Koenig & Bauer
Übertrifft EBIT-Prognose für 2021

04.03.2022 Die Koenig & Bauer AG, Würzburg, gibt auf der Grundlage von vorläufigen und noch nicht testierten Geschäftszahlen bekannt, beim vorläufigen Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) für 2021 die eigene Prognose übertroffen zu haben.

Dr. Andreas Pleßke, CEO der Koenig & Bauer AG.
© Foto: Koenig & Bauer
Dr. Andreas Pleßke, CEO der Koenig & Bauer AG.

Trotz der auch in 2021 anhaltenden pandemischen Situation sowie eines herausfordernden Beschaffungsumfeldes konnte mit dem beschleunigten Einsetzen der erwarteten Einspareffekte aus dem Effizienzprogramm P24x sowie der effizienteren Umsetzung der damit verbundenen Personalmaßnahmen ein EBIT von rund 29 Mio. € erreicht werden. Dazu hat insbesondere im vierten Quartal auch ein hoher Ergebnisbeitrag aus dem Segment Special geführt. Damit übertraf die EBIT-Marge mit rund 2,6 % die eigene Prognose von 2,0 % für das Jahr 2021. Das EBIT verbesserte sich im Jahresvergleich von -67,9 Mio. € um rund 96 Mio. €. Im Vorjahr waren Sondereffekte von saldiert -49 Mio. € und im Berichtszeitraum eine Anpassung der Restrukturierungsrückstellung für P24x von rund 23 Mio. € enthalten. Im Schlussquartal konnte ein Konzern-EBIT von rund 12 Mio. € erzielt werden und damit fast doppelt so viel wie im Vorjahresvergleichsquartal (6,2 Mio. €).    

Der teilweise explosionsartige Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise führte in 2021 zu höheren Materialkosten im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich, die durch die unterjährigen Preiserhöhungen nur zeitverzögert und auch nicht vollumfänglich aufgefangen werden konnten.

Die Brutto-Einsparungen aus dem Effizienzprogramm P24x lagen bereits nach neun Monaten bei rund 31 Mio. € und erreichten zum Jahresende 2021 rund 46 Mio. €. Zielsetzung des Ende September 2020 vorgestellten Programms ist, bis 2024 steigende jährliche Kosteneinspareffekte in einer Größenordnung von dann über 100 Mio. € zu erreichen, für 2021 waren Brutto-Einsparungen von größer 30 % eingeplant.

„Damit haben wir gezeigt, dass wir bei unserem Effizienzprogramm trotz der anhaltenden pandemischen Lage sowie eines herausfordernden Beschaffungsumfeldes gut vorangekommen sind. Es ist unser Weg zu einer mittelfristigen Rückkehr zum geplanten Konzernwachstum. Dabei fokussieren wir uns auf den Bereich Verpackungen und eine Portfoliostrategie in attraktiven Märkten, auf Synergien in der Produktion und die Weiterentwicklung unseres Servicegeschäfts zur Verbesserung der Total Cost of Ownership unserer Kunden“, so Dr. Andreas Pleßke, Sprecher des Vorstands der Koenig & Bauer AG.

Operative Ergebnisverbesserung in den Segmenten zeitverzögert

Das Segment Sheetfed zählt im Vergleich zu den anderen Segmenten im Koenig & Bauer-Konzern aufgrund der kürzeren Wertschöpfungs- und Lieferketten eher als frühzyklisch. Daher stellte sich die unterjährige operative Ergebnisverbesserung bereits beginnend im vierten Quartal 2020 ein und konnte sukzessive ausgebaut werden. Das EBIT stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 52 Mio. € auf rund 24 Mio. € an und wurde durch die Anpassung der Restrukturierungsrückstellung für P24x mit rund 9 Mio. € positiv beeinflusst. Gleichzeitig war das Segment aber auch stärker als die anderen Segmente von den Versorgungsschwierigkeiten und damit verbundenen Aufwandskomplexitäten in der Produktion infolge der angespannten Lieferketten- und Energiepreissituation sowie durch erneute Reise- und Kontaktbeschränkungen infolge der neuen Virus-Varianten im Schlussquartal betroffen. Zusätzlich wirkten sich im vierten Quartal einmalige Ergebnisbelastungen unter anderem aus dem Forderungsbereich sowie aufgrund des Maschinendesignwechsels auf das Segmentergebnis aus, die in 2022 nicht wiederkehren sollen.

