Geschäftsjahr 2020
Tubenproduktion nur leicht zurückgegangen

03.03.2021 Trotz aller Beeinträchtigungen während der Corona-Pandemie ist die europäische Tubenindustrie gut durch das Jahr 2020 gekommen. Die in der European Tube Manufacturers Association (Etma) zusammengeschlossenen Unternehmen melden eine Gesamtproduktion von 11,5 Milliarden Tuben aus Aluminium, Kunststoff und Laminat.

Die Mitglieder der European Tube Manufacturers Association (Etma) vermelden für das Jahr 2020 nur einen leichten Produktionsrückgang von 0,4 Prozent.
© Foto: Etma
Die Mitglieder der European Tube Manufacturers Association (Etma) vermelden für das Jahr 2020 nur einen leichten Produktionsrückgang von 0,4 Prozent.

Mit dieser Produktionsmenge liegt die Branche für 2020 um 0,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Zufrieden zeigt sich auch Etma-Präsident Fabio Gussoni. Die Bilanz für 2020 könne sich sehen lassen. Sie unterstreiche die hohe Akzeptanz des Packmittels Tube bei den Verbrauchern. Die Produktionsprozesse blieben vergangenes Jahr laut Gussoni weitestgehend störungsfrei, sodass die Ablieferungen in die Märkte termingerecht erfolgen konnten.

Die Anteile der einzelnen Tubenarten blieben an der Gesamtproduktion nahezu unverändert: Aluminiumtuben machen weiter 35 Prozent aller abgelieferten Tuben aus. Mit einem Marktanteil von 27 Prozent tendierten Kunststofftuben etwas schwächer, so der Verband. Leicht zugewinnen konnten hingegen die Laminattuben, die nunmehr auf einen Marktanteil von 38 Prozent kommen und damit die Rangliste der verwendeten Materialien für Tuben in Europa anführen.

Tubenproduktion nach Branchen

Laut Etma ist es dagegen zu Verschiebungen auf den wichtigsten Absatzmärkten für Tuben gekommen. Wie Etma-Generalsekretär Gregor Spengler berichtete, sind die Lieferungen in die mengenmäßig führenden Märkte des Kosmetiksektors um etwa 3 Prozent zurückgegangen. „Durch die Pandemie haben insbesondere hochpreisige Kosmetikprodukte gelitten, da zahlreiche Absatzkanäle und wichtige Umsatzbringer der Branche wie Geschäfte in Innenstädten und an Flughäfen, Kosmetikstudios sowie Friseur- und Beauty Salons europaweit über längere Zeit geschlossen waren“, so Sprengler. Leider habe sich diese Situation auch zu Beginn des Jahres 2021 fortgesetzt.

Mit rund 1 Prozent ging der Absatz bei Zahnpflegeprodukten in 2020 nur leicht zurück. Der krisenfeste pharmazeutische Sektor, zweitwichtigster Absatzmarkt für das Packmittel Tube, konnte laut Verband sogar um 3 Prozent zulegen. Zudem profitierte laut Spengler die Tube als besonders hygienische, verbraucherfreundliche und leicht handhabbare Verpackung auch von der in Corona-Zeiten stark angezogenen Nachfrage nach Hygiene- und Desinfektionsprodukten.

Starke Zugewinne um 12 Prozent erzielten Tuben im Lebensmittelsektor. Durch die Lockdowns verbrachten die Menschen viel mehr Zeit zu Hause. Faktoren wie vermehrtes Homeoffice und Homeschooling schlugen hier ebenfalls zu Buche. Der Food-Sektor profitierte davon, dass begünstigt durch die Schließungen von Restaurants und Gaststätten wesentlich mehr Mahlzeiten zuhause zubereitet und verzehrt wurden. Und auch bei Haushalts- und Do-It-Yourself-Produkten erzielten Tuben ein Plus von 14 Prozent.

Rohstoffengpässe bereiten Sorge

Mit Besorgnis blickt die Tubenindustrie laut Etma auf die mangelnde Verfügbarkeit von Kunststoffrezyklaten und auf die in den letzten Wochen von einigen Kunststoffherstellern erklärten Force Majeure Fälle für PP und PE-HD. Diese Entwicklungen könnten die Kosten in der Tubenbranche merklich in die Höhe treiben.

Ausblick auf das Tubenjahr 2021

Die weitere Entwicklung der europäischen Tubenindustrie im Jahr 2021 ist laut Verband zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer einzuschätzen. Im Moment beobachte die Branche aufgrund der weiterhin sehr angespannten und unsicheren Pandemielage auf Kundenseite noch eine merkliche Zurückhaltung. Lagerbestände würden abgebaut und neue Projekte eher zögerlich angegangen. Zudem stellten die immer kürzeren Planungshorizonte der Kunden eine zusätzliche Herausforderung für die Branche dar. Das Gesamtergebnis für 2021 werde auch davon beeinflusst, ob der Sommertourismus in diesem Jahr stattfinden kann, da vor allem Kosmetikartikel, Haut- und Sonnenpflegeprodukte davon profitieren dürften.

Insgesamt gehen die Etma-Mitglieder davon aus, dass sich die Nachfrage ab Herbst 2021 beleben wird.

 

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