Studie VDMA
Nahrungsmittel: Strategien für den Maschinenbau 2035

15.03.2021 Wie sich die Maschinenbaubranche für Nahrungsmittel bis 2035 verändern wird und wie Unternehmen darauf reagieren können, haben der Verband VDMA sowie Munich Strategy in einer Studie analysiert. Sie stellt sechs verschiedene strategische Stoßrichtungen vor.

Mögliche Zukunftsbilder für das Jahr 2035 gibt eine Studie von VDMA und Munich Strategy für den Nahrungsmittelmaschinenbau.
© Foto: Imago/Westend61
Mögliche Zukunftsbilder für das Jahr 2035 gibt eine Studie von VDMA und Munich Strategy für den Nahrungsmittelmaschinenbau.

Die Studie „Strategien für den deutschen Nahrungsmittelmaschinenbau 2035“ basiert auf vier möglichen Branchen-Zukunftsbildern und stellt sechs verschiedene strategische Stoßrichtungen vor, die Unternehmen laut VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen helfen sollen, sich auf die Zukunft auszurichten.

„Zu antizipieren, wie der Nahrungsmittelmaschinenbau der Zukunft aussieht, ist der erste Schritt“, erklärt Richard Clemens, Geschäftsführer VDMA, den Ansatz der Studie. Für Unternehmer gehe es jedoch vor allem darum, das eigene Handeln an klaren strategischen Initiativen auszurichten und so den Weg bis 2035 zu erarbeiten.

Der Managementberater Munich Strategy und VDMA haben in der Studie analysiert, wie sich das Segment des Nahrungsmittelmaschinenbaus bis 2035 verändern könnte und wie sich Maschinenhersteller darauf einstellen können. Die Studie ist der zweite Teil der im Mai 2020 erschienenen VDMA Future Business Studie „Deutscher Nahrungsmittelmaschinenbau 2035 – Branchen-Zukunftsbilder für den Maschinen und Anlagenbau“. Die neue Studie basiert auf den vier darin ausgearbeiteten Zukunftsbildern und entwirft davon ausgehend sechs strategische Stoßrichtungen, die die Hersteller des Nahrungsmittelmaschinenbaus im Jahr 2035 erfolgreich machen sollen.

Branchen-Zukunftsbilder für 2035

Wie der VDMA mitteilte, geht die Future Business Studie von vier Zukunftsbildern für den Nahrungsmittelmaschinenbau aus, die signifikante Veränderungen im Vergleich zu der Welt, wie wir sie heute kennen, aufweisen:

  • „Plan schlägt Markt“: Die wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse haben sich 2035 zulasten der westlichen Industrieländer drastisch verändert. Diese verlieren ihre angestammte Führungsrolle an China - mit Folgen für das Geschäftsumfeld des Maschinenbaus.
  • „Keiner will verlieren“: Die Wirtschaftsblöcke grenzen sich voneinander ab und suchen ihr Heil in bilateralen Wirtschaftsabkommen, die die Harmonisierung der umwelt- und sozialpolitischen Rahmenbedingungen weitgehend ausklammern. 
  • „Verbraucher machen Druck“: Das Thema Nachhaltigkeit ist in diesem Zukunftsbild fest in der Gesellschaft verankert. Aufgeklärte Interessensgruppen treiben Politik und Wirtschaft vor sich her - mit Konsequenzen für Konsumverhalten und Produktionsstrukturen.
  • „Hand in Hand“: Politik, Wirtschaft und Interessengruppen ziehen an einem Strang. Wie im Zukunftsbild „Verbraucher machen Druck“ herrschen weltweit einheitliche Rahmenbedingungen, aber mit pluralistischen Ausprägungen.

Für jedes Zukunftsbild haben VDMA und Munich Strategy ermittelt, wie sich die Anforderungen der Hersteller von Nahrungsmitteln verändern könnten und was das für den Nahrungsmittelmaschinenbau bedeutet. Daraus ergeben sich verschiedene Zielbilder.

Strategische Stoßrichtungen für Nachungsmittelmaschinenbau

Für die Erreichung der Zielbilder haben die Studienautoren sechs übergreifende strategische Stoßrichtungen identifiziert, mit denen sich die Maschinenhersteller auf die neuen Rahmenbedingungen und die Anforderungen ihrer Kunden einstellen können. Sie sind für jedes Zukunftsbild relevant, wenn auch in unterschiedlicher Gewichtung. 

  • Betreibermodelle: Entwicklung vom Maschinenlieferant zum Lösungsanbieter
  • Neue Formen der Regionalität: Erschließen neuer Wege, um lokal und nah am Kunden zu sein
  • Digitalisierung als Teil des Geschäftsmodells: Konzepte zur intelligenten Verarbeitung und Nutzung von Daten
  • Services und Dienstleistungen: Aktives Anbieten und Vermarkten von Leistungen im Bereich Service
  • Flexibilität durch Modularität: Aufbau eines intelligenten Produktportfolios an flexiblen und skalierbaren Maschinen
  • Kernkompetenz „Applikations-Know-how“: Aufbau von verfahrenstechnischem Know-how und darauf basierende Beratung des Kunden

Die Studienautoren empfehlen Unternehmen, ihre eigene strategische Ausgangssituation zu analysieren und sich für ein wahrscheinliches Zukunftsbild sowie die dafür relevanten Stoßrichtungen zu entscheiden, um ihre eigene Strategie für 2035 zu entwickeln.

„Der deutsche Nahrungsmittelmaschinenbau ist im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellt“, fasst Matthias Riemann, Branchenexperte von Munich Strategy, die Ergebnisse der Studie zusammen. „Mit den von uns erarbeiteten Lösungsansätzen können Maschinenhersteller eine Erfolgsstrategie für die Zukunft entwickeln, mit der sie auch 2035 ihre Stärken weiter ausspielen können.“

 

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