Umsatz bei Onlinehandel steigt
E-Commerce zum täglichen Versorger geworden

01.02.2021 Die Corona-Pandemie war ein weiterer Treiber: Im Jahr 2020 hat der E-Commerce deutlich gewonnen. Mehr als jeder achte Euro der Haushaltsausgaben für Waren wurden hier ausgegeben. Waren des täglichen Bedarfs entwickelten sich besonders dynamisch. Das teilte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (Bevh) mit.

Waren des täglichen Bedarfs entwickelten sich im Jahr 2020 beim E-Commerce besonders dynamisch.
© Foto: Imago/Xtierox Panthermedia
Waren des täglichen Bedarfs entwickelten sich im Jahr 2020 beim E-Commerce besonders dynamisch.

Der Bruttoumsatz mit Waren im E-Commerce ist im Jahr 2020 von 72,6 Milliarden Euro auf 83,3 Milliarden Euro gestiegen. Trotz Stagnation im ersten Quartal entspricht das einem Plus von 14,6 Prozent gegenüber 2019 und liegt damit 3,3 Prozentpunkte über dem Wachstumsschnitt der drei vorangegangenen Jahre von 11,3 Prozent. Bevh-Präsident Gero Furchheim und Sprecher des Vorstands der Cairo AG, sagt mit Blick auf die Jahresbilanz, dass die Corona-Pandemie die Entwicklung des Handels hin zum E-Commerce deutlich beschleunigt habe. Diese Entwicklung werde sich nicht mehr umkehren.

Besonders dynamisch entwickelten sich laut Bevh die Waren des täglichen Bedarfs, insbesondere Lebensmittel und Drogeriewaren, aber auch Medikamente: Obwohl während der gesamten Corona-Krise Lebensmittelhandel, Drogerien und Apotheken nie geschlossen hatten, legte im Onlinehandel dieser Bereich prozentual am stärksten zu. Der gesamte Onlineumsatz dieser Warengruppe stieg im Jahr 2020 auf 6,89 Milliarden Euro inklusive Umsatzsteuer mit einer Steigerung von 40,9 Prozent. Im Vergleich: 2019 waren es noch 4,9 Milliarden Euro. Apotheken konnten ihren E-Commerce-Umsatz um 33,8 Prozent auf 911 Millionen Euro inklusive Umsatzsteuer steigern. Der Gesamtumsatz mit Medikamenten im Internet erhöhte sich sogar um mehr als die Hälfte (53,9 Prozent) auf 1,21 Milliarden Euro inklusive Umsatzsteuer.

Die Warengruppe mit dem größten Gesamtumsatz blieb, wie im Jahr davor, der Bereich Unterhaltung mit einem Plus von 10,5 Prozent (28,5 Milliarden Euro), gefolgt vom Bereich Bekleidung mit 13,2 Prozent Umsatzplus (21,2 Milliarden Euro).

Fast jeder zweite im E-Commerce umgesetzte Euro wurde auf Onlinemarktplätzen und Plattformen getätigt. Hinter dem mit mehr als 20 Prozent besonders ausgeprägten Wachstum dieser Kategorie verbirgt sich ein Zuwachs an großen und kleinen Händlern, die über diese belastbare Infrastruktur im E-Commerce erstmals aktiv geworden sind.

Der Branchenverband geht davon aus, einen großen Teil der coronabedingten zusätzlichen Nachfrage halten zu können, auch wenn Geschäfte wieder öffnen. Dämpfend könnten die wirtschaftlichen Nachwirkungen der Corona-Pandemie ausfallen. Für das Jahr 2021 rechnet Furchheim mit einem Umsatzwachstum bei Waren im E-Commerce von 12,5 Prozent. „Zusammen mit online verkauften Waren und Dienstleistungen werden wir die Grenze von 100 Milliarden Euro brutto sicher überspringen“, so Furchheim.

Nachhaltige Verpackung für Verbraucher wichtig

Knapp 25 Prozent der Verbraucher setzen laut Bevh beim Einkauf im Internet auf Händler, die gewisse Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Gemäß einer Umfrage durch Civey im Dezember 2020 würden 23,2 Prozent der Befragten einen Aufpreis für nachhaltige Verpackungen zahlen. 34,8 Prozent halten die Rückgabe von Mehrweg-Verpackungen für wichtig. Ein Viertel der Befragten ist außerdem bereit, den Versand der Ware nur in der Produktverpackung zu akzeptieren.

Studie: E-Commerce auch bei Älteren angekommen

Eine Verbraucherstudie von Beyondata im Auftrag des Bevh zeigt, dass E-Commerce inzwischen in der Mitte der Gesellschaft verankert ist. Fast jeder dritte Onlinekäufer im Jahr 2020 war älter als 60 Jahre. Vor Jahresfrist habe der Umsatzanteil der Kunden in dieser Altersgruppe noch unter einem Viertel gelegen, so der Verband. Vier von zehn Onlinekunden kaufen inzwischen mehr als einmal pro Woche im Distanzhandel. Fast drei von vier Onlinekäufern gaben in der Studie an, künftig mehr oder genauso viel im Internet bestellen zu wollen – vor einem Jahr äußerte nur gut jeder zweite Kunde diese Absicht.

Die hohe Zahl an Bestellungen führt der Bevh nicht nur auf den temporären Shutdown, sondern auch darauf zurück, dass Händler und Zusteller in der Wahrnehmung der Kunden besser geworden sind. Über 95,3 Prozent der Befragten äußerten sich in der Studie mit ihrem Onlineeinkauf als sehr zufrieden oder zufrieden. Trotz der logistischen Herausforderungen in der Pandemie ist dies laut Bevh eine erneute Verbesserung um 0,8 Prozentpunkte.

 

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