Digitale Wasserzeichen
Digimarc-Barcode kommt auf die Kunststoffverpackung

09.03.2021 Paccor und Digimarc wollen in ihrer bestehenden Kooperation Kunststoffverpackungslösungen nun mit digitalen Identitäten versehen. Ihr Ziel: eine Lösung für die Hochgeschwindigkeitssortierung von Kunststoffverpackungen mit Digimarc-Barcode zu entwickeln, um die Recycling- und Kreislauffähigkeit zu erhöhen.

Digimarc Barcode bildet zusammen mit der Identifikationssoftware Digimarc Discover und Digimarc Verify eine Plattform zur Qualitätskontrolle und automatischen Identifikation von Objekten.
© Foto: Digimarc/Paccor
Digimarc Barcode bildet zusammen mit der Identifikationssoftware Digimarc Discover und Digimarc Verify eine Plattform zur Qualitätskontrolle und automatischen Identifikation von Objekten.

"Die Zusammenarbeit wird die Marktfähigkeit von Produkten, die mit dem Digimarc-Barcode veredelt wurden, sicherlich beschleunigen", sagt Nicolas Lorenz, CCO von Paccor. Das Unternehmen bietet Lizenzrechte an, wenn Kunden den Barcode Digimarc in ihre Verpackungen einbauen wollen.

"Wir freuen uns darauf, das erste von Paccor hergestellte Tiefziehprodukt im Regal zu sehen, das mit dem Digimarc-Barcode geprägt ist", sagt Larry Logan, Chief Evangelist für Recycling und Nachhaltigkeit bei Digimarc. "Unser klares Ziel ist, dass Paccor oder deren Kunden ihre eigenen Thermoformen aus den Sortieranlagen zurückbekommen", so Logan.

Paccor kann den Digimarc-Barcode mit verschiedenen Technologien aufbringen: zum Beispiel durch Thermoformung, Spritzguss- und Prägeetikettierung sowie im Druck auf allen dekorativen Optionen (Kunststoffsleeve und Papierbanderole). Der Barcode lässt sich in die Form eingravieren oder auf ein Etikett auf der Außenverpackung drucken, „um der Verpackung eine digitale Intelligenz zu verleihen und sie zu einem Objekt des Internets der Dinge zu machen“, so Lorenz. Viele Maschinen und Smartphones könnten Digimarc bereits erkennen.

Für den Druck nimmt das Verfahren das vorhandene Design und veredelt die Vorlage mit Digimarc. Es sind keine speziellen Farben oder Druckverfahren erforderlich. Die Druckvorlagen können in Lieferketten zur Verfolgung und Rückverfolgung von Waren, zur Beschleunigung der Kassiervorgänge im Einzelhandel und zur Ansprache und Information der Verbraucher über Smartphones verwendet werden. Für 3D in Kunststoffen graviert Paccor den Barcode in die Form, wodurch ein subtiler dekorativer Prägeeffekt entsteht.

Recycling-Pass für Kreislaufwirtschaft

Laut Paccor erhält der Kunststoff im Wesentlichen das, was Digimarc als „digitalen Recycling-Pass“ bezeichnet: Werden Verpackungsabfälle gesammelt, können sie gescannt und eindeutig identifiziert werden. Dies schaffe neue Wertströme für recycelte Kunststoffe und verhindere, dass gebrauchte Verpackungen auf Mülldeponien und in den Ozeanen landeten.

Logan sieht darin einen „wichtigen Schritt in der Initiative Holy Grail 2.0  und den verschiedenen anderen laufenden Bemühungen, Marken dabei zu helfen, ihre öffentlichen Versprechen für Recyclingfähigkeit und die behördlichen Vorgaben für recycelte Inhalte zu erfüllen.“ Holy Grail 2.0 sieht sortenreines Sortieren von Kunststoffverpackungen mittels digitaler Wasserzeichen vor.

Das Timing der Kooperation sei besonders relevant, da die jüngsten Lücken in der Versorgung mit neuen Kunststoffen durch Force-Majeure-Meldungen erneut auf die Notwendigkeit einer lebendigen Versorgung mit Post-Consumer-Rezyklaten für neue Produkte hinweisen würden, so Logan.

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