Koenig & Bauer
Auftragseingang steigt in Q3 um 56,2 Prozent

01.11.2021 Der Koenig & Bauer-Konzern („Koenig & Bauer“), Würzburg, ist in den ersten neun Monaten 2021 weiterhin auf Erholungskurs.

Koenig & Bauer: „Pandemiebedingt über Wachstumspotential verfügen.“
© Foto: Koenig & Bauer AG
Koenig & Bauer: „Pandemiebedingt über Wachstumspotential verfügen.“

Die Kundenbestellungen nahmen in diesem Zeitraum um 37,3 % auf 978,6 Mio. € zu. Dazu hat insbesondere der Zuwachs im Segment Special um 54,0 % beigetragen. In allen Bereichen in diesem Segment sind die Bestellungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, insbesondere durch das Wertpapiergeschäft. Dies zeigt, dass die Banknote gerade in der Pandemie ihren rechtmäßigen Platz als Zahlungsmittel beibehält und sich darüber hinaus auch weiter mit der virtuellen Welt verbinden wird. Auch das Segment Sheetfed konnte seinen Auftragseingang erneut steigern und erreichte ein Plus von 35,5 %, wovon der überwiegende Anteil dem stark wachsenden und pandemieresistenteren Verpackungsdruckmarkt zuzuordnen ist.

Damit werde deutlich, dass sich die Investitionszurückhaltung der Kunden in vielen Bereichen aufzulösen beginnt. Nichtsdestotrotz werden teilweise Neuinvestitionen angesichts der Unsicherheiten infolge der Covid-19-Pandemie von Kund:innen verschoben. Dies betrifft in den ersten neun Monaten 2021 hauptsächlich den Auftragseingang im Segment Digital & Webfed, wobei sich im dritten Quartal erste Erholungstendenzen im Auftragseingang gezeigt haben, denn Ende Juli 2021 konnten in Summe fünf Maschinen aus der CorruCUT-Serie auch an Beta-Kunden sowie an Neukunden erfolgreich vermarktet werden. Die Maschinen sind für die hochproduktive Herstellung von rotativ gestanzten Boxen aus Wellpappe mit höchster Flexo-Postprint Qualität konzipiert.

In Summe bestellten die Kund:innen im dritten Quartal 56,2 % mehr als im Vorjahr und damit auch mehr als im Branchendurchschnitt (Juni – August: 39,8 %), heißt es aus Würzburg.

Kumuliert für die ersten neun Monate 2021 lag der Umsatz mit einem Zuwachs von 3,0 % bei 787,4 Mio. € und damit erstmals im Jahr 2021 über dem des Vorjahres. Er setzte auch im dritten Quartal seine Wachstumsdynamik fort und erreichte 294,2 Mio. €, was einem Vorjahresplus von 18,2 % entspricht. Der Branchenverband VDMA veröffentlichte für den Zeitraum Juni bis August einen Umsatzanstieg von 7,9 % gegenüber dem Vorjahr bei Druckereimaschinen. Die Book-to-Bill Ratio (Verhältnis des Auftragseingangs zum Umsatz) lag im dritten Quartal bei 1,24 und somit in Folge konstant über dem Wert von 1,0 und spiegelt auch die gute Geschäftsentwicklung des Unternehmens wider. Der Auftragsbestand erreichte damit zum 30. September 2021 mit 823,2 Mio. € ein historisch hohes Niveau.

Zielgruppe: Faltschachtelhersteller

Mitte Oktober konnte das Unternehmen im Bereich Sheetfed mit der Weltpremiere der VariJET 106 von Koenig & Bauer Durst das Beste aus zwei Welten verbinden. Denn die B1-Druckmaschine mit 5.500 Bogen/h vereint den digitalen Inkjet- und den klassischen Offsetdruck. Sie wurde mit den grundlegenden Technologien speziell für automatisierte, effiziente, lebensmittelkonforme Drucksysteme entwickelt und bietet kürzeste Reaktionszeiten, Variantenvielfalt sowie Individualisierung und ermöglicht den effizienten Druck von Kleinauflagen. Damit entspricht sie auch dem steigenden Kundenbedarf nach Nachhaltigkeit und der Fähigkeit, die Anforderungen von Markenartiklern an die Multichannel-Kommunikation, einschließlich E-Commerce, zu erfüllen. Der Betatest soll in Begleitung von Koenig & Bauer und Durst in den kommenden Wochen starten. Die ersten Einheiten der VariJET 106 werden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2022 an Kundenstandorten in Europa und Amerika installiert. Zielgruppen sind Faltschachtelhersteller für die Pharma-, Kosmetik-, Tabak- und Lebensmittelindustrie.

Dr. Andreas Pleßke, Vorstandssprecher der Koenig & Bauer AG, erläutert: „Die Entscheidungen unserer Kund:innen beispielsweise für eine VariJET, RotaJET oder CorruCUT zeigen, dass sich die Fokussierung auf Wachstumsmärkte wie den digitalen Faltschachtel-, Getränkekarton- und Dekordruck sowie den Wellpappendruck auszahlt. Für unsere Kund:innen steht die Optimierung ihrer „Total Cost of Process“ mehr denn je im Fokus ihrer Kaufentscheidungen.“

„Der Wellpappen- und Verpackungsdruckmarkt sind fundamental intakt“

Diese Betrachtungsweise berücksichtige nicht nur die Anschaffungskosten, sondern enthält alle Aspekte der späteren Nutzung, inklusive der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsprozesse. Dazu zählen neben der Reduzierung des Ressourcenverbrauchs auch die effizientere Produktion von variierenden Auflagengrößen für Testverpackungen und neue Kampagnen der Brand Owner.

Hinzu kommt, dass die Pandemie sich als Beschleuniger vieler Megatrends gezeigt hat, beispielsweise stieg der Brutto-Umsatz von Waren im E-Commerce im Jahr 2020 um 14,6 % auf 83,3 Mrd. € an. Verbraucher:innen kauften im Internet vor allem deutlich mehr Dinge des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Drogeriewaren und Medikamente. Diese Entwicklung wird sich nach Aussagen des Branchenverband BEVH auch nicht mehr umkehren und ist ein eindeutiger Beweis dafür, dass die von Koenig & Bauer adressierten Endmärkte wie der Wellpappen- und Verpackungsdruckmarkt fundamental intakt sind und auch pandemiebedingt über Wachstumspotential verfügen.

Pleßke ergänzt: „Wir sehen jedoch nicht nur für den Megatrend E-Commerce die Pandemie als Katalysator an, denn sie hat auch im Bereich der Nachhaltigkeit einen Paradigmenwechsel von einem „Wachstum um jeden Preis“ hin zu einem achtsameren „Umgang mit Ressourcen“ beschleunigt. Dies zeigt, dass Megatrends nicht eindimensional sondern vielfältig und komplex wirken und sich auch wechselseitig in ihrer Wirkung verstärken können. Dies gilt sowohl für unsere Kund:innen als auch für uns selbst und spiegelt sich auch in den Fortschritten unserer Nachhaltigkeitsoffensive wider.“

 

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