Kennzeichnen
Lebensmittelkennzeichnung nach dem Brexit

18.01.2021 Die Brexit-Übergangsphase ist vorbei. Zum 1. Januar 2021 hat das Vereinigte Königreich den Austritt aus dem europäischen Binnenmarkt vollzogen. Dies hat auch Änderungen bei den Vorschriften zur Kennzeichnung von Lebensmitteln für den Export nach Großbritannien und Nordirland zur Folge.

Wer ins Vereinigte Königreich exportieren will, muss richtig kennzeichnen.
© Foto: Imago Images/Westend61
Wer ins Vereinigte Königreich exportieren will, muss richtig kennzeichnen.

Bis zum 1. Oktober 2022 gelten Übergangsfristen. Der Hersteller von Inspektionssystemen Mettler-Toledo empfiehlt Lebensmittelunternehmen daher, sich frühzeitig zu den künftig geltenden Kennzeichnungsvorgaben für UK-Importe von Lebensmitteln zu informieren und zu prüfen, ob und welche Auswirkungen diese auf die bisherigen Prozesse der Etikettierung und Etikettenkontrolle haben.

Anpassung der Kontaktdaten

Wie Mettler-Toledo recherchierte, ist es innerhalb des EU-Binnenmarktes Pflicht, auf der Verpackung von Lebensmitteln die Adresse des Herstellers oder des Verkäufers mit Sitz innerhalb der Europäischen Union anzugeben.

Bis 30. September 2022 ist es nicht erforderlich, Änderungen dieser Kontaktdaten vorzunehmen, um das Lebensmittel in Großbritannien verkaufen zu dürfen. Das Produkt darf auf dem britischen Markt vertrieben werden, wenn auf der Verpackung eine Adresse innerhalb der EU angegeben ist.

Ab 1. Oktober 2022 ist es verpflichtend, Kontaktdaten in Großbritannien anzugeben. Sollte das Lebensmittelunternehmen keinen Firmensitz im Vereinigten Königreich haben, so ist die Adresse des britischen Importeurs anzugeben.

Anpassung der Herkunftskennzeichnung

Für bestimmte Lebensmittel – wie beispielsweise Fleisch, Obst und Gemüse oder Honig – ist eine Herkunftskennzeichnung vorgeschrieben, wobei zwischen den Herkunftsangaben EU und nicht-EU unterschieden wird. Auch hier gelten Übergangsfristen.

Bis 30. September 2022 kann auf britischen Produkten weiterhin die Angabe EU verwendet werden. Das gilt allerdings nur für Produkte, die für den britischen Markt bestimmt sind.

Ab 1. Oktober 2022 ist bei den Herkunftsangaben zwischen UK und non-UK zu unterscheiden und entsprechend zu kennzeichnen.

Für Olivenöl und Honig gibt es gesonderte Vorschriften zur Herkunftskennzeichnung.

Sonderregeln für Nordirland

Für den nordirischen Markt finden weiterhin die EU-Vorschriften Anwendung. Unter Umständen müssen jedoch auch für Nordirland künftig Änderungen des Labels vorgenommen werden.

Alle hier aufgeführten Änderungen beruhen auf Ankündigungen der britischen Regierung und müssen noch vom britischen Parlament bestätigt werden.

Lebensmittelunternehmen finden weiterführende Informationen auf der Website der britischen Regierung unter: www.gov.uk/guidance

Mettler-Toledo Produktinspektion vermarktet visuelle Inspektionssysteme, mit denen Lebensmittelunternehmen die Kennzeichnungsvorgaben für ihre Exporte nach Großbritannien automatisiert auf Fehlerfreiheit kontrollieren können.

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