Bobst baut Digitaldruck weiter aus
Im Fokus: die Etikettenherstellung

27.01.2021 In der Etikettenproduktion wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Bobst will dieses Geschäftsfeld in 2021 weiter ausbauen und sieht die Etikettenbranche an einem Wendepunkt angekommen.

Die Mouvent Cluster-Technik kommt inzwischen in drei digitalen Etikettendruckmaschinen zum Einsatz.
© Foto: Bobst
Die Mouvent Cluster-Technik kommt inzwischen in drei digitalen Etikettendruckmaschinen zum Einsatz.

Alles begann mit einer klaren Vision und festen Überzeugungen. Maschinen für Druck und Weiterverarbeitung sind in aller Regel dann am besten, wenn sie die wenigsten beweglichen Teile aufweisen – das beste industrielle Design zeichnet sich durch einfachste Architektur aus und ermöglicht eine Weiterentwicklung der Technik. Auf Basis dieser Prinzipien ist die Bobst Group nach vier Jahren Forschung bereit, in der Etikettenbranche ein neues Kapitel aufzuschlagen.

An der ersten Welle der Digitalisierung hat sich Bobst nicht beteiligt, gründete 2017 aber sein Competence Center für den Digitaldruck. Das Ziel lautete, Innovationen zu entwickeln, die eine Transformation der Verpackungsproduktion ermöglichen.

In den vergangenen drei Jahren wurde die Mouvent Cluster-Technik entwickelt, die inzwischen in drei digitalen Etikettendruckmaschinen zum Einsatz kommt – in der Mouvent LB701-UV, der Mouvent LB702-UV und der Bobst Master DM5. Zwar hat es drei Jahre von der Idee bis zum fertigen Produkt gedauert, doch der Zeit- und Investitionsaufwand haben sich gelohnt, ist man sich bei Bobst sicher.

Die Basis Cluster-Technologie:

  • Vier Fuji Samba-Druckköpfe, die bei einer nativen Auflösung von 1.200 x 1.200 dpi mit Geschwindigkeiten bis 100 m/Min.  drucken.
  • Neueste Elektronik, die pro Sekunde Million Tropfen steuert
  • Farbsystem mit Druckfarbenversorgung nah an jedem einzelnen Druckkopf
  • Vollautomatische Steuerung der Farbgebung für jeden Druckkopf garantiert Stabilität bei hohen Druckgeschwindigkeiten.
  • Die Mechanik und die individuelle Steuerung der einzelnen Druckköpfe sind optimal aufeinander abgestimmt
  •  Darüber hinaus bietet Bobst mit seiner One Inspection-Technik ein digitales, visuelles Kontrollsystem, das bei allen Etiketten vom ersten bis zum letzten Exemplar hohe und stabile Qualität garantiert - bei allen Druckaufträgen und bei jedem Bediener.

Egal, ob Kunden mit vier oder sechs Farben, mit Weiß oder mit Sonderfarben drucken – die Mouvent Cluster-Technik kombiniert hohe Qualität mit hoher Geschwindigkeit auf einem nie zuvor erreichten Niveau. Um diesen Anspruch zu stützen, wurde ein Praxistest gefahren. In einer einzigen 8-Stunden-Schicht wurden mit nur einem Maschinenführer insgesamt 21 unterschiedliche Druckaufträge mit vier bis sechs Farben (einige mit weißer Druckfarbe) auf vier verschiedenen Bedruckstoffen (PP, PPE, transparent und metallisiert) produziert. Es wurden 13 2.000-Meter-Rollen - also insgesamt 26 Kilometer - Bedruckstoffe verbraucht und nahezu 1,3 Mio. Etiketten produziert.

Bobst verspricht hohe Farbstabilität

Sowohl im herkömmlichen als auch im Digitaldruck zählt zu den größten Herausforderungen, über die gesamte Druckauflage hinweg, bei Wiederholaufträgen sowie von Maschine zu Maschine und über Standorte hinweg konstante Farbstabilität zu erreichen. Die One ECG-Technik von Bobst nutzt neueste Farbmesstechnik, um Farbinformationen zu analysieren und zu digitalisieren. Die digitalen Farbinformationen werden als Referenz gespeichert und während der Produktion abgerufen. Ausgefeilte Farbalgorithmen weisen die Farbinformationen für bis zu sechs Primärfarben zu und sorgen dafür, dass bei Maschinengeschwindigkeiten bis 100 Meter pro Minute bis zu 85 % des Farbspektrums gleichmäßig abgedeckt werden. Dank der digitalen Farbinformationen lassen sich Wiederholaufträge leicht produzieren, während die Farbstabilität per manueller Farbabstimmung oder sogar mit einem vollautomatischen visuellen Inspektionssystem für innovative Produktionslinien über den gesamten Druckauftrag hinweg garantiert werden kann. Die Bobst One ECG-Technik bietet eine einzigartige Farbsprache, mit der sich die Farben sowohl im Digital- als auch im konventionellen Druck steuern und Druckaufträge ohne weiteres auf beide Drucktechniken verteilen lassen. Sie sorgt über alle Druckplattformen von Bobst hinweg für einheitliche Markenfarben.

