18. Illig Hausmesse 2019
Circular Thinking! Nachhaltige Lösungen gefragt

09.05.2019 Die Illig-Gruppe wächst weiterhin weltweit, das teilte das Unternehmen auf ihrer Hausmesse in Heilbronn mit. Anfang April erfolgte der Spatenstich für das neue Montagewerk Illig Maschinenbau S.R.L. in Rumänien. Die Inbetriebnahme ist für 2020 mit zunächst 50 Mitarbeitern geplant. Ein neuer Vertriebsstandort entsteht derzeit in Vorderasien und der kontinuierliche Ausbau der Illig Servicestandorte außerhalb Europas wird unverändert weitergeführt.

Im Vorfeld der K-Messe präsentierte Illig Maschinenbau auf der Hausmesse nachhaltige technische Lösungen unter dem Motto „Circular Thinking!“
© Foto: Illig Maschinenbau
Im Vorfeld der K-Messe präsentierte Illig Maschinenbau auf der Hausmesse nachhaltige technische Lösungen unter dem Motto „Circular Thinking!“
Der Umsatz ist in den vergangenen drei Jahren 2016, 2017 und 2018 um insgesamt rund 30 Prozent angestiegen. Dies ist vor allem auf die in den letzten Jahren vorgestellten Neuentwicklungen und die konsequente Umsetzung der Verpackungsentwicklung Pactivity zurückzuführen. „Die Umsatzsteigerung gilt nicht nur in Europa sondern insbesondere in den Märkten in Asien, Vorderasien und Südamerika und ist auch auf die gestiegene Nachfrage nach Verpackungsmaschinen wie unsere HSA-, BSA- und FFS-Linien zurückzuführen“, so Geschäftsführer Karl Schäuble zur wirtschaftlichen Situation des Unternehmens. Illig geht davon aus, dass der gesamte Markt der Verpackungstechnik in den nächsten Jahren weltweit weiterwachsen wird. Mit den bereits heute existierenden Lösungen kann das Unternehmen im Thermoformen zusätzliche Anwendungsbereiche erschließen. Unabhängig davon sind einige Kunden aufgrund der weltweiten Verpackungsdiskussion bei Neuinvestitionen etwas zurückhaltender, weshalb seit einigen Monaten die Auftragseingänge unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Zahl der in Bearbeitung befindlichen Neuprojekte ist in den letzten Monaten gegenüber 2018 gestiegen, aber die Entscheidung zu Neuinvestitionen wird aktuell häufig verschoben. Die Versachlichung der Verpackungsdiskussion ist daher eine Aufgabe der gesamten Verpackungsindustrie, hierzu müssen die bestehenden Netzwerke konsequent genutzt werden. „Die Vermittlung von Ökobilanzen für einzelne Verpackungsvarianten und deren Recyclingfähigkeit ist schwierig, aber nur auf diesem Weg werden wir die Diskussion versachlichen können. Dann wird aus der Unsicherheit beim Verbraucher und in der Verpackungsindustrie wieder ein Wachstum wie in den vergangenen Jahren hervorgehen“, prognostiziert Karl Schäuble.

Im Vorfeld der K-Messe präsentierte Illig Maschinenbau auf der Hausmesse nachhaltige technische Lösungen unter dem Motto „Circular Thinking!“. An elf Stationen zeigt das Unternehmen aktuelle Hochleistungsthermoformer, Entwicklungen im Werkzeugbau und aktuelle Servicethemen. Mit Maschinen- und Werkzeugvorführungen unter Produktionsbedingungen bietet Illig eine technologische Leistungsschau auf höchstem Niveau. Die aus der konsequenten Fortführung der 360° Verpackungsentwicklung Pactivity entstandenen innovativen Lösungen zu aktuellen „Circular Thinking“- Marktanforderungen bieten variantenreiche Möglichkeiten für die Verpackungsbranche. Ein Highlight auf der Hausmesse ist die neue Anwendung IML-T Cardboard, die Illig erstmals der Öffentlichkeit vorstellt. Vorträge der beiden Rohstoffhersteller BASF und NatureWorks zu biobasierten und bioabbaubaren Materialien ergänzen die internationale Kundenveranstaltung, zu der über 250 Gäste erwartet werden.

Einfluss der globalen Verpackungsdiskussion

Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit, die Verringerung von Kunststoffen und die Recyclingfähigkeit von Verpackungen sind aktuelle weltumspannende Themen, welche die Verpackungsbranche vor unterschiedlichste Herausforderungen stellt. Die Diskussion wird aufgrund der Verschmutzung der Weltmeere weiterhin emotional geführt, eine Versachlichung ist zwingend notwendig. Verpackungen aus Kunststoff oder mit Kunststoffanteil werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen, um die Hygienestandards zu halten und das zu verpackende Gut zu sichern. Insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern ist der Nachholbedarf aufgrund der Verstädterung hoch. „Aus unserer Sicht ist daher dem weltweiten Aufbau einer Kreislaufwirtschaft erste Priorität einzuräumen. Das setzt recyclingfähige Verpackungen und die Verwendung von Rezyklaten in der Verpackungsindustrie voraus. Die Entwicklungen bei den PET-Flaschen zeigen die Möglichkeiten auf“, sagt Geschäftsführer Karl Schäuble zu dieser Thematik. Das Engagement der Nahrungsmittelhersteller und des Handels sollte den weltweiten Aufbau von Recyclingsystemen für Verpackungen beschleunigen. Aufklärungsarbeit über den Wertstoff Kunststoff und den optimalen Umgang mit dieser Ressource ist weiterhin zu leisten.


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