Trotz des weiterhin spürbaren Interesses an den innovativen Lösungen für den Wellpappendruck und den Digitaldruck aus dem Segment Digital & Webfed war es in 2021 neben den pandemiebedingten Kaufzurückhaltungen der Kunden noch durch Anlaufkosten und Investitionen in Produktweiterentwicklungen betroffen. Das EBIT lag mit rund -33 Mio. € um rund 7 Mio. € unter dem Vorjahreswert von -25,5 Mio. €. In Summe hat die Anpassung der Restrukturierungsrückstellung für P24x das Segmentergebnis mit rund 6 Mio. € negativ beeinflusst. Dagegen verzeichnete das Segment Special beginnend ab dem zweiten Quartal 2021 und insbesondere im Schlussquartal einen steigenden Ergebnisbeitrag. Das EBIT erhöhte sich von -31,8 Mio. € im Vorjahr auf rund 35 Mio. € im Berichtsjahr und wurde durch die Anpassung der Restrukturierungsrückstellung für P24x mit rund 18 Mio. € positiv beeinflusst. Zu der Ergebnissteigerung hat vor allem im vierten Quartal die Umsatzrealisierung aufgrund des hohen Fertigstellungsgrades einiger Standardaggregate durch die Percentage-of-Completion (POC) Bilanzierungsmethode im Banknoten- und Sicherheitsdruck beigetragen.

Umsatzanstieg von 8,5 % auf rund 1.116 Mio. € in 2021

Der Konzernumsatz in 2021 lag mit rund 1.116 Mio. € in der prognostizierten Bandbreite von 1.100 - 1.135 Mio. €. Dies entspricht einer Steigerung zum Vorjahr (1.028,6 Mio. €) von rund 8,5 %. Allein im vierten Quartal verbesserte sich der Umsatz von 264,1 Mio. € im Vorjahresquartal auf rund 328 Mio. € sehr deutlich. Dazu haben insbesondere die Segmente Sheetfed und Special beigetragen. Der Auftragseingang lag zum Jahresende bei rund 1.291 Mio. € und damit rund 32 % über dem Vorjahreswert (974,7 Mio. €). Im Schlussquartal bestellten die Kunden mit rund 312 Mio. € nahezu 19,0 % mehr als im Vorjahresvergleichsquartal.

Der Auftragsbestand erreichte zum Jahresende 2021 einen Wert von rund 807 Mio. €, was einem Anstieg von rund 28,0 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Mittelfristziele bestätigt: EBIT-Marge von größer 7,0 % bei 1,3 Mrd. € Umsatz

Koenig & Bauer bestätigt die Mittelfristziele von 1,3 Mrd. € Umsatz bei einer EBIT-Marge von mindestens 7 %, sowie die Reduzierung des Net Working Capitals auf einen Wert von maximal 25 % des Jahresumsatzes, die nach Abschluss des Effizienzprogramms P24x erreicht sein sollen. Pleßke ergänzt: „Dazu wird auch unsere im Dezember 2021 verabschiedete Strategie Exceeding Print – die, wie der Name schon sagt, über den „Druckvorgang“ hinausgeht – beitragen. Wir fokussieren uns dabei ganz bewusst auf die drei strategischen Handlungsfelder um dadurch noch nachhaltiger, digitaler und modularer zu werden.“

Das Unternehmen plant, die Prognose für das Jahr 2022 mit dem geprüften Jahresabschluss und dem Geschäftsbericht für 2021 spätestens am 30. März 2022 auch vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in der Ukraine-Krise und der damit verbundenen hohen Unsicherheiten und Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft zu veröffentlichen.



 

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