Innovation Days
Greiner Packaging fokussiert auf Kreislaufwirtschaft

09.06.2021 Am 9. und 10. Juni 2021 veranstaltet der Kunststoff-Verpackungshersteller Greiner Packaging ein virtuelles Messeerlebnis. In 19 Live-Sessions können sich Teilnehmer über Themen wie Design for Recycling, Connected Packaging und rechtliche Rahmenbedingungen für Verpackungen informieren.

Highlights bei den Innovations Days sind der hitzebeständige PET-HTS-Becher, die eigenständige Trennung von Karton und Kunststoff bei K3-Bechern oder digitale Wasserzeichen, die ein einfacheres Recycling von Verpackungen ermöglichen sollen.
© Foto: Greiner Packaging
Highlights bei den Innovations Days sind der hitzebeständige PET-HTS-Becher, die eigenständige Trennung von Karton und Kunststoff bei K3-Bechern oder digitale Wasserzeichen, die ein einfacheres Recycling von Verpackungen ermöglichen sollen.

Manfred Stanek, CEO Greiner Packaging, blickte in seiner Eröffnungsrede auf ein herausforderndes Jahr 2020 zurück, sagte aber zugleich, dass Greiner Packaging als Verpackungsunternehmen, im Gegensatz zu anderen Branchen, mit dem Jahresergebnis sehr zufrieden sein könne. Die Covid-19-Pandemie hatte große Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe, da viele Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiteten und internationale Geschäfte virtuell abgewickelt wurden. Mithilfe von Sicherheits- und Hygieneprozessen sei die Produktion jedoch während der gesamten Pandemie ohne Lieferausfälle weitergelaufen und Kunden erhielten die von ihnen angeforderten Mengen an Verpackungen.

Anfang 2021 kam es zu einem drastischen Anstieg der Rohstoffpreise, verbunden mit einem Rückgang der Verfügbarkeit. Auch die Preise für Kunststoffgranulat stiegen drastisch an, verdoppelten sich in einigen Fällen sogar. Dank guter Partnerschaften mit Lieferanten sei Greiner Packaging jedoch auch hier sehr gut durch diese Krise gekommen, so Stanek.

Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft

Stanek ging auf die Zukunft und die Bedeutung der Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft ein: Greiner Packaging ist Mitglied der Ellen MacArthur Foundation und hat 2018 das New Plastics Economy Global Commitment unterzeichnet – mit dem Ziel, problematische und unnötige Kunststoffverpackungen zu eliminieren, alle Verpackungen zu 100 Prozent recycelbar, wiederverwendbar oder kompostierbar zu machen und bis 2025 so viel Recyclingmaterial für seine Verpackungen einzusetzen, wie möglich. "Wir glauben, dass diese Ziele ehrgeizig, aber realistisch sind, wenn wir als Industrie zusammenarbeiten“, so Stanek.

Greiner Packaging will seine Ziele durch eine Circular-Economy-Strategie erreichen, die sehr stark auf die Punke „reduce, recycle und reuse“ fokussiert. Hier spielen laut Stanek vor allem die eigens vom Unternehmen entwickelten Design-for-Recycling-Richtlinien eine wichtige Rolle. Daneben sei das breite Materialportfolio des Unternehmens bedeuted. Stanek sieht darin eine wichtige Voraussetzung, um die Nachhaltigkeitsziele – und vor allem den ambitionierten Anteil an Recyclingmaterialien – zu erfüllen. Greiner Packaging setzt auf PP, PS, PET, aber auch auf bio-circular Materialien.

Hitzebeständiges r-PET

Jörg Sabo, Global Marketing & Innovation Director, stellte einige Projekte des Unternehmens vor: beginnend mit Fokus auf das Material r-PET. Im Moment sei r-PET das einzige mechanisch recycelte Material, das für Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden könne, so Sabo. Durch existierende Flaschen-Recyclingströme ist es gut verfügbar. PET sei außerdem leicht zu recyceln, daher lege Greiner Packaging ein Augenmerk darauf, dieses Material für noch mehr Anwendungen weiterzuentwickeln.

