Linsen oder Trockenfrüchte in Bio-Qualität bedarfsgerecht abfüllen können. Durch das Angebot unverpackter Ware soll sowohl Plastik als auch die Verschwendung von Lebensmitteln in Privathaushalten reduziert werden.

Auch Verpackungsanpassungen wie z.B. unsere PET-Einwegpfandflaschen unserer Eigenmarken machen einen Unterschied. Nach der Herstellung in der Schwarz Produktion und dem Verkauf in den Filialen erfolgt das Einsammeln, Verwerten und Wiederaufbereiten über die Umweltsparte der Schwarz Gruppe PreZero. Alle PET-Einwegpfandflaschen unserer Eigenmarken bestehen so zu 100 Prozent aus recyceltem Plastik (ausgenommen Etikett und Deckel), aus dem eigenen Kreislauf der Schwarz Gruppe. Auch unsere Becher der Kaffeespezialitäten und Milchshakes der Eigenmarke K-to-go, die wir ohne Plastikdeckel verkaufen, zahlen auf unsere Reduktionsziele ein. Stattdessen haben wir eine Trinköffnung im Aluverschluss integriert. Hierdurch sparen wir 52 Tonnen Plastikmüll im Jahr ein. Auf den Einwegdeckel aus Plastik verzichtet Kaufland auch bei ausgewählten Joghurt- bzw. Frischkäseartikeln aus dem Eigenmarkensortiment zugunsten eines wiederverwendbaren Mehrwegdeckels. Der Deckel besteht aus lebensmittelechtem Material und ist spülmaschinengeeignet. Durch den Verzicht auf die Einwegwegdeckel sparen wir jährlich 60 Tonnen Plastik ein.

Grundsätzlich sind wir neben zahlreichen Initiativen rund um Plastik und innovative Materialien permanent bestrebt, unseren Kunststoffverbrauch nicht nur bei den Verpackungen unserer Eigenmarken, sondern beispielsweise auch in der Filiale oder beim Transport wo immer möglich zu verringern.“





 

 

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