BME
„Einkaufsstrukturen schnellstens an die neuen Corona-Bedingungen anpassen“

17.01.2022 Lieferengpässe, Rohstoffknappheit, explodierende Kosten – auch die Verpackungsindustrie ist von all diesen Entwicklungen stark betroffen. Der packREPORT hat beim Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) nachgefragt, wie denn all dem aktuell zu begegnen sei. Die Antwort, die aus naheliegenden Gründen wirklich alle Marktteilnehmer interessieren sollte, lesen Sie exklusiv bei uns.

Zerrissene und nicht mehr funktionierende Lieferketten – ein riesiges Problem.
© Foto: IMAGO / Steinach
Zerrissene und nicht mehr funktionierende Lieferketten – ein riesiges Problem.

Statement von Gundula Ullah, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME):

„Anhaltende Lieferengpässe bremsen auch zu Beginn des neuen Jahres die Produktion vieler Industriebetriebe. Dringend zur Fertigung benötigte Rohstoffe und Vorprodukte sind weiter knapp. Hinzu kommen steigende Energiepreise, die zusätzlich für kräftig steigende Kosten sorgen. Zahlreiche Branchen sind von der Mangelwirtschaft betroffen, insbesondere so wichtige Zweige wie die Verpackungsindustrie und der deutsche Maschinenbau. Da immer neue Varianten des Coronavirus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft weiter in Atem halten, ist eine Besserung der Lage unserer Einschätzung nach frühestens im zweiten Halbjahr in Sicht. Das hoch ansteckende Omikron-Virus sorgt in vielen Unternehmen für zahlreiche Ausfälle unter den Belegschaften. Auch das sorgt für zum Teil extreme Spannungen in den Lieferketten.

„Raten zur Bildung von Task Forces“

Daher empfehlen wir unseren Mitgliedern, ihre Einkaufsstrukturen schnellstens an die neuen Corona-Bedingungen anzupassen und sie damit krisenfester zu machen. Dazu gehört unserer Meinung nach auch, das Management nachhaltiger Lieferketten zu verbessern und damit die richtigen Lehren aus der Pandemie zu ziehen. So raten wir zur Bildung von Task Forces in den Firmen, zum konsequenten Einsatz digitaler Technologien unter Verwendung von Data Analytics und KI, zu strengem Kostenmanagement sowie vorausschauendem Risiko- und Lieferantenmanagement. Nur dann lassen sich Störungen in den Betriebsabläufen frühzeitig erkennen, Schaden vom eigenen Unternehmen abwenden und nachhaltige Wettbewerbsvorteile erzielen.

Einer aktuellen BME-Umfrage unter unseren Mitgliedern zufolge erhöhen immer mehr Einkaufsabteilungen zur Sicherstellung ihrer Produktion und einer zeitgerechten Warenversorgung ihre Lagerbestände. Viele von ihnen wollen zudem die Liefertermine ihrer Lieferanten engmaschiger kontrollieren. Um der Material- und Rohstoffknappheit zu begegnen, gehen manche Betriebe auch dazu über, ihren Kunden digitale Alternativprodukte wie beispielsweise Gutscheine anzubieten.




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