Bisher hatte PET mit der Herausforderung der Hitzebeständigkeit zu kämpfen und wurde daher nicht für Molkereiverpackungen verwendet, da die Milchindustrie Becher vor der Abfüllung mit Hochtemperatur-Dampf sterilisiert. Greiner Packaging sei es nun gelungen, einen PET-HTS-Becher zu entwickeln, der bis zu Temperaturen von 120°C hitzebeständig sei, erläuterte Sabo. Das Unternehmen hat bereits mehrere Tests für bedruckte Becher durchgeführt und testet auch bereits sogenannte K3-Becher (Karton-Kunststoff-Kombination) aus PET HTS. Die Ergebnisse sähen laut Sabo sehr vielversprechend aus. Neben Molkereiprodukten stelle das hitzebeständige Material auch eine interessante Möglichkeit für Verpackungen für Suppen und Fertiggerichte dar.

Karton-Kunststoff-Kombinationen, die sich selbst trennt

Gut recycelbare Karton-Kunststoff-Kombinationen spielen eine wichtige Rolle in der Circular-Economy-Strategie des Unternehmens. Durch den Karton werde weniger Kunststoffmaterial eingesetzt, was den CO2-Ausstoß reduziere, so Sabo. Der Kunststoffbecher der K3-Serie ist unbedruckt, was ihn gut recycelbar macht. Im Herbst 2019 wurde außerdem eine neue Aufreißlasche eingeführt, die das Abtrennen des Kartonwickels einfacher macht. Die Recyclingfähigkeit von K3-Verpackungen könne als hervorragend eingestuft werden, wenn Kunststoff und Karton getrennt würden, so Sabo. Derzeit spielt der Verbraucher eine wichtige Rolle in diesem Prozess. Nicht immer trennen Verbraucher Becher und Kartonmantel voneinander, was sich negativ auf die Recyclingfähigkeit der Verpackung auswirkt. "Da wir sehr an die Vorteile von K3-Bechern in Bezug auf Nachhaltigkeit und eine Kreislaufwirtschaft glauben, haben wir uns intensiv mit deren Verbesserung beschäftigt", erläuterte Sabo. "Wir haben eine Lösung gefunden, die eine Trennung des Kartons ermöglicht, bevor die Becher in die Sortieranlagen gelangen. Diese neue Lösung sorgt dafür, dass sich der Karton eigenständig vom Kunststoffbecher ablöst, bevor der Becher in die Sortieranlage gelangt, was die Recyclingraten deutlich erhöht. Wir werden diesen Durchbruch so schnell wie möglich auf den Markt bringen." Sabo schätzte, dass die Markteinführung im dritten Quartal dieses Jahres gelingen könnte.

Digitale Wasserzeichen

Greiner Packaging ist Mitglied der HolyGrail-2.0-Initiative. Hier treiben Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette den Einsatz von digitalen Wasserzeichen voran. Diese sollen die Sortierung von Verpackungen deutlich verbessern und so ein hochwertigeres Verpackungsrecycling ermöglichen. Die briefmarkengroßen Codes sind auf der Verpackungsoberfläche auf den ersten Blick nicht zu erkennen, geben aber Auskunft über die Eigenschaften der Verpackung, wie zum Beispiel die enthaltenen Kunststoffarten. Greiner Packaging beteiligt sich an semi-industriellen Sortiertests und hat bereits Promo-Becher für alle seine Dekorationstechnologien produziert, die im Rahmen der HolyGrail-2.0-Initiative getestet werden. Darüber hinaus hat das Unternehmen mit den sogenannten Talkin‘ Things eine Augmented-Reality-App entwickelt, die Konsumenten in den Recyclingprozess von K3-Bechern einbinden soll, kündigte Sabo an.

Erste Becher-Prototypen aus Bornewables

Erstmals setzt Greiner Packaging auch nachwachsende Rohstoffe bei der Produktion von Lebensmittelbechern aus Polypropylen (PP) mit In-Mold-Labeling (IML) als Dekorationstechnologie ein. Bornewables, kreislauffähige Premium-Polyolefine von Borealis, werden aus Rohstoffen der zweiten Generation hergestellt. Die Verwendung von Bornewables für Verpackungen kann laut Sabo zu einer Reduzierung des CO2-Fußabdrucks um bis zu 120 Prozent führen (einschließlich aller Schritte von der Rohstoffbeschaffung bis zu den Produkten, die den Borealis-Produktionsstandort verlassen).

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