Druckfarben und Weiß

Die Druckfarben sind im Digitaldruck eine Schlüsselgröße . Bekanntermaßen interagieren Druckfarben mit den Bedruckstoffen. Darüber hinaus haben sie eine große Bedeutung für die Druckköpfe, die zugehörige Elektronik und die Software, die erforderlich ist, um Farbstabilität zu gewährleisten. Jahrzehntelang war Weiß im Digitaldruck fast ein Tabu. Weiß schien die Domäne des Flexodrucks zu sein. Zum Teil stimmte das auch, konnten seine Deckkraft und seine Kosten im Digitaldruck doch tatsächlich lange Zeit nicht den Erwartungen entsprechen. Es hat einige Zeit gebraucht, eine Lösung zu finden. Heute drucken wir Weiß mit einer Deckkraft von 70 % bei Geschwindigkeiten bis 45 Meter pro Minute. Ein Weltrekord im Digitaldruck. Alle Druckfarben der Bobst Group werden nach einer einzigartigen Formel hergestellt – nicht nur, um die besten Ergebnisse zu erreichen, sondern vor allem auch um die günstigsten Gesamtbetriebskosten zu ermöglichen. Die Wirtschaftlichkeit des Digitaldrucks ist für Verpackungshersteller ein sensibles Thema. Die Bobst Group hat sich entschieden, es proaktiv anzugehen.

Im Digitaldruck zählt zu den größten Herausforderungen eine konstante Farbstabilität zu erreichen. Die Druckfarben spielen m Digitaldruck eine Schlüsselrolle. © Foto: Bobst
Im Digitaldruck zählt zu den größten Herausforderungen eine konstante Farbstabilität zu erreichen. Die Druckfarben spielen m Digitaldruck eine Schlüsselrolle.

Der Aufstieg des Digitaldrucks gelang in drei Schritten: Zunächst musste er Qualität liefern. Dann musste der Digitaldruck die erforderliche Produktivität erreichen, um gegen die konventionellen Techniken antreten zu können. Und schließlich mussten auch die Gesamtbetriebskosten des Digitaldrucks den Erwartungen der Kunden entsprechen. Sowohl bei kleinen als auch bei großen Auflagen, die bislang im Normalfall im Flexodruck produziert worden wären, sind im Digitaldruck erstaunliche Kosteneinsparungen erzielbar. Die neuen Tinten der Bobst Group wurden für den Inkjet-Druck als Mainstream-Technik entwickelt, nicht für Nischenanwendungen.

Das vollständigste Portfolio

Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern verfügt die Bobst Group über alle Techniken: den Flexodruck, den All-In-One- und den Digitaldruck. Dabei treibt die Bobst Group keine Technik zu Lasten einer anderen voran – vielmehr bietet sie Lösungen für die Optimierung aller Produktionsbereiche.

Die kürzlich angekündigte Bobst Master DM5 kombiniert Flexodruckwerke mit der digitalen Mouvent Technik in einer Druckmaschine. Sie produziert alle Arten von Etiketten - von den PDF-Dateien bis zu den fertigen Rollen. Primer auftragen, drucken, veredeln, stanzen – alles in einer Maschine (All-in-One) und alles inline (All-Inline). Die Master DM5 zeigt, dass Technik koexistieren kann und sich Kundenanforderungen dabei mit der jeweils am besten geeigneten Technik abdecken lassen.

2020 bereits 20 Etikettendruckmaschinen verkauft

Bei der Markteinführung ihrer digitalen Lösungen für den Etikettendruck fokussiert sich die Bobst Group mit ihren Spezialisten in Vertrieb und Service zunächst auf einige Länder. Das wird Kunden den Einstieg in die Digitalisierung der Etikettenproduktion erleichtern.

In 2020 hat Bobst mehr als 20 Etikettendruckmaschinen verkauft. Einige Kunden setzen gleich mehrere dieser Druckmaschinen ein. Alle Kunden verfügen über bislang nicht gekannte Möglichkeiten und können die Anforderungen ihrer Kunden auf rentable Weise schneller abdecken.

stats