Teleroboter für Maschinenabnahmen
Groninger nutzt digitale „Superhelden“

14.04.2021 Die Corona-Pandemie mit den Reiserestriktionen zwingt Unternehmen zur Kreativität – speziell zur digitalen Kreativität. Groninger hat einen Weg gefunden, dennoch für seine Kunden da zu sein: mit dem Einsatz von Double Telepräsenzrobotern.

Bei Groninger sind selbstfahrende Videokonferenz-Roboter im Einsatz.
© Foto: Groninger
Bei Groninger sind selbstfahrende Videokonferenz-Roboter im Einsatz.

Nach über einem Jahr seit Beginn der Pandemie zeigt sich: Unternehmen, die weltweit agieren und eine hohe Exportquote aufweisen, sind noch immer auf kreative Lösungen angewiesen, um den Kontakt zu ihren Kunden zu halten und in ihren Anstrengungen Richtung Kunde nicht nachzulassen. Digitalisierung lautet hier in den allermeisten Fällen das Stichwort.

So auch beim Crailsheimer Maschinenbauunternehmen Groninger: Vor ziemlich genau einem Jahr hat man deshalb zwei Double Telepräsenzroboter angeschafft, um für Kunden ein digitales Angebot zu schaffen, FATs aus der Ferne durchzuführen, aber auch, um Design Reviews zu besprechen oder Firmenpräsentationen abzuhalten.

Die Double Telepräsenzroboter, die intern auf den Namen Mario und Luigi hören – benannt nach den legendären Nintendo-Superhelden – sind selbstfahrende Video-Konferenz-Roboter. Die Steuerung erfolgt durch den Kunden, ganz einfach per App oder am PC. Dabei ist es für den Roboter, und damit den Kunden, möglich, sich quasi frei um die Maschinen zu bewegen, den Blickwinkel und die Ansicht zu ändern. Gleichzeitig kann mit dem Montage-, Bedien- und Projektleitungspersonal von Groninger kommuniziert werden.

„Ein Kollege hatte die Idee dazu – anfangs war es eher als Spaß gemeint. Er kannte diese Art Roboter aus der Serie ‚The Big Bang Theory‘. Da soll noch einmal einer sagen, Fernsehen bildet nicht“, sagt Pascal Kottenstein, Leiter Planung und Steuerung bei Groninger, lachend.

Im Mai vergangenen Jahres fand die erste digitale Maschinen-Abnahme mithilfe der Roboter statt. Jetzt zieht das Familienunternehmen Bilanz: Rund 20 Kundenprojekte haben allein im Crailsheimer Stammwerk bisher auf diese Weise erfolgreich stattgefunden, fast 140 Stunden waren die Roboter im Einsatz. In Zukunft sollen es noch mehr werden, denn: „Unsere Kunden sind absolut begeistert. Klar, der Roboter kann den persönlichen Kontakt nicht vollständig ersetzen und wird es hoffentlich auch niemals gänzlich tun, aber er bietet eine sehr gut funktionierende Alternative zur physischen Präsenz der Kunden und damit eine kreative Lösung in der Corona-Pandemie“, so Kottenstein